Innenverlegten Schaltzug wechseln – leicht gemacht

Seitdem ich Rennräder mit Brems-/Schalthebeln fahre (nach 15 Jahren Rahmenschalthebeln), muss ich so alle ca. 20.000km den Schaltzug wechseln, weil sich der Zug am Nippel in seine einzelnen Drähte aufspleist. Das kündigt sich durch unpräzises Schaltverhalten und ständiges Nachspannen des Zugs an. Krempelt man die Gummiummantelung des Brems-/Schaltgriffs hoch, kann man leicht erkennen, dass sich der Zug auflöst, wenn einzelne Drähte abstehen. Dann ist es höchste Zeit, den Zug zu wechseln, wenn man nicht wie Rigoberto Uran auf der 9. Etappe der Tour de France 2017 nur noch auf dem 11er Ritzel heim pressen will…
Nun fährt man (bei mehreren Rädern im Haus) auch nicht so schnell 20.000km auf einem Rad und innenverlegte Züge sind auch noch nicht so lange Standard bei Rennrädern. Jedenfalls hatte ich heuer zum ersten Mal das Vergnügen, erst an einem Specialized Venge (Modelljahr 2016) und heute an einem Canyon Ultimate CF SLX (Modelljahr 2013) einen innen verlegten Schaltzug wechseln zu dürfen. War der Wechsel bei außen verlegten Zügen bislang eine Sache von 5 Minuten kann die Aktion bei innenverlegten Zügen durchaus in einer Katastrophe enden.
Manche Rahmen sollen ja im Inneren eine Zugführung aufweisen, so dass man den neuen Zug einfach nur durchschieben muss. Das Specialized und das Canyon haben das nicht. Stattdessen verläuft der Originalzug in einer dünnen, weichen Plastikhülle im Rahmen. Diese Hülle ist zum einen äußerst wichtig dafür, den neuen Zug überhaupt durch den Rahmen zu bekommen, und zum anderen extrem hilfreich für den Wechsel.
schaltzugA-350Wie geht man nun am besten vor? Eigentlich ist es ganz einfach: Auf keinen Fall sollte man den alten Zug vollständig aus dem Rahmen ziehen, denn den neuen kriegt man nie und nimmer durch die wabbelige Plastikhülle verlegt. Stattdessen zwickt man den alten Zug zwischen Brems-/Schalthebel und der Stelle, wo der Zug in das Unterrohr verschwindet (Abbildung A), ab. Dann schiebt man den alten Zug von hinten (vom Schaltwerk) durch den Rahmen, bis die innenverlegte Plastikhülle an der Stelle, wo der Zug oben am Unterrohr austritt (Abbildung A), heraussteht (ohne den Zug ganz in die Kettenstrebe zu schieben!). Nun entfernt man den alten (Rest)Zug aus dem Brems-/Schalthebel, fädelt den neuen Zug durch den Brems-/Schalthebel und die vordere Außenhülle und schiebt ihn Ende an Ende mit dem alten Zug durch die Plastikhülle (diese festhalten, damit sie nicht in das Innere des Rahmens rutscht), bis er am Ende der Kettenstrebe austritt. Das heißt, man schiebt den alten Zug mit Hilfe des neuen Zugs aus der innenverlegten Plastikhülle und hat dadurch gleichzeitig den neuen Zug in der Plastikhülle verlegt. So dauert der Schaltzugwechsel kaum länger als bisher bei außen verlegten Schaltzügen. 🙂

Zwift – New London extension – First look

Zwift hat mit einem Update gestern u.a. eine neue Erweiterung der London-Strecken eingebaut: 7,6km lang und bis auf ein paar 3%er durchgehend flach. Enthalten ist die Erweiterung in drei neuen Kursen: Great London 8 (23,8km, 277hm), Greater London Loop (21,2km, 257hm) und The London Pretzel (55,7km, 574hm). Den ersten Kurs bin ich heute mal abgefahren. Die neuen Strassen und Gebäude sind ganz nett, aber nichts wirklich Neues, mit Ausnahme einer blauen Radspur auf einem Teilstück. Was wirklich neu ist sind Zuschauer und Passanten links und rechts. Einige laufen auf dem Bürgersteig hin und her, die meisten stehen still und schauen auf die Strasse. Das wirkt ein bisschen steif, die könnten etwas mehr Begeisterung zeigen. Man hört wohl auch Anfeuerungsrufe von den Zuschauern, ich hatte allerdings den Game-Sound zu leise eingestellt. Ziemlich merkwürdig ist die Regenschirmhaltung der Passanten bei Niederschlag: Die bewegen den Schirm vor sich auf und ab, anstatt ihn über den Kopf zu halten… 😉 Naja, wollen wir mal nicht zu streng sein. Ich bin mir sicher, dass da noch nachgebessert wird.

Trainingslager 2017

Nach vielen Jahren Toskana veranstaltete der RSC AUTO BROSCH Kempten sein Jugend- (und Tria-)Trainingslager in der Karwoche 2017 am Gardasee.
Bestens untergebracht im Hotel Boffenigo in Costermano oberhalb von Garda erlebten wir schöne sieben Tage mit warmem, sonnigem und trockenem Wetter und abwechslungreichen Touren. Sturzfrei und ohne größere Pannen (das Schlimmste war ein Wechsel des innenliegenden Schaltzugs an meinem Venge) waren wird meistens östlich des Monte Baldo Bergrückens unterwegs.
Die Uferstrasse zwischen Peschiera und Torbole ist vor allem im südlichen Teil stark frequentiert und nur in Einerreihe zu befahren. Auf der Strada Provinciale 11 im Etschtal herrscht dagegen fast kein Verkehr und in der Gegend um Sant Ambrogio di Valpolicella, Beonio, Erbezzo, Cerro Veronese und Negrar fühlt man sich ziemlich einsam. Der Strassenzustand ist durchweg besser als in der Toskana und Steigungen mit bis zu 1.500 Höhenmetern am Stück lassen keine Wünsche offen. Klare Empfehlung für das Trainingslager 2018. 🙂

Zwift Vulcano KOM First Look

Zwift  hat mit dem heutigen Update eine 8,2km lange Erweiterung der Vulcano-Strecke geöffnet. Sie schlängelt sich zunächst über 3,9km und 130hm mit durchschnittlich 5% Steigung, einem flachen Mittelstück im Berg und schönen Ausblicken auf die Insel um den Vulkan herum bis auf dessen Spitze, umrundet sie und verläuft auf dem selben Weg zurück. Der Einstieg liegt in der Linkskehre des ersten kleinen Anstiegs auf der Vulcano Flat Runde (im Uhrzeigersinn). Fährt man in der Kehre geradeaus, ist man auf der Erweiterung. Am Ende des Anstieg nach der steilsten Stelle mit knapp 10% Steigung erreicht man ein Ziel-Banner, an dem die Segmentwertung „Vulcano KOM“ abgenommen wird.