Road Grand Tours

DC Rainmaker hat heute ein ausführliches Review zum aktuellen Update des Zwift-Konkurrenten Road Grand Tours veröffentlicht und gerade heute habe ich das Beta-Invite bekommen und bin vier der aktuellen Strecken selbst abgefahren. DC Rainmakers Erfahrungen kann ich zu 100% bestätigen und erspare mir deshalb großartige eigene Ausführungen dazu. Abgesehen von ein paar kleinen Fehlern bei den Segmentzeiten lief die Beta auf Windows 10 schön rund und die Grafik ist ansehnlich. Allerdings waren im Gegensatz zu DC Rainmakers Test heute, einem Montag zwischen 19.00 und 21.00 Uhr, doch zwischen 2 und 5 andere User auf derselben Strecke wie ich unterwegs. Ändert aber nichts daran, dass ich überwiegend völlig einsam auf den Strecken war. Deshalb: Registriert Euch für die Road Grand Tours Beta, kostet nichts, und probiert es aus, denn das könnte ein ernsthafter Konkurrent für Zwift werden und Konkurrenz belebt das Geschäft. 🙂

RSC AUTO BROSCH Kempten Tourenfahrt nach Oberstdorf

Der RSC AUTO BROSCH Kempten hat nicht nur sportlich erfolgreiche Straßenfahrer, Mountainbiker und Triathleten in seinen Reihen. Das Rückgrat des Vereins sind seine Tourenfahrer. Sie treffen sich während der Sommerzeit jeden Mittwoch Abend zum sogenannten „Mittwochsradeln“ für kurze und jeden Samstag für längere Touren. Gefahren wird so schnell, dass jeder mitkommt, hauptsächlich auf verkehrsarmen Nebenstrecken durch das gesamte Unter-, West-, Ost-, und Oberallgäu. Unterwegs und/oder am Tourenende wird eingekehrt. Vergangenen Samstag stand ein Allgäu-Klassiker auf dem Programm: die knapp 100km lange Runde mit 1.000hm über die Hörnerdörfer nach Oberstdorf und über Rettenberg/Moosbach zurück (Track). Ich konnte es mir einrichten und bin mitgefahren, weil es auch großen Spaß macht, mal gemütlich in einer Gruppe zu fahren und sich zu unterhalten, anstatt ständig nur leistungsorientiert durch die Gegend zu bolzen. Trainingspläne für Hobbyfahrer  werden sowieso hoffnungslos überbewertet. 🙂 Das frühsommerliche Wetter und das permanente Alpenpanorama sorgten schon auf der Hinfahrt für beste Stimmung unter den Teilnehmern, die auch der Gegenwind nach der Einkehr im Burgberger Tierparadies nicht trüben konnte. Wer mal mitfahren möchte: die Termine und Treffpunkte stehen auf der RSC-Homepage. Und wer nicht im Allgäu wohnt: Sucht Euch einen Verein in Eurer Nähe, der Tourenfahrten durchführt. Es lohnt sich.

VirtuGO beta 0.17.0.2 Update

Der Zwift-Clone VirtuGO (First look) hat Ende März 2018 eine neu beta veröffentlicht, die als wesentliche Neuerung den schmerzlich vermissten Höhenmeter-Export zu STRAVA beinhaltet. Zusätzlich werden von den beiden „echten“ Strecken Col de Sollér und Willunga Hill die GPS-Daten angezeigt. Die Höhenmeter-Daten scheinen recht exakt zu sein. Auf der von mir gefahrenen Col de Sollér Strecke wurden in VirtuGO 371hm angezeigt, während STRAVA 369hm ausweist.

Weitere Neuerung (nicht getestet) ist die Integration von klassischen Rollentrainern, wobei zusätzlich Trittfrequenz- und Leistungsmesser-Sensoren erforderlich sind.

VirtuGO beta – First look Update

So, die gescheiterte Verknüpfung mit STRAVA hat mir keine Ruhe gelassen, nachdem im VirtuGO Forum darüber nichts zu finden war. Die Lösung: Den Windows 10 Rechner statt als Benutzer als Administrator starten und VirtuGO öffnen. Bei einem Klick auf die STRAVA-Verknüpfung gelangt man dann doch zur entsprechende Authorisierungsseite.
Nachdem nun ein Export der Trainings möglich war, bin ich auch noch die beiden anderen, derzeit verfügbaren Strecken abgefahren: Coll de Soller, ein 6km langer Anstieg mit 370hm und Wallunga Hill mit 22km und 470hm. Die Grafik ist jeweils recht bescheiden und die Fahrten sind ziemlich langweilig. Man kurbelt alleine durch eine trostlose Landschaft ohne große Abwechslung. Der Export zu STRAVA hat nun zwar funktioniert, aber es werden keine Höhenmeter ausgewiesen. Das ist ein großer Minuspunkt, der hoffentlich bald behoben wird.
Derzeit kann VirtuGO in keinem Punkt mit Zwift mithalten. Man darf gespannt sein, was sich VirtuGO einfallen lässt, um konkurrenzfähig zu werden.

VirtuGO beta – First look

Ein weiterer Zwift-Konkurrent steht in den Startlöchern: VirtuGO ist für Beta-Tester auf Windows/MacOS verfügbar und sieht wie Zwift aus: Ein animierter Avatar fährt mit den eigenen Leistungswerten durch eine virtuelle Umgebung.
Installation und Pairing über ANT+ mit Smart-Trainer, Powermeter und Herzfrequenz-Brustgurt verliefen reibungslos. Aktuell gibt es drei verschiedene Strecken, eine davon, den sog. VirtuGO-Rundkurs bin ich heute gefahren. 7,7km mit drei kleinen Hügeln, zwei Berg- und einer Sprintwertung. Die Grafik ist ganz nett, aber nicht so detailreich wie auf Zwift. Den eigenen Avatar kann man in beschränktem Umfang konfigurieren, aber auch hier bietet Zwift weitaus mehr Möglichkeiten und einen schöneren „Look“. Außer mir waren wohl noch ein halbes Dutzend anderer Fahrer auf dem Kurs, aber die meiste Zeit fuhr ich völlig alleine durch die Gegend. Ob es eine Windschattenunterstützung wie auf Zwift gibt, konnte ich nicht feststellen. Ähnlich wie bei Zwift werden auf den Sprint- und Bergsegmenten die aktuellen Tages- und Gesamt-Bestlisten angezeigt. Die Segmente werden optisch angekündigt und mit Entfernungsschildern und einem Zielbogen auf der Strecke dargestellt.
Auf der Startseite wird zwar eine Option zur Verbindung mit STRAVA angezeigt, ein Klick darauf bewirkte bei mir aber nichts. Andere Export-Funktionen gibt es derzeit nicht und der Ride wird auch nicht lokal auf dem Rechner gespeichert. Man bekommt zwar eine kleine Auswertung mit den üblichen Leistungsdaten im Programm selber, aber exportieren lassen sie sich nicht (außer die Verbindung zu STRAVA funktioniert). Das ist für einen Daten-Junkie wie mich derzeit ein großer Minus-Punkt. Was mich auch stört ist der Umstand, dass VirtuGO unter Windows 10 als Administrator gestartet werden muss.

VirtuGO wird es schwer haben, ein ernsthafter Konkurrent für Zwift zu werden.  Allen gelegentlichen Unzulänglichkeiten zum Trotz hat Zwift die Messlatte für Indoor-Training schon gewaltig hoch gelegt. Klar, VirtuGO ist noch beta, aber ich kann derzeit kein Alleinstellungsmerkmal von VirtuGO erkennen. Man wird die weitere Entwicklung und letztendlich auch die Preispolitik von VirtuGO beobachten müssen. Derzeit sieht es aber noch nicht so aus, als ob es eine Alternative zu Zwift werden könnte.

Update vom 15.03.2018

Update vom 05.04.2018

Elite Quick-Motion Rollers

Winterzeit – Rollenzeit. Fahren auf der Rolle boomt derzeit, insbesondere Dank dem Erfolg der Zwift-Software. Die meisten benützen einen Trainer, bei dem der Hinterbau des Rads fixiert wird. Damit steht das Rad stabil, umfallen ist ausgeschlossen. Ursprünglich gab es nur sog. freie Rollentrainer: zwei Rollen, zwischen denen das Hinterrad lief und die mit einem Gummi-Riemen mit einer dritten Rolle für das Vorderrad verbunden waren. So habe ich zu meiner aktiven Zeit in den 80ern im Winter trainiert. Solche Rollen gibt es nach wie vor und obwohl ich auf Zwift und Rouvy bislang ausschließlich die Direct-Drive-Trainer Wahoo Kickr und Tacx Neo gefahren bin, habe ich die freie Rolle in Gestalt der Elite Quick-Motion wieder entdeckt.

Vorteile: Die Rolle ist mit derzeit unter 300,- EUR (Marktpreis)  erschwinglich,  lässt sich auf diverse Radstände einstellen, benötigt weder Strom noch Internet und lässt sich in Sekundenschnelle überall auf- und abbauen und wieder auf ein handliches Packmaß (45 x 52 x 30 cm bei 11,5kg) zusammenklappen. Außerdem kann man jedes Bike darauf stellen ohne sich um Ritzelanzahl, Achssystem etc. Gedanken machen zu müssen. Mangels Fixierung schult die freie Rolle das Gleichgewichtsgefühl und stärkt die Muskulatur, die dafür notwendig ist. Die Geräuschkulisse ist auch bei höheren Intensitäten bescheiden. Wie sich die Elite Quick-Motion zusammenklappen lässt, zeigt nachstehendes Hersteller-Video und es geht tatsächlich sehr schnell: Schalter umlegen, Rändelschraube lösen und vordere Rolle auf die hinteren Rollen umklappen.

Nachteile: Für Anfänger kann das Fahren auf der freien Rolle durchaus herausfordernd sein, da es eine weitaus höhere Konzentration erfordert als eine fixierte Rolle. Am Anfang empfiehlt es sich, die Rolle in einem Türrahmen o. ä. aufzubauen, damit man sich auf beiden Seiten abstützen kann. Außerdem ist es deutlich schwieriger, verschiedene Trainingssituationen (Wiegetritt, Sprints, Widerstandsänderungen, freihändig Fahren, etc.) zu simulieren. Rennen fahren auf Zwift ist mit einer freien Rolle nicht wirklich sinnvoll: es fehlt die Widerstandsänderung je nach Streckenprofil und man kann nur schwer auf Rennsituationen reagieren. In erster Linie hat man genug damit zu tun, sich auf dem Rad zu halten…

Die Elite Quick-Motion Rolle relativiert einige Nachteile der freien Rolle. Zum einen bewegt sie sich beim Fahren je nach Trittleistung etwas nach vorne und hinten und sorgt damit somit für ein sehr realistisches Fahrgefühl. Zum anderen sind die Rollen „parabol“ geformt, d.h. der Durchmesser nimmt an den Enden zu, so dass man von dort wieder zurück in die Mitte der Rollen geführt wird, und der Widerstand der Rolle lässt sich auf drei Stufen einstellen:
Stufe 1 ist für ein Rekom- / Grundlagentraining geeignet, Stufe 2 für ein GA1/GA2-Training und auf Stufe 3 muss man schon kräftig treten, um die Rollen in Bewegung zu halten. Für Maximalleistungen jenseits 500 Watt ist die Rolle weniger geeignet. Ist mir zumindest zu gefährlich. Leider lässt sich der Widerstand nicht während der Fahrt ändern.

Ich fahre mit einem Pedal-Powermeter auf der  Rolle und damit ist die Verwendung von  Zwift, Rouvy, etc. kein Problem. Alternativ kann man die Rolle mit dem Elite Misuro B+ Sensor (Straßenpreis ca. 50,- EUR) verbinden und Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Leistung per Bluetooth oder Ant+ Standard auslesen. Empfehlen kann ich diese Art der Leistungs-Messung aber nicht. Obwohl Elite mit der Zwift-Kompabilität der Quick-Motion Rolle wirbt, lassen sich der Anleitung des Misuro B+ Sensors keine Einstellungshinweise für diese Rolle entnehmen. Nach zahlreichen Versuchen unter Vergleich mit den Werten der Favero Assioma PM-Pedalen hat sich die Einstellung 8 des Misuro B+ bei Widerstandsstufe 2 der Quick-Motion als am realistischsten herausgestellte. Alle anderen Einstellungen wiesen viel zu hohe Leistungswerte auf.

Mit der My E-Training App bietet Elite eine kostenlose App für IOS und Android an, mit der sich verschiedenste Trainingsprogramme abfahren und alle relevanten Daten aufzeichnen und exportieren lassen. Eine erweiterte Desktop-Software für Windows und MacOS ist kostenpflichtig.

Mir gefällt die Elite Quick-Motion. Sie bringt Abwechslung in das Rollentraining, lässt sich flexibel benutzen und ist für das Gebotene ihr Geld wert.

Edit vom 27.10.18: Misuro B+ Sensor Setup

Rouvy Indoor Cycling

Trotz all der Zwift-Hype, die derzeit grassiert, lohnt sich ein Blick auf alternative Indoor-Trainingssoftware, z. B. Rouvy. Hier fährt man nicht in virtuellen Welten, sondern per Video echte Strecken nach, wobei das Video so schnell oder langsam abläuft, wie man selbst tritt. Bei Verwendung eines Smart-Trainers passt sich der Widerstand wie bei Zwift dem Gelände an. Die errechneten Geschwindigkeiten kommen dem Fahrerlebnis draußen recht nahe, nur die abrupten Änderungen beim Steigungswechsel könnten etwas harmonischer sein.

Vorteil: Man sieht und fährt Strecken, die man vielleicht schon mal gefahren ist, fahren will, oder die man sich anschauen will, ohne dorthin reisen zu müssen. Die meisten Klassiker wie Alp d’Huez, das Stilfser Joch oder die Sella-Runde können so von zu Hause aus erkundet werden. Man kann auch eigene Strecken erstellen – mit eigenen GPS-Daten und eigenen Videoaufnahmen. Über 1.500 Strecken (nicht alle mit Video) stehen aktuell zur Auswahl und es werden täglich mehr. Auch dutzende von Workouts sind verfügbar, darunter solche für die legendären Sufferfest-Videos oder von Hunter Allens Peak Coaching Group.

Nachteil: Der „Game“-Effekt von Zwift fehlt. Es gibt keine Avatare, keine Materialauswahl, keine Leadertrikots und keine Powerups. Man fährt grundsätzlich alleine. Windschattenfahren entfällt. Man kann sich zwar im „Rennmodus“ mit Zeiten anderer Rouvy-Nutzer messen und bei (sehr schwach besuchten) Online-Rennen in Echtzeit gegen andere Rouvy-Nutzer antreten, mit dem sozialen Aspekt von Zwift (Chatten, Gruppen-Ausfahrten, Team-Events, Rennen etc.) kann Rouvy aber bei Weitem nicht mithalten.

Dafür gibt es ein Trainingstagebuch, in welches auch andere Einheiten außerhalb von Rouvy geladen werden können, einen Karrieremodus und permanente Challenges mit Gewinnspielen. Z. B. wird derzeit ein Wahoo Kickr mit der Wahoo Climb Erweiterung verlost. Eine ausführliche Analyse der Trainingsdaten ist ebenso enthalten wie der (auf Wunsch) automatische Export zu anderen Trainingsplattformen wie STRAVA oder TrainingPeaks.

So sieht die umfangreiche Auswertung einer Fahrt aus:

Was Rouvy für mich interessant macht, ist die Möglichkeit, richtig lange Anstiege (Pässe) nachzufahren. Zwift hat derzeit nur den Radio-Tower-Climb mit schlappen 550 Höhenmetern zu bieten. Und es ist durchaus reizvoll, prominente Strecken zu erkunden, die man noch nicht kennt, bzw. auf die man sich für ein Event „in real life“ vorbereiten möchte. Train on Rouvy, race on Zwift. 😉

Rouvy kostet derzeit mindestens 8 EUR monatlich und ist verfügbar für Windows-PC, IOS und Android. Es kann zwei Wochen lang gratis ausprobiert werden. Für das Gebotene, insbesondere die zahlreichen Strecken-Videos, ein m. E. angemessener Preis.