Zwift Indoor Cycling

Über die Indoor Cycling Plattform Zwift habe ich ja bereits hier berichtet. Seit Anfang November 2015 hat Zwift nun die Beta-Version verlassen und kostet jetzt 10 US-Dollar im Monat. Eine Trial-Version über 50km ist kostenlos. STRAVA-Premium-Mitglieder erhalten 2 Monate umsonst. Der Preis lohnt. Abgesehen davon, dass es jetzt sogenannte Workouts, d. h. detaillierte Trainingsprogramme, wie z.B. mehrwöchige Aufbauprogramme, FTP-Tests etc. gibt, boomt die Plattform ungemein. Jeden Tag gibt es Gruppenausfahrten und Rennen (Kalender). Am vergangenen Samstag waren bei einem 5-stündigen Event mit den Pros vom Team MTN Qhubeka permanent rund 600 Fahrer auf der Strecke.

Die Zwift-Programmierer sind sehr rührig und arbeiten ständig an Verbesserungen und Erweiterungen. Es gibt immer mehr individuelle Team-Kits, Streckenerweiterungen sind in Vorbereitung und sie haben Zeit und Muse für liebenswerte Details. So wurde zum amerikanischen Thanksgiving Day der Zwift-Zeppelin auf dem Watopia Rundkurs durch einen riesigen Truthahn ersetzt.

US-MTB-Pro Nathan Guerra broadcastet regelmäßig live und unterhaltsam Rennen und Events wie z.B das Dienstags-Abend-Rennen am 26.11.15. Die Zwift Riders Gruppe bei Facebook ist auf über 7.000 Mitglieder angewachsen und es gibt auch bereits einen deutschen Ableger. Der erste (englischsprachige) Zwift-Podcast ging auch bereits auf Sendung. Probiert es mal aus. Rolle fahren war noch nie so spannend, effektiv, unterhaltsam und sozial.

Zwift beta

Es herbstelt, draußen ist es kalt, naß und es wird früh dunkel, kurzum die Rollentrainer-Saison beginnt. Auf der Rolle zu fahren ist nicht Jedermanns Sache, das Landschaftserlebnis fehlt, die Zeit vergeht nicht und man schwitzt wie S**. Abhilfe versprechen seit einigen Jahren interaktive Rollentrainer mit PC-Anbindung. Bisher war und bin ich diesbzgl. mit der Tacx-Software TTS 3 und 4, bzw. in der Indoor Bike League aktiv. Aber die interaktiven Rollentrainer boomen und mit ihnen entsprechende herstellerübergreifende Online-Angebote wie z. B. Zwift aus Longbeach/California.

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Das A und O wie im echten Leben: Windschattenfahren

Derzeit noch in der (kostenlosen) Beta-Version bietet diese Software für PC und Mac aktuell zwei abwechselnd fahrbare Rundkurse (darunter den WM-Kurs 2015 in Richmond) an, auf denen man mit einem animierten Rennradfahrer-Avatar rund um die Uhr mit Gleichgesinnten weltweit um die Wette kurbeln kann.

Neben einem PC oder Mac und einem USB ANT+ Dongle braucht man alternativ
a) einen kompatiblen Rollentrainer mit Leistungsdatenübertragung per ANT+ (z. B. Wahoo KICKR, Tacx Smart Neo)
b) einen beliebigen Rollentrainer und ein ANT+ Powermeter am Rad (z. B. Stages, Garmin Vector, SRM etc.)
c) einen beliebigen Rollentrainer und einen ANT+ Geschwindigkeitssensor am Rad (z. B. den GSC10 von Garmin)
d) optional einen ANT+ Brustgurt für die Pulsmessung

Bei der Variante a) regelt Zwift den Widerstand der Rolle je nach Steigung/Gefälle, in den Varianten b) und c) bleibt der Widerstand gleich und Zwift berechnet die Geschwindigkeit anhand Leistung, Geschwindigkeit, Fahrergewicht etc. virtuell. 

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Eine der zahlreichen Ansichtseinstellungen

Es gibt Segmente (Sprints, Bergwertungen) und Rundenwertungen mit entsprechenden Klassements. Seinen virtuellen Avatar kann man mit fortschreitender Kilometerleistung „pimpen“. Zahlreiche Trikots, Bikes und Laufräder können „erfahren“ werden.

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Belohnung für 3 Stunden Schinderei: ein Spezial-Trikot

Während der Fahrt kann man über den Computer oder mittels kostenloser „Zwift Mobile Link“ App (IOS und Android) mit seinen Kollegen chatten, sie anklingeln und beglückwünschen, seinen Avatar grüßen oder mit dem Ellenbogen zum Führungswechsel auffordern lassen. Nice.

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Group-Ride – Mit der Meute unterwegs

Nahezu täglich gibt es „Group Rides“, auf denen man vom Windschatten einer größeren Gruppe profitieren bzw. ein virtuelles Rennen in einem großen Feld fahren kann. Daneben finden zahlreiche spezielle Veranstaltungen statt. Am 01.11.2015 steigt z. B. das „Zwift Team World Event„, ein Rennen, bei dem man für sein „Nationalteam“ startet. Die gefahrenen Einheiten lassen sich automatisch zu STRAVA hochladen oder als fit-Dateien zur Verwendung in anderen Portalen herunterladen.

So siehts dann bei einem Zwift Rennen aus:

Insgesamt eine äußerst spassige Sache, die für jede Menge Abwechslung und Motivation auf der Rolle sorgt. Der besondere Reiz von Zwift liegt darin, dass zum einen immer zahlreiche andere Fahrer(innen) auf dem Kurs unterwegs sind (bei meinen bisherigen Rides waren es jeweils zwischen 50 und 200) und dass man Dank der gelungenen Umsetzung des Windschattenfahrens (fast) ein echtes Gruppentrainingsfeeling erlebt. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall und man darf gespannt sein, was sich die umtriebigen Zwift-Programmierer noch alles für die finale Version einfallen lassen.
Und wer meint, das Ganze sei ein Computer-Spiel ohne Trainingseffekt, wird sehr schnell eines Besseren belehrt, denn hier sind neben Freizeitfahrern auch zahlreiche Top-Athleten unterwegs, denen man kaum im Windschatten folgen kann.

Nützliche Links:
– Offizieller Zwift Youtube-Channel
– Zwift Riders – Gruppe bei facebook
– Inoffizielles Zwift Manual
– Group Rides Kalender

Leistungsdiagnostik 2015

ld-2015-200Ziemlich genau ein Jahr nach meiner letzten Leistungsdiagnostik stand heute wieder eine an. Wieder bei Markus Weber und Manfred Günther vom Diagnostikzentrum Kempten, deren Kompetenz mich schon beim letzten Mal überzeugt hat. Nachdem ich beim Radtraining seitdem nur wenig verändert habe, aber dafür zusätzlich zweimal wöchentlich Kraftausdauereinheiten hauptsächlich für Arme und Rumpf im f+p medical.fitness club absolviere, war ich gespannt, ob sich das irgendwie ausgewirkt hat, oder ob der körperliche Leistungsabbau in meinem hohen Alter weiter vorangeschritten ist. Gefahren wurde wieder ein Stufentest auf einem Ergometer beginnend mit 100W und Steigerung alle 3 Minuten um 20W. Die ersten 20 Minuten verliefen noch recht unspektakulär: lockeres Gekurble mit 100er Trittfrequenz, Puls im GA1-Bereich, kaum merkbare Widerstandserhöhungen und regelmäßige Laktat-, Atem- und Blutdrucktests. Dann wurde es aber doch ordentlich schweißtreibend und anstrengend und nach den letzten 3 min mit 340W und Puls 177 war Schicht im Schacht.

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Das Ergebnis war dann doch etwas überraschend: Die Schwellenleistung ist nicht gesunken, sondern – vmtl. Dank dem Stabitraining – gegenüber dem Vorjahr um 10W auf 303W (4,04W/kg) angestiegen und die übrigen Werte liegen auf fast gleichem Niveau. D. h., die Ausdauerleistung ist noch ein bisschen „exzellenter“ geworden, aber anaerob fehlt es nach wie vor. Also Intervalle, Intervalle, Intervalle…

Garmin Virb Elite Test

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Garmin Virb Elite

Ein halbes Jahr lang konnte ich jetzt die Garmin Virb Elite Action Kamera testen. Sie musste gegen meine GoPro Hero 3+ Silver antreten. Die technischen Daten sind ähnlich und für mich nicht so von Bedeutung, da mein Verwendungszweck ausschließlich das Filmen auf dem Rad und anschließende Erstellen von Internetvideos ist. Deshalb gibt es hier keinen Labortest sondern meine Erfahrungen beim praktischen Umgang mit den Kameras zu lesen. Und um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Die GoPro ist für mich nicht zu Unrecht der Marktführer. Was die Bildqualität angeht, kann ich keine gravierenden Unterschiede feststellen. Beide Kameras liefern bei Sonnenschein perfekte Aufnahmen. Bei schlechten bzw. schnell wechselnden Lichtverhältnissen weniger. Die Akkulaufzeiten sind vergleichbar. Mehr als 2,5h Daueraufnahme sind nicht drin. Bei beiden lässt sich der Akku aber einfach wechseln und die Laufzeit mit Zusatz-Akkus beliebig erweitern.

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Garmin Virb Helmhalterung

Die Bedienung und Einstellung ist bei beiden Kameras am Anfang nicht ganz intuitiv und bedarf einiger Eingewöhnungszeit. Befestigt wird die Garmin Virb auf einer Schiene mit einem Schnappverschluss, der sich mit einer Hand bedienen lässt. So ist ein Aufsetzen und Abnehmen der Virb auch während der Fahrt möglich, was sich bei der GoPro schwieriger gestaltet, da dort eine Befestigungsschraube aufgedreht werden muss. Die Schiene der Virb kann wiederum mit einem kleinen GoPro-kompatiblen Adapter verschraubt werden, so dass die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten der GoPro grundsätzlich auch für die Virb verwendet werden können. Wer nicht die horrenden Preise für die Original-Halterungen der GoPro zahlen will, findet übrigens bei ebay zahlreiche, deutlich preisgünstigere und kompatible Alternativen. Das Ein- und Ausschalten während der Fahrt gestaltet sich bei der Garmin Virb dank eines großen seitlichen Schiebereglers einfacherer und sicherer als mit dem Einschaltknopf der GoPro. So fühlt man auch während der Fahrt, ob die Virb läuft, während man bei der GoPro auf Piepstöne beim Knopfdrücken achten muss. Allerdings dauert es ca. 30sec bis die Virb die GPS-Signale und die Daten der ggf. verbundenen ANT+ Sensoren gefunden hat und aufzeichnet.

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Über 100g schwerer als die GoPro 3+

Größtes Manko der Garmin Virb sind Bauform und Gewicht. Mit 179g ist sie erheblich schwerer als die GoPro Hero 3+ (71g im Case), was sich insbesondere bei der Helmmontage und Fahrzeiten ab 2 Stunden negativ bemerkbar macht. Das Mehrgewicht spürt man und die Nackenmuskulatur schmerzt deutlich früher als bei der GoPro.
Letztere verwende ich am Helm ohnehin nur mit der Stirnbandhalterung. Die sitzt fest und man bleibt nicht mit der Kamera an einem Ast oder ähnlichem hängen. Diese Montageform an der Vorderkante des Helms ist bei der Garmin Virb aufgrund ihrer länglichen Bauform  nicht möglich. Die vorgesehene Befestigung der Garmin Virb oben auf dem Helm hat den Nachteil, dass die Kamera vor und hinter dem mittigen Befestigungspunkt der Schiene jeweils ein Stück weit übersteht und sich dadurch bei Fahrten auf unebenem Untergrund aufschwingt und unscharfe Aufnahmen liefert. Bei Fahrten auf (glattem) Asphalt tritt das Problem allerdings nicht auf.
Die beliebte GoPro-Brustgurtmontage scheidet bei der Garmin Virb leider komplett aus. Man kann sie zwar mit ein paar Verbindungsstücken auch an den GoPro Brustgurt schrauben, sie steht dann aber so weit vom Oberkörper ab, dass sie permanent wackelt und überhaupt keine brauchbaren Aufnahmen möglich sind. Als Alternative gibt es eine Schulterhalterung für die Garmin Virb, die mir allerdings nicht zur Verfügung stand.

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Eine der Radcomputer-Anzeigen

Punkten kann die Garmin Virb mit dem eingebauten Farb-Display, auf dem man ganz gut erkennen kann, was sie tatsächlich aufnimmt. Das ist sehr praktisch, wenn man eine neue Befestigungsposition am Rad ausprobiert. Ohne optionalen Monitor muss man bei der GoPro 3+ deren kostenlose Handy-Apps für IOS und Android zu Hilfe nehmen und eine entsprechende WiFi-Verbindung einrichten.
Auf dem Lenker oder Vorbau montiert lässt sich die Virb sogar als Radcomputer nutzen, weil man sich statt dem Livebild der Kamera auch Daten wie Geschwindigkeit, Höhe und Strecke oder – sofern entsprechende ANT+ Sensoren gekoppelt sind – Herzfrequenz, Leistung etc. anzeigen lassen kann. Und natürlich lassen sich gespeicherte Videosequenzen ansehen und löschen, was unterwegs recht praktisch ist, da man gleich sehen kann, ob die Aufnahme was geworden ist.
Ein- und ausschalten lässt sich die Garmin Virb übrigens auch über einen Menüpunkt eines gekoppelten Garmin Edge Radcomputers.

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Garmin Virb Edit Video-Bearbeitungs-Software

Alleinstellungsmerkmal und für mich der zur Zeit einzige echte Kaufgrund für die Garmin Virb Elite ist die Möglichkeit, ANT+ Sensoren (Puls, Trittfrequenz, Powermeter etc.) mit ihr zu verbinden und deren Daten anzeigen zu lassen und aufzuzeichen.
Mit der kostenlosen Software Garmin Virb Edit (PC und Mac) kann man diese Daten dann zusätzlich mit GPS-ermittelten Positions- und Bewegungsdaten als Overlays in die Videos einblenden. Eine insbesondere für Aufnahmen bei Wettkämpfen interessante Option (siehe z. B. hier). Leider ist die Garmin Virb Edit Software trotz einiger Updates im Testzeitraum nach wie vor kaum zu gebrauchen. Sie bietet nur rudimentäre Funktionen der Videobearbeitung und stürzt häufig ab. Soweit ich die Overlays nutzen wollte, habe ich die Rohdaten der Garmin Virb in der Garmin Virb Edit Software mit den Overlays versehen, als MP4-Datei exportiert und die eigentliche Videobearbeitung in einer anderen Videobearbeitungssoftware (Magix Video Deluxe) vorgenommen, was umständlich und zeitaufwändig ist. Man kann die Overlays allerdings auch ohne Garmin Virb Kamera verwenden: MP4-Dateien einer anderen Kamera, z. B. einer GoPro lassen sich auch in die Garmin Virb Edit Software einlesen und mit dazugehörigen Datenaufzeichnungen z. B. eines Garmin Edge Radcomputers kombinieren.

Fazit: Für Videoaufnahmen beim Radfahren, insbesondere beim Mountainbiken ist die GoPro für mich die bessere Wahl. Sie ist leichter und bietet mehr Befestigungsmöglichkeiten. Wer keinen Garmin Edge hat und sich Daten wie Geschwindigkeit, Puls, Leistung etc. während der Fahrt und im Video anzeigen lassen möchte, der bekommt mit der Garmin Virb Elite eine leistungsstarke Kamera, die das alles zusätzlich im selben Gerät für weniger Geld ermöglicht.