Specialized Women’s Turbo Levo Hardtail Comp 6Fattie

Die meisten Radsportler, deren Partnerinnen ihr Hobby nicht in gleichem Umfang betreiben, kennen das: Gemeinsame Ausfahrten sind nicht so einfach. Er bewegt sich unterhalb der Rekom-Belastung und sie sich am Limit. 😉
Bei mir ist das jetzt leider umgekehrt, seitdem meine Gattin ein Specialized Women’s Turbo Levo Hardtail Comp 6Fattie fährt. Ja, ein E-Bike. Andy Fuss von Andys Bikes & Parts hat mir dankenswerter Weise eines der ersten 2018er Modelle besorgt und perfekt eingestellt. Ich muss zugeben, es sieht mit seiner mattschwarzen Lackierung und den je nach Lichteinfall bau oder violett schimmernden Decals am Unterrohr und auf den Felgen sowie dem unauffällig ins Unterrohr integriertem Akku nicht schlecht aus. Auf jeden Fall um Klassen besser als die Bikes mit den aufgesetzten klobigen Batterie-Packs. Und die Ausstattung ist auch nicht ohne: RockShox Reba 120mm, XT-Schaltwerk, Shimano BR-MT500 Disc-Brakes mit 203er und 180er Scheibe und eine per Lenkerfernbedienung absenkbare Sattelstütze.

Natürlich habe ich es als Erstes ausprobiert und das Teil ist bergauf wirklich der Hammer. Schon in der mittleren „Trail“-Stufe (standardmäßig 50% Motorunterstützung) hat es dermaßen Zug, dass ich völlig entspannt mit GA1-Puls mindestens genauso schnell bin wie mit meinem halb so schweren Bergamont Revox Team Race-Hardtail im roten Bereich bei Renntempo. Schaltet man in den Turbo-Modus (standardmäßig 100% Motorunterstützung) zieht das 20-Kilo Geschoß derart ab, dass man wirklich beide Hände am Lenker lassen muss, um nicht abgeworfen zu werden. Steile Rampen und fiese Wiesen-Uphills bügelt das Bike weg wie nix. Je mehr Druck man aufs Pedal bringt, um so stärker ist der Vortrieb und dank 3.0 Zoll breiter Schlappen hat das Gerät auch auf garstigem Untergrund Traktion ohne Ende. Entsprechend satt liegt es bergab. Wie gesetzlich vorgeschrieben setzt die Motorunterstützung ab 25km/h aus, d.h. in der Ebene und bergab ist das Race-Hardtail schneller. Das ist aber neben dem Umstand, dass ich das Bike nicht über Zäune und Viehgatter heben kann, bzw. vorher in seine Einzelteile zerlegen muss, und der beschränkten Reichweite der einzige Nachteil gegenüber herkömmlichen Bikes.

Heute dann die erste gemeinsame Ausfahrt mit der Gattin. Erster Pluspunkt: Vorne einfach bedeutet eine Halbierung der Anforderungen an das grundlegende Verständnis, wie eine Kettenschaltung funktioniert. Sehr schön. Außerdem haben die 2018er Specialized-Modelle eine Fernbedienung am Lenker mit + und – Schalter, über die schnell zwischen den drei Unterstützungsstufen hin- und hergeschaltet werden kann. Zusätzlich habe ich ihr einen Garmin Edge 520 mit der Specialized IQ-App installiert, welche u.a. die aktuelle Stufe visuell anzeigt. Das wird schnell verstanden. Dann nach den ersten Metern vor der Haustür: „Das ist ja wie Autofahren, so leicht.“ Au weh.
Ich wähle für den Anfang die alte Bahntrasse Richtung Ermengerst, permanent leicht ansteigend mit 1-3% Steigung auf feinem Kies, und fahre wie sonst auch mit um die 20km/h. Sie bleibt dran. Dann ein Wiesenanstieg hinter Ermengerst. Lächelnd kurbelt sie an mir vorbei und ich habe Mühe, ihr Hinterrad zu halten. Erste Zweifel kommen auf, ob der Kauf sinnvoll war.
Nun eine steile Rampe auf Asphalt in Eschach. Sie vorneweg und ich kann nur noch von hinten Abbiegehinweise geben. Jetzt sind wir am Parkplatz Eschacher Weiher. Sie will noch nicht zurück, also weiter Richtung Kreuzleshöhe. Was kommt ist klar, auf dem steilen Forstweg zur Witzgall-Linde hängt sie mich ab, und behauptet hinterher, dass sie nur im „Trail“-Modus gefahren sei. Nicht mehr zu erwähnen brauche ich wohl, dass sie die steilen letzten 100m auf dem Wiesenweg zum Kreuzleshöhe-Kreuz hinauf lockerst hoch pedaliert, während ich mit 24/42 übelst hinter ihr herumgewürge. Auf der langen, frisch aufgekiesten Forstweg-Abfahrt ins Kürnachtal befürchte ich, dass ich zu schnell bin, bis ich feststellen muss, dass sie mir fast ins Rad rollt. War ganz easy meint sie hinterher, „man merkt aber schon, dass das Rad hinten keine Federgabel hat“. Okay.
Nach 2:01h Fahrzeit, 37km und 650hm zeigte der Akku am Turbo Levo dann noch 49% Kapazität auf. Mit den lockeren gemeinsamen Ausfahrten ist es also jetzt vorbei…

Veröffentlicht von

bbbaschtl

fährt Rennrad und Mountainbike im Allgäu

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