15. Feneberg MTB Marathon

Gestern fand in Oberstdorf zum 15. Mal der älteste MTB-Marathon im Allgäu statt. Nachdem mir die letzten Jahre immer etwas dazwischen gekommen war, stand ich heuer das erste Mal am Start. Von der Strecke kannte ich nur ein paar kleine Abschnitte und hatte großen Respekt, denn es wurde mir von stundenlangen Tragepassagen und steinigen, knietiefen Bachdurchwatungen berichtet. Vorsichtshalber hatte ich deshalb nur auf der 53km Strecke mit 1.600hm gemeldet. Am Start hieß es dann, dass der Traufberg witterungsbedingt nicht gefahren (bzw. geschoben) wird, da die Trettach unpassierbar war. Unklar blieb, um wie viel kürzer die Strecke dadurch würde.

oberstdorf2013

Am Start lag noch eine Nebeldecke über dem Tal und nach einer kurzen Einrollphase über Feldwege ging es ordentlich steil auf einem Teersträsschen Richtung Gaisalpe hinauf. Nach dem Abzweig auf den Wallrafweg hatten wir den Nebel unter uns gelassen und es bot sich ein tolles Panorama. Leider nur kurz, denn bald hatte uns die Nebelsuppe wieder und die Fahrt auf der nassen Skipiste hinunter zum Schattenberg Skisprungstadion glich einem Blindflug. Hinauf zur Seealpe wiederholte sich das Spiel, nur musste ein kurzes Stück auf losem Schotter bergauf geschoben werden. Dann folgte ein ca. 10-minütiges Tragestück auf einem Wandersteig bergab, wo das Bike mehr als hinderlich war, bis wir wieder im Tal und im Nebel waren.

oberstdorf2013zielDanach lief mein Diesel zwar endlich, aber nun hatte ich endgültig die Orientierung verloren. Es ging an irgendwelchen Bachläufen entlang und quer über Wiesenfelder, bis wir an dem Auslauf der Heini-Klopfer Skischanze vorbei kamen. Ein kleiner Anstieg, ein Forstweg, eine Abfahrt auf einem Karrenweg und wieder an einem Bach entlang, bis ein Streckenosten „2 Kilometer“ rief. Auf dem Tacho standen gerade mal 42km, damit konnte also wohl kaum das Ziel gemeint sein. Außerdem erwartete ich nach dem Höhenprofil noch einen letzen Anstieg und die Bachwanderung stand ja auch noch aus. Doch im nächsten Moment ging es aus dem Wald hinaus und ich erkannte in 2km Entfernung den Kirchturm von Oberstdorf…
Naja, ins Ziel gerollt in 2:22h als 5. von 74 Klassierten der AK3 und 47. von 220 Gesamt. Das Rennen war mir ein bisschen zu kurz, aber ich bin ganz zufrieden, auch wenn nur 2 Minuten auf Platz 3 gefehlt haben.

Musik: Electrologic – The Benny Tune

Die herrliche Allgäuer Landschaft rings um die abwechslungsreiche Strecke war leider zeitweise etwas „vernebelt“, aber der Marathon ist eine tolle Veranstaltung für jedermann. Sieger auf der Extremstrecke wurde zwar der Deutsche Meister Markus Kaufmann vom Team Centurion-Vaude, aber es gab auch eine Hobbyrunde ohne Zeitnahme und eine 31km-Strecke mit 750hm. Nur die Siegerehrung könnte mal künftig vielleicht etwas vorziehen.

9. Ehrenberg Burgenrennen

Wie im Vorjahr war ich auch heuer wieder beim Ehrenberg Burgenrennen, einem Bergsprint zur Festung Schlosskopf, am Start. 450hm auf 8km, diesmal mit neutralisiertem Start im Zentrum von Reutte, was nicht ganz optimal war und für ein paar gefährliche Situationen sorgte. Zum fliegenden Start in Ehenbichl hatte ich mich dann ganz gut positioniert, weil ich auf der ersten Waldpassage nicht ins Gedränge kommen wollte. Dafür musste ich jedoch das Anfangstempo der Spitzenfahrer mitgehen und drehte den Diesel-Motor prompt in den roten Bereich. Die drei flachen Abschnitte zwischendurch versuchte ich dann „zur Erholung“ nutzen, was sich aber als aussichtloses Unterfangen herausstellte. Gleichwohl kamen von hinten nicht mehr viele Fahrer an mir vorbei und auf den letzten zwei Kilometern konnte ich sogar noch Plätze gut machen.
Meine Zeit von 30:11min reichte dann am Ende sogar noch zum zweiten Rang in der AK3, 30 Sekunden hinter dem amtierenden Allgäuer MTB-Meister Franz Zwilcher vom VC Mindelheim. Bei der abschließenden, gut bestückten Tombola ging ich zwar leer aus, aber mit dem Ergebnis war ich nach der hemmungslosen Schlemmerei im Urlaub trotzdem ganz zufrieden. 😉

Musik: Gigi d Ambuoso – Ha-Ha-Ha-Ha-Hey

X-BIONIC – Hightech auf der Haut

xbionic2 Seit ca. zwei Monaten darf ich ein Shirt der vielfach ausgezeichneten Edelmarke X-BIONIC mit Sitz in der Schweiz und Produktion in Italien unter dem Trikot tragen und testen. Es führt die Produktbezeichnung Bionic Energizer Summerlight und weist nach Darstellung des Herstellers eine ganze Reihe innovativer und technischer Besonderheiten auf.
Im Zentrum der Funktionalität steht das Bestreben, bei Hitze zu kühlen und bei Kälte zu wärmen und so den Körper während sportlicher Aktivitäten immer auf einem gleichbleibendem Temperaturniveau von 37 Grad zu halten. Dazu soll – vereinfacht gesagt – nicht zur Kühlung der Haut benötigter Schweiß über ein dreilagiges Textilsystem abgeführt werden, ohne dass ein Nässegefühl entsteht. Gleichzeitig soll in Ruhephasen ein Auskühlen des Körpers durch eine Klimatisierungsfunktion des Gewebes verhindert werden. Klingt vielversprechend, aber was kann das Shirt in der Praxis tatsächlich?
Der erste Eindruck nach dem Anziehen: Wow, liegt überall perfekt und straff auf der Haut an. Keine Falten, nichts stört. Nicht einmal die typischen Pflegehinweise im Kragen, denn die sind innen im Bund eingedruckt. Das Tragegefühl ist sehr angenehm und vermittelt ein leichtes und wohliges Wärmegefühl.
Angezogen hab ich das Shirt dann während zahlreicher zwei- bis vierstündiger MTB- und Rennradeinheiten jeweils unter einem Kurzarmtrikot bei Temperaturen zwischen 15 und 32 Grad und auch einmal Indoor auf der Rolle. Ein Nässegefühl auf der Haut war während des Trainings tatsächlich nicht zu spüren. Danach war die Außenseite des Shirts deutlich feucht und die Haut selbst zwar nicht trocken, aber nur mit einem leichten Feuchtigkeitsfilm bedeckt. Der Schweißtransport scheint also zu funktionieren. Obwohl als Sommershirt konzipiert ist es mir bei Temperaturen über 25 Grad allerdings zu warm. Liegt möglicherweise daran, dass ich bei solchen Verhältnissen normalerweise kein Unterhemd unter dem Trikot trage. Was ich nicht ausprobieren konnte wollte, war die Geruchsneutralität der Fasern bei mehrmaligem Gebrauch. Ich muss zum Sport einfach immer frische Sachen anziehen, sonst fühle ich mich nicht wohl. Die ca. 20 Wäschen bei 40 Grad mit anschließender Lufttrocknung hat das Shirt aber folgenlos vertragen.
Fazit: Mit 79,- € ist das X-BIONIC Funktionsunterhemd nicht gerade billig, aber Qualität hat seinen Preis. Und wie überall im Radsport kann man auch weniger Geld ausgeben, aber mit besserem Material fährt es sich angenehmer und vielleicht sogar einen Tick leichter.

Abruzzen statt Allgäu

In meinem Innersten bin ich ja ein halber Italiener. Schon als Kind regelmäßig mit den Eltern dort im Urlaub gewesen zieht es mich nach wie vor nach „Bella Italia“. Klima, Landschaft, Leute und nicht zuletzt das gute Essen üben eine magische Anziehungskraft aus. Und dann ist Italien ja auch noch das Mutterland des klassischen Radsports. Deswegen fand der Familienurlaub heuer in Francavilla al Mare südlich von Pescara an der Adriaküste in der Region Abruzzen statt.
francavillaDieses Jahr nahm ich kein Rennrad sondern ein MTB mit, auch wenn ich mangels brauchbarer Offroad-Tracks vorwiegend auf Asphalt fahren wollte. Die Nebenstraßen in den Abruzzen weisen nämlich gerne die eine oder andere Überraschung in Form von Sand, Rillen, Absätzen und Schlaglöchern auf, die das Fahren mit den dünnen Rennradreifen etwas anstrengend machen. Gewohnt haben wir im Hotel Punta de l‘ Est direkt am Strand. Ein kleines, familiär geführtes Haus mit freundlichem Personal, einem Radschuppen mit Werkstatt und ausgezeichneter, typisch italienischer Küche, was sich bei mir auch prompt gewichtstechnisch „positiv“ auswirkte. Unter den Gästen waren hauptsächlich Italiener und nur wenige Deutsche, die aber nicht unangenehm auffielen. Das Frühstück konnte mit freiem Blick zur Küstenstraße eingenommen werden, wo im Minutentakt Rennradfahrer vorbei rollten, einzeln oder in kleinen oder größeren Gruppen, ausnahmslos in schicken einheitlichen Trikot-Hosen-Kombinationen auf bitzblanken Rennmaschinen, von nagelneuem Hightech bis zu Rädern aus der Zeit Fausto Coppis im Originalzustand. Unter den Radfahrern waren auffallend viele Senioren bis weit über 60, aber auch Kinder und Jugendliche mit Trainer auf dem Rad oder mit Begleitfahrzeug. Sehr schön anzusehen und die Stylepolice hat hier absolut keinen Auftrag.
Selber gefahren bin ich natürlich auch, kleine Runden von 2-3 Stunden, und wenn man sich mal ein wenig auf der Karte orientiert hat, findet man viele schöne Nebensträsschen, die hinauf zu zahlreichen kleinen Ortschaften auf 200 – 300m hoch gelegenen Hügeln führen: Miglianico, Ripa Teatina, Bucchanicio, Villamagna etc. sind nicht nur klingende Namen sondern sehenswerte Vertreter dieser Art mit alten Ortskernen, engen Gassen und schönen Ausblicken. Radfahrer trifft man dort allerdings kaum. Die Mehrheit der Italiener fährt lieber an der Küste entlang oder auf den überwiegend flachen Hauptstraßen im Tal. Die Einheimischen, die ich dort getroffen habe, waren alle sehr freundlich, gesprächig und relaxed, obwohl ich ja auf einem MTB unterwegs war. Kein Vergleich mit so manchem hiesigen Rennradfahrer, für den es die Höchststrafe zu sein scheint, wenn ein MTB-Fahrer in seinem Windschatten mitrollt, oder ihn gar überholt.

Musik: 2Inventions – Lonelyness

Ganz besonders gefreut hat mich die Bekanntschaft mit Valentino Ciaspone, einem sehr sympatischen und hilfsbereiten Local aus Torrevecchia, dem ich beim Intervalltraining einen örtlichen Strava KOM „gestohlen“ hatte, der deshalb Kontakt mit mir aufnahm und der mich am letzten Urlaubstag im Hotel mit vier netten Kollegen vom MTB Team Bike Pro Chieti zu einer tollen und unterhaltsamen Trail-Tour abholte. So kam ich nach 12 Straßeneinheiten doch noch zu einer richtigen Bike-Runde. Mille Grazie! Wer mit dem MTB in der Gegend von Pescara ist, kann sich gerne mit ihm unter ciaspone@tin.it in Verbindung setzen.