Trailspaß mit Helmuts RSC-Gang

Herbst-Zeit = Mountainbike-Zeit. Helmut Bartl, ehemaliger Jugendtrainer des RSC Kempten lud heute zu einer MTB-Runde ein und schön zu sehen, dass neben zwei alten RSC-Hasen auch einige seiner ehemaligen Schützlinge am Start waren. Egal ob 17 oder 66 Jahre alt, alle hatten viel Spaß auf der Runde bei bestem Spätherbstwetter und Helmut gelang es tatsächlich, Trails aus dem Hut zu zaubern, die selbst dem Autor völlig unbekannt waren. Daumen hoch! 🙂

Bike in the City 2017

Auch in der Stadt kann man biken. Das war die Idee für „Bike in the City“ vor einigen Jahren. Miterfinder Walter Ferstl lud im Rahmen einer Samstags-Tourenausfahrt des RSC Kempten zu einer Neuauflage 2017 ein. Ein Best-of der bekannten, dem einen oder anderen aber auch völlig unbekannten Trails in und um Kempten herum wurde geboten und alle 12 Teilnehmer von 17 bis 71 (!) kamen auf ihre Kosten.

Specialized Women’s Turbo Levo Hardtail Comp 6Fattie

Die meisten Radsportler, deren Partnerinnen ihr Hobby nicht in gleichem Umfang betreiben, kennen das: Gemeinsame Ausfahrten sind nicht so einfach. Er bewegt sich unterhalb der Rekom-Belastung und sie sich am Limit. 😉
Bei mir ist das jetzt leider umgekehrt, seitdem meine Gattin ein Specialized Women’s Turbo Levo Hardtail Comp 6Fattie fährt. Ja, ein E-Bike. Andy Fuss von Andys Bikes & Parts hat mir dankenswerter Weise eines der ersten 2018er Modelle besorgt und perfekt eingestellt. Ich muss zugeben, es sieht mit seiner mattschwarzen Lackierung und den je nach Lichteinfall bau oder violett schimmernden Decals am Unterrohr und auf den Felgen sowie dem unauffällig ins Unterrohr integriertem Akku nicht schlecht aus. Auf jeden Fall um Klassen besser als die Bikes mit den aufgesetzten klobigen Batterie-Packs. Und die Ausstattung ist auch nicht ohne: RockShox Reba 120mm, XT-Schaltwerk, Shimano BR-MT500 Disc-Brakes mit 203er und 180er Scheibe und eine per Lenkerfernbedienung absenkbare Sattelstütze.

Natürlich habe ich es als Erstes ausprobiert und das Teil ist bergauf wirklich der Hammer. Schon in der mittleren „Trail“-Stufe (standardmäßig 50% Motorunterstützung) hat es dermaßen Zug, dass ich völlig entspannt mit GA1-Puls mindestens genauso schnell bin wie mit meinem halb so schweren Bergamont Revox Team Race-Hardtail im roten Bereich bei Renntempo. Schaltet man in den Turbo-Modus (standardmäßig 100% Motorunterstützung) zieht das 20-Kilo Geschoß derart ab, dass man wirklich beide Hände am Lenker lassen muss, um nicht abgeworfen zu werden. Steile Rampen und fiese Wiesen-Uphills bügelt das Bike weg wie nix. Je mehr Druck man aufs Pedal bringt, um so stärker ist der Vortrieb und dank 3.0 Zoll breiter Schlappen hat das Gerät auch auf garstigem Untergrund Traktion ohne Ende. Entsprechend satt liegt es bergab. Wie gesetzlich vorgeschrieben setzt die Motorunterstützung ab 25km/h aus, d.h. in der Ebene und bergab ist das Race-Hardtail schneller. Das ist aber neben dem Umstand, dass ich das Bike nicht über Zäune und Viehgatter heben kann, bzw. vorher in seine Einzelteile zerlegen muss, und der beschränkten Reichweite der einzige Nachteil gegenüber herkömmlichen Bikes.

Heute dann die erste gemeinsame Ausfahrt mit der Gattin. Erster Pluspunkt: Vorne einfach bedeutet eine Halbierung der Anforderungen an das grundlegende Verständnis, wie eine Kettenschaltung funktioniert. Sehr schön. Außerdem haben die 2018er Specialized-Modelle eine Fernbedienung am Lenker mit + und – Schalter, über die schnell zwischen den drei Unterstützungsstufen hin- und hergeschaltet werden kann. Zusätzlich habe ich ihr einen Garmin Edge 520 mit der Specialized IQ-App installiert, welche u.a. die aktuelle Stufe visuell anzeigt. Das wird schnell verstanden. Dann nach den ersten Metern vor der Haustür: „Das ist ja wie Autofahren, so leicht.“ Au weh.
Ich wähle für den Anfang die alte Bahntrasse Richtung Ermengerst, permanent leicht ansteigend mit 1-3% Steigung auf feinem Kies, und fahre wie sonst auch mit um die 20km/h. Sie bleibt dran. Dann ein Wiesenanstieg hinter Ermengerst. Lächelnd kurbelt sie an mir vorbei und ich habe Mühe, ihr Hinterrad zu halten. Erste Zweifel kommen auf, ob der Kauf sinnvoll war.
Nun eine steile Rampe auf Asphalt in Eschach. Sie vorneweg und ich kann nur noch von hinten Abbiegehinweise geben. Jetzt sind wir am Parkplatz Eschacher Weiher. Sie will noch nicht zurück, also weiter Richtung Kreuzleshöhe. Was kommt ist klar, auf dem steilen Forstweg zur Witzgall-Linde hängt sie mich ab, und behauptet hinterher, dass sie nur im „Trail“-Modus gefahren sei. Nicht mehr zu erwähnen brauche ich wohl, dass sie die steilen letzten 100m auf dem Wiesenweg zum Kreuzleshöhe-Kreuz hinauf lockerst hoch pedaliert, während ich mit 24/42 übelst hinter ihr herumgewürge. Auf der langen, frisch aufgekiesten Forstweg-Abfahrt ins Kürnachtal befürchte ich, dass ich zu schnell bin, bis ich feststellen muss, dass sie mir fast ins Rad rollt. War ganz easy meint sie hinterher, „man merkt aber schon, dass das Rad hinten keine Federgabel hat“. Okay.
Nach 2:01h Fahrzeit, 37km und 650hm zeigte der Akku am Turbo Levo dann noch 49% Kapazität auf. Mit den lockeren gemeinsamen Ausfahrten ist es also jetzt vorbei…

Innenverlegten Schaltzug wechseln – leicht gemacht

Seitdem ich Rennräder mit Brems-/Schalthebeln fahre (nach 15 Jahren Rahmenschalthebeln), muss ich so alle ca. 20.000km den Schaltzug wechseln, weil sich der Zug am Nippel in seine einzelnen Drähte aufspleist. Das kündigt sich durch unpräzises Schaltverhalten und ständiges Nachspannen des Zugs an. Krempelt man die Gummiummantelung des Brems-/Schaltgriffs hoch, kann man leicht erkennen, dass sich der Zug auflöst, wenn einzelne Drähte abstehen. Dann ist es höchste Zeit, den Zug zu wechseln, wenn man nicht wie Rigoberto Uran auf der 9. Etappe der Tour de France 2017 nur noch auf dem 11er Ritzel heim pressen will…
Nun fährt man (bei mehreren Rädern im Haus) auch nicht so schnell 20.000km auf einem Rad und innenverlegte Züge sind auch noch nicht so lange Standard bei Rennrädern. Jedenfalls hatte ich heuer zum ersten Mal das Vergnügen, erst an einem Specialized Venge (Modelljahr 2016) und heute an einem Canyon Ultimate CF SLX (Modelljahr 2013) einen innen verlegten Schaltzug wechseln zu dürfen. War der Wechsel bei außen verlegten Zügen bislang eine Sache von 5 Minuten kann die Aktion bei innenverlegten Zügen durchaus in einer Katastrophe enden.
Manche Rahmen sollen ja im Inneren eine Zugführung aufweisen, so dass man den neuen Zug einfach nur durchschieben muss. Das Specialized und das Canyon haben das nicht. Stattdessen verläuft der Originalzug in einer dünnen, weichen Plastikhülle im Rahmen. Diese Hülle ist zum einen äußerst wichtig dafür, den neuen Zug überhaupt durch den Rahmen zu bekommen, und zum anderen extrem hilfreich für den Wechsel.
schaltzugA-350Wie geht man nun am besten vor? Eigentlich ist es ganz einfach: Auf keinen Fall sollte man den alten Zug vollständig aus dem Rahmen ziehen, denn den neuen kriegt man nie und nimmer durch die wabbelige Plastikhülle verlegt. Stattdessen zwickt man den alten Zug zwischen Brems-/Schalthebel und der Stelle, wo der Zug in das Unterrohr verschwindet (Abbildung A), ab. Dann schiebt man den alten Zug von hinten (vom Schaltwerk) durch den Rahmen, bis die innenverlegte Plastikhülle an der Stelle, wo der Zug oben am Unterrohr austritt (Abbildung A), heraussteht (ohne den Zug ganz in die Kettenstrebe zu schieben!). Nun entfernt man den alten (Rest)Zug aus dem Brems-/Schalthebel, fädelt den neuen Zug durch den Brems-/Schalthebel und die vordere Außenhülle und schiebt ihn Ende an Ende mit dem alten Zug durch die Plastikhülle (diese festhalten, damit sie nicht in das Innere des Rahmens rutscht), bis er am Ende der Kettenstrebe austritt. Das heißt, man schiebt den alten Zug mit Hilfe des neuen Zugs aus der innenverlegten Plastikhülle und hat dadurch gleichzeitig den neuen Zug in der Plastikhülle verlegt. So dauert der Schaltzugwechsel kaum länger als bisher bei außen verlegten Schaltzügen. 🙂

Kids MTB-Training

Für Kinder von ca. 7 bis 12 Jahren testet der RSC AUTO BROSCH Kempten derzeit ein wöchentliches MTB-Training. Die Vermittlung von grundlegenden Fahrtechniken und der Spaß am Biken stehen im Vordergrund und Spaß haben Trainer Tobi und die Kids, auch wenn ein paar Blessuren nicht ausbleiben. Aber die Kleinen sind ganz tapfer weitergefahren… 🙂

Titelverteidigung DM Justiz 2017

Zum vierten mal in Folge war ich am 18.06.2017 bei der Deutschen MTB Meisterschaft der Justiz in Rhens am Start, ausgetragen im Rahmen des Canyon Rhein Hunsrück Marathons, einer tollen Veranstaltung mit perfekter Organisation und einer sehr schönen Strecke. Gefahren wurde wieder auf der 50km-Runde mit 1.200hm, die im Gegensatz zum letzen Jahr schön trocken, staubig und schnell war. Zusammen mit den hochsommerlichen Temperaturen ideale Bedingungen für mich. Die späteren Sieger der Senioren 1 und 2 Klasse, Klaus Krämer und Mike Zucht, setzten sich gleich am ersten Anstieg mit einer Tempoverschärfung ab, die ich unmöglich mitgehen konnte. Stattdessen fuhr ich zunächst mit Ralf Berenhäuser und Björn Eitz in der ersten Verfolgergruppe, bis Ralf auf den scharfkantigen Felsen in einer Weinbergabfahrt unglücklicherweise hinten platt fuhr. Björn lies es in den Abfahrten immer gehörig krachen, so dass ich Mühe hatte, an den Anstiegen wieder aufzuschließen. Nach ca. 30km verliesen ihn aber etwas die Kräfte und ich fuhr nach 2:26h als Gesamtdritter und Sieger der Senioren 3 ins Ziel mit knapp 20 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Volker Blücher. Diesen vierten Meistertitel hatte ich aber wohl nur dem Zufall zu verdanken, denn Stefan Megele (VC Lechhausen), der heuer zum ersten mal in meiner Altersklasse angetreten wäre und gegen den ich wohl keine Chance gehabt hätte, verletzte sich vor einigen Wochen schwer im Training und war nicht am Start. An dieser Stelle möchte ich ihm schnelle Genesung wünschen. STRAVA