Fakten, Fakten, Fakten 2016

toskana2016-attackeVon nichts kommt nichts. Wer nicht mit besonderem Talent gesegnet und nicht mehr der Jüngste ist, muss viel trainieren, um nicht ständig abgehängt zu werden und Spaß auf dem Rad zu haben.
In Zahlen hies das 2016: 22.518 km und 242.252 hm Rennrad, Mountainbike, Crosser und Rolle, aktuell mit einer FTP von 4.0 w/kg. Inklusive Kraftausdauertraining im Studio waren das 769:57h Sport  in 2016. Läuft.  🙂

Zwift – Iron Goat Series – Gesamtsieg

igs-logoDie meisten Rennen auf Zwift sind zu kurz und zu flach. 40 – 60 Minuten am Anschlag sind nix für einen alten Mann. Zum Glück gab es im Herbst/Winter 2016 die Iron Goat Series, ein Wettbewerb aus 16 Rennen mit dem Schwergewicht auf langen Distanzen und vielen Höhenmetern. Bei 10 Veranstaltungen war ich in der B-Kategorie (FTP unter 4 w/kg) am Start. Einmal wurde ich fehlgeleitet, einmal wurde das Rennen wegen Netzstörungen neutralisiert. Nach zwei Siegen, zwei zweiten, zwei dritten und einem vierten Platz war die Ausgangslage vor dem letzten Rennen spannend: Mit acht Punkten Vorsprung lag ich vor dem Spanier Alex Callejo (Team PTz) in Führung. Der hatte mich im direkten Duell bisher immer geschlagen und in den letzten Wochen fast jedes B-Rennen auf Zwift gewonnen. Mit einem Sieg hätte er mich eingeholt, sofern ich nicht selbst gepunktet hätte. Ziel war also Platz 6 (1 Punkt), um alles klar zu machen.

Das letzte Rennen verlief über 4 Runden auf dem London Loop Kurs, d. h.  viermal den Box Hill Climb hinauf (60km mit 830hm). Callejo setzte sich bereits in der zweiten Runde am Berg ab, aber trotz Unterstützung seines Teamkollegens Bruno Vieira  (A-Klasse) gelang es ihm nicht, den zuvor ausgerissenen Grzegorz Zaranko (Team Poland) einzuholen. Dahinter konnte ich in der immer kleiner werdenden Verfolgergruppe den dritten Platz in der B-Klasse absichern. Damit war der Gesamtsieg im Kasten. 🙂

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Die IGS Serie wird leider nicht fortgeführt. Stattdessen hat Organisator Rob Bolt das neue Rennformat Bolt Race Series (BRS) aufgestellt, einer interessanten Kombination aus Einzelzeitfahren, langen bergigen Rennen und kurzen Kriterien. Zumindest bei den ersten beiden Wettbewerben werde ich möglichst oft am Start sein. Hope to see you there!  🙂

Wer Zwift noch nicht kennt, kann mir übrigens auf beam.pro live zusehen.

Zwift Races

Zwift, die führende Radsport Indoor-Plattform, boomt. Das liegt nicht nur daran, dass sich Zwift ständig selbst weiterentwickelt (neue Strecken, zahlreiche Events, demnächst IOS-Integration, etc.) sondern auch an der „Zwift-Community“, die insbesondere bei der Organisation, Abwicklung und Auswertung von Gruppenausfahrten und Rennen auf Zwift äußerst aktiv ist.
Natürlich sind Wettkämpfe nicht Jedermanns Sache, insbesondere im Winter, der für ambitionierte Radsportler seit jeher nur Vorbereitung für die kommende Saison ist. Trotzdem macht das Rennen Fahren auf Zwift richtig Spaß. Gelegenheit dazu gibt es mittlerweile jeden Tag mehrfach. Zahlreiche private Organisatoren veranstalten die verschiedensten Wettkämpfe, von 5km-Rennen über Zeitfahrwettbewerbe bis hin zu 100km Rennen, auf flachen, hügeligen und bergigen Kursen, sowie in grundsätzlich 4 verschiedenen Leistungsklassen, so dass sich jeder mit gleich starken Fahrern messen, seine Leistung verbessern und ggf. in die nächsthöhere Klasse aufsteigen kann.

screenshot_brt_ttZentrale Anlaufstelle für die Rennergebnisse und Auswertung ist zwiftpower.com. Dort kann man dank detaillierter Auswertung der Rennergebnisse auch sehr anschaulich seine Leistungsentwicklung verfolgen.
Die Teilnahme an Zwift-Rennen ist simpel: Account bei zwiftpower.com anlegen, seine Leistungsklasse anhand des eigenen FTP-Werts bestimmen (D bis 2,5 w/kg, C bis 3.2 w/kg, B bis 4 w/kg, A über 4 w/kg) und nach dem Login auf dem „Ride-Screen“ in Zwift das gewünschte Rennen auswählen (und natürlich vorher die jeweiligen Regeln des Rennens zur Kenntnis nehmen und beachten).

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Eine neue Dimension hat das Rennen Fahren auf  Zwift dadurch erreicht, dass sich mittlerweile zahlreiche Renn-Teams gebildet haben, die nicht nur äußerlich durch einheitliche Teambekleidung auftreten, sondern auch versuchen, durch gezielte Renntaktik, die besten Ergebnisse zu erzielen, so wie Profi- und A-Amateurteams im „echten“ Leben. Ich darf für das Team Vision Cycling fahren, das z. B. mehrere geschlossene Chat-Kanäle auf Discord betreibt, auf denen wir uns vor, während und nach den Rennen untereinander und mit dem jeweiligen „Director Sportive“ austauschen. Das motiviert und verpflichtet nicht nur zusätzlich, sondern man kann in den Rennen sowohl auf die Hilfe der Teamkollegen bauen, als auch selbst diesen zum Erfolg verhelfen.

Einige Rennen, derzeit vor allem die Dienstags- und Donnerstags-Abend-Rennen der KISS EU – Serie, werden von Zwift-Urgestein Nathan Guerra, einem US-MTB-Pro und Inhaber vom Team Vision Cycling, live auf Twitch, Youtube, beam.pro und der Zwift-Facebook-Seite übertragen. Hier bekommt mein einen schönen Einblick in die Zwift-Rennszene und in Sachen Spannung stehen die Übertragungen Eurosport etc. in nichts nach. Ganz neu ist die ZwiftOnBoard-Funktion: Hier werden Live-Streams einzelner Rennfahrer incl. deren Webcam in die Übertragung eingespielt und man sieht, wie sie tatsächlich kämpfen und leiden. Unterhaltsam und motivierend zugleich. Schaut es Euch an. 🙂