Leistungsdiagnostik 2015

ld-2015-200Ziemlich genau ein Jahr nach meiner letzten Leistungsdiagnostik stand heute wieder eine an. Wieder bei Markus Weber und Manfred Günther vom Diagnostikzentrum Kempten, deren Kompetenz mich schon beim letzten Mal überzeugt hat. Nachdem ich beim Radtraining seitdem nur wenig verändert habe, aber dafür zusätzlich zweimal wöchentlich Kraftausdauereinheiten hauptsächlich für Arme und Rumpf im f+p medical.fitness club absolviere, war ich gespannt, ob sich das irgendwie ausgewirkt hat, oder ob der körperliche Leistungsabbau in meinem hohen Alter weiter vorangeschritten ist. Gefahren wurde wieder ein Stufentest auf einem Ergometer beginnend mit 100W und Steigerung alle 3 Minuten um 20W. Die ersten 20 Minuten verliefen noch recht unspektakulär: lockeres Gekurble mit 100er Trittfrequenz, Puls im GA1-Bereich, kaum merkbare Widerstandserhöhungen und regelmäßige Laktat-, Atem- und Blutdrucktests. Dann wurde es aber doch ordentlich schweißtreibend und anstrengend und nach den letzten 3 min mit 340W und Puls 177 war Schicht im Schacht.

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Das Ergebnis war dann doch etwas überraschend: Die Schwellenleistung ist nicht gesunken, sondern – vmtl. Dank dem Stabitraining – gegenüber dem Vorjahr um 10W auf 303W (4,04W/kg) angestiegen und die übrigen Werte liegen auf fast gleichem Niveau. D. h., die Ausdauerleistung ist noch ein bisschen „exzellenter“ geworden, aber anaerob fehlt es nach wie vor. Also Intervalle, Intervalle, Intervalle…

Garmin Virb Elite Test

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Garmin Virb Elite

Ein halbes Jahr lang konnte ich jetzt die Garmin Virb Elite Action Kamera testen. Sie musste gegen meine GoPro Hero 3+ Silver antreten. Die technischen Daten sind ähnlich und für mich nicht so von Bedeutung, da mein Verwendungszweck ausschließlich das Filmen auf dem Rad und anschließende Erstellen von Internetvideos ist. Deshalb gibt es hier keinen Labortest sondern meine Erfahrungen beim praktischen Umgang mit den Kameras zu lesen. Und um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Die GoPro ist für mich nicht zu Unrecht der Marktführer. Was die Bildqualität angeht, kann ich keine gravierenden Unterschiede feststellen. Beide Kameras liefern bei Sonnenschein perfekte Aufnahmen. Bei schlechten bzw. schnell wechselnden Lichtverhältnissen weniger. Die Akkulaufzeiten sind vergleichbar. Mehr als 2,5h Daueraufnahme sind nicht drin. Bei beiden lässt sich der Akku aber einfach wechseln und die Laufzeit mit Zusatz-Akkus beliebig erweitern.

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Garmin Virb Helmhalterung

Die Bedienung und Einstellung ist bei beiden Kameras am Anfang nicht ganz intuitiv und bedarf einiger Eingewöhnungszeit. Befestigt wird die Garmin Virb auf einer Schiene mit einem Schnappverschluss, der sich mit einer Hand bedienen lässt. So ist ein Aufsetzen und Abnehmen der Virb auch während der Fahrt möglich, was sich bei der GoPro schwieriger gestaltet, da dort eine Befestigungsschraube aufgedreht werden muss. Die Schiene der Virb kann wiederum mit einem kleinen GoPro-kompatiblen Adapter verschraubt werden, so dass die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten der GoPro grundsätzlich auch für die Virb verwendet werden können. Wer nicht die horrenden Preise für die Original-Halterungen der GoPro zahlen will, findet übrigens bei ebay zahlreiche, deutlich preisgünstigere und kompatible Alternativen. Das Ein- und Ausschalten während der Fahrt gestaltet sich bei der Garmin Virb dank eines großen seitlichen Schiebereglers einfacherer und sicherer als mit dem Einschaltknopf der GoPro. So fühlt man auch während der Fahrt, ob die Virb läuft, während man bei der GoPro auf Piepstöne beim Knopfdrücken achten muss. Allerdings dauert es ca. 30sec bis die Virb die GPS-Signale und die Daten der ggf. verbundenen ANT+ Sensoren gefunden hat und aufzeichnet.

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Über 100g schwerer als die GoPro 3+

Größtes Manko der Garmin Virb sind Bauform und Gewicht. Mit 179g ist sie erheblich schwerer als die GoPro Hero 3+ (71g im Case), was sich insbesondere bei der Helmmontage und Fahrzeiten ab 2 Stunden negativ bemerkbar macht. Das Mehrgewicht spürt man und die Nackenmuskulatur schmerzt deutlich früher als bei der GoPro.
Letztere verwende ich am Helm ohnehin nur mit der Stirnbandhalterung. Die sitzt fest und man bleibt nicht mit der Kamera an einem Ast oder ähnlichem hängen. Diese Montageform an der Vorderkante des Helms ist bei der Garmin Virb aufgrund ihrer länglichen Bauform  nicht möglich. Die vorgesehene Befestigung der Garmin Virb oben auf dem Helm hat den Nachteil, dass die Kamera vor und hinter dem mittigen Befestigungspunkt der Schiene jeweils ein Stück weit übersteht und sich dadurch bei Fahrten auf unebenem Untergrund aufschwingt und unscharfe Aufnahmen liefert. Bei Fahrten auf (glattem) Asphalt tritt das Problem allerdings nicht auf.
Die beliebte GoPro-Brustgurtmontage scheidet bei der Garmin Virb leider komplett aus. Man kann sie zwar mit ein paar Verbindungsstücken auch an den GoPro Brustgurt schrauben, sie steht dann aber so weit vom Oberkörper ab, dass sie permanent wackelt und überhaupt keine brauchbaren Aufnahmen möglich sind. Als Alternative gibt es eine Schulterhalterung für die Garmin Virb, die mir allerdings nicht zur Verfügung stand.

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Eine der Radcomputer-Anzeigen

Punkten kann die Garmin Virb mit dem eingebauten Farb-Display, auf dem man ganz gut erkennen kann, was sie tatsächlich aufnimmt. Das ist sehr praktisch, wenn man eine neue Befestigungsposition am Rad ausprobiert. Ohne optionalen Monitor muss man bei der GoPro 3+ deren kostenlose Handy-Apps für IOS und Android zu Hilfe nehmen und eine entsprechende WiFi-Verbindung einrichten.
Auf dem Lenker oder Vorbau montiert lässt sich die Virb sogar als Radcomputer nutzen, weil man sich statt dem Livebild der Kamera auch Daten wie Geschwindigkeit, Höhe und Strecke oder – sofern entsprechende ANT+ Sensoren gekoppelt sind – Herzfrequenz, Leistung etc. anzeigen lassen kann. Und natürlich lassen sich gespeicherte Videosequenzen ansehen und löschen, was unterwegs recht praktisch ist, da man gleich sehen kann, ob die Aufnahme was geworden ist.
Ein- und ausschalten lässt sich die Garmin Virb übrigens auch über einen Menüpunkt eines gekoppelten Garmin Edge Radcomputers.

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Garmin Virb Edit Video-Bearbeitungs-Software

Alleinstellungsmerkmal und für mich der zur Zeit einzige echte Kaufgrund für die Garmin Virb Elite ist die Möglichkeit, ANT+ Sensoren (Puls, Trittfrequenz, Powermeter etc.) mit ihr zu verbinden und deren Daten anzeigen zu lassen und aufzuzeichen.
Mit der kostenlosen Software Garmin Virb Edit (PC und Mac) kann man diese Daten dann zusätzlich mit GPS-ermittelten Positions- und Bewegungsdaten als Overlays in die Videos einblenden. Eine insbesondere für Aufnahmen bei Wettkämpfen interessante Option (siehe z. B. hier). Leider ist die Garmin Virb Edit Software trotz einiger Updates im Testzeitraum nach wie vor kaum zu gebrauchen. Sie bietet nur rudimentäre Funktionen der Videobearbeitung und stürzt häufig ab. Soweit ich die Overlays nutzen wollte, habe ich die Rohdaten der Garmin Virb in der Garmin Virb Edit Software mit den Overlays versehen, als MP4-Datei exportiert und die eigentliche Videobearbeitung in einer anderen Videobearbeitungssoftware (Magix Video Deluxe) vorgenommen, was umständlich und zeitaufwändig ist. Man kann die Overlays allerdings auch ohne Garmin Virb Kamera verwenden: MP4-Dateien einer anderen Kamera, z. B. einer GoPro lassen sich auch in die Garmin Virb Edit Software einlesen und mit dazugehörigen Datenaufzeichnungen z. B. eines Garmin Edge Radcomputers kombinieren.

Fazit: Für Videoaufnahmen beim Radfahren, insbesondere beim Mountainbiken ist die GoPro für mich die bessere Wahl. Sie ist leichter und bietet mehr Befestigungsmöglichkeiten. Wer keinen Garmin Edge hat und sich Daten wie Geschwindigkeit, Puls, Leistung etc. während der Fahrt und im Video anzeigen lassen möchte, der bekommt mit der Garmin Virb Elite eine leistungsstarke Kamera, die das alles zusätzlich im selben Gerät für weniger Geld ermöglicht.

Abruzzen da capo

baschtl+ciaspone800Im Sommerurlaub 2013 hatte ich über STRAVA den Italiener „Ciaspone“ kennengelernt, eine sehr sympathische lokale Bikegröße meiner Altersklasse aus Torrevecchia im Hinterland von Pescara. Wir blieben in Kontakt und vergangenes Wochenende lud er mich zu einer „STRAVA-Party“ zu sich nach Italien ein. Untergebracht wurde ich in einer großzügigen Strandwohnung in Francavilla direkt am Meer und von Donnerstag bis Sonntag hatte er ein prall gefülltes MTB-, Rennrad- und Rahmenprogramm vorbereitet. 🙂
Über den faszinierenden Nightride durch Chieti habe ich ja bereits in bewegten Bildern berichtet. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass wir auf der Runde auch einen lokalen Winzer mit leckerer Weinverkostung und eine Bar mit typisch italienischer Tomaten-Schinken-Brot Zwischenmahlzeit und Bier (?) besuchten.

siseAm Freitag zeigt mir „Ciaspo“ auf dem Rennrad dann das bergige Hinterland der Majella, einem Bergmassiv inmitten eines Nationalparks mit Bergen bis zu knapp 2.800m Höhe. Ganz so weit hinauf kamen wir nicht, dafür durfte ich in dem antiken Städtchen Guardiagrele die lokale Spezialität „Sise delle Monache“ kennenlernen, eine überaus leckere Süßspeise mit interessanter Namensgebung aus einem streng geheimgehaltenen Rezept mit Bisquitteig und Puddingfüllung.
131km und 1.770hm standen nach der Tour auf dem Garmin. Eigentlich genug, aber mein Gastgeber hatte für den Abend noch ein Treffen mit drei Freeridern aus Chieti ausgemacht, die zu einem „bayerischen Oktoberfest“ nach Pescara kurbeln wollten. Die drei erwiesen sich als liebenswerte Spaßvögel, die vorzugsweise im Drift bzw. auf dem Hinterrad unterwegs waren. Zwischendurch gab es Tempoeinlagen mit über 40 Sachen durch den Abendverkehr.  Über den richtigen Weg zum Bierfest wurde häufig diskutiert, aber letztendlich fanden wir die Lokalität doch. Nach einem italienischen Weizenbier in einem 0,3l (!) Glas machte ich dann die 200km für diesen Tag voll.

Samstag morgen wurde ich in Francavilla von einer Rennradgruppe älteren Semesters abgeholt, angeführt vom „Capitano“, einem 67-jährigen Arzt mit zahlreichen Amateursiegen, der ein zügiges Tempo anschlug und den niemand überholen durfte. Trotz kräftigen Gegenwinds auf der Rückfahrt auf der Küstenstrasse fuhr er alles von vorne. Die Gruppe war hochkarätig besetzt: neben einem Rechtsanwalt mit feinstem Carbonmaterial, der seit 20 Jahren Triathlonwettkämpfe bestreitet, fuhr auch ein Carabinieri mit, der überraschenderweise keinerlei Anstoß daran nahm, dass wir sämtliche rote Ampeln (kontrolliert) ignorierten. Eine recht ungewöhnliche Erfahrung für mich. 😉

stravatorteSamstag abend fand dann die besagte „STRAVA-Party“ bei Ciaspone zu Hause statt. Er hatte zwei Dutzend befreundete STRAVA-Nutzer aller Alters- und Leistungsklassen eingeladen und tischte ein typisch italienisches mehrgängiges Menü auf. Alles war so lecker, dass ich nach den Vorspeisen eigentlich schon satt war. Als Hauptgericht gab es Arrosticini, eine Spezialität aus den Abruzzen: Schaffleisch wird in kleine Würfel geschnitten, mit Olivenöl bestrichen und auf Holzspießen gegrillt. Davon isst man dann nicht zwei oder drei, sondern zwanzig oder dreißig… Dass ich mich zwischendurch beim Tischfußball ordentlich blamiert habe, wurde zur Nebensache, als Massimo, ein rennradfahrender Eismeister, das Highlight der Dessertvariationen präsentierte: Eine STRAVA Eistorte. Schmeckte noch besser, als sie aussah! Die übrigen Kuchen etc. musste ich mir fürs Frühstück einpacken lassen.

Sonntag vormittag dann die Abschlußfahrt: eine Bikerunde mit einigen supernetten Jungs von A.S.D. BIKEPRO CHIETI SCALO, einem MTB-Team um BIKEPRO Shop-Inhaber Ivan Capone. Der Chef war auch mit am Start und zu zehnt ging es diesmal auf Stollenreifen in den Majella National-Park. Steinige Karrenwege und flowige Singletrails, genau das Richtige für mein Camber. Das Grunzen eines Wildschweines wurde auch vernommen, aber das Borstenvieh blieb zum Glück in Deckung. Auf dem Heimweg lud mich dann Davide spontan zu sich zum Essen ein und bewirtete mich reichlich mit zahlreichen lokalen Spezialitäten. Überhaupt war die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die mir in den Abruzzen ausnahmslos begegnete, bemerkenswert. Mille Grazie!