Garmin Virb Elite Test

virb-front300x276
Garmin Virb Elite

Ein halbes Jahr lang konnte ich jetzt die Garmin Virb Elite Action Kamera testen. Sie musste gegen meine GoPro Hero 3+ Silver antreten. Die technischen Daten sind ähnlich und für mich nicht so von Bedeutung, da mein Verwendungszweck ausschließlich das Filmen auf dem Rad und anschließende Erstellen von Internetvideos ist. Deshalb gibt es hier keinen Labortest sondern meine Erfahrungen beim praktischen Umgang mit den Kameras zu lesen. Und um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Die GoPro ist für mich nicht zu Unrecht der Marktführer. Was die Bildqualität angeht, kann ich keine gravierenden Unterschiede feststellen. Beide Kameras liefern bei Sonnenschein perfekte Aufnahmen. Bei schlechten bzw. schnell wechselnden Lichtverhältnissen weniger. Die Akkulaufzeiten sind vergleichbar. Mehr als 2,5h Daueraufnahme sind nicht drin. Bei beiden lässt sich der Akku aber einfach wechseln und die Laufzeit mit Zusatz-Akkus beliebig erweitern.

virb-helm300x368
Garmin Virb Helmhalterung

Die Bedienung und Einstellung ist bei beiden Kameras am Anfang nicht ganz intuitiv und bedarf einiger Eingewöhnungszeit. Befestigt wird die Garmin Virb auf einer Schiene mit einem Schnappverschluss, der sich mit einer Hand bedienen lässt. So ist ein Aufsetzen und Abnehmen der Virb auch während der Fahrt möglich, was sich bei der GoPro schwieriger gestaltet, da dort eine Befestigungsschraube aufgedreht werden muss. Die Schiene der Virb kann wiederum mit einem kleinen GoPro-kompatiblen Adapter verschraubt werden, so dass die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten der GoPro grundsätzlich auch für die Virb verwendet werden können. Wer nicht die horrenden Preise für die Original-Halterungen der GoPro zahlen will, findet übrigens bei ebay zahlreiche, deutlich preisgünstigere und kompatible Alternativen. Das Ein- und Ausschalten während der Fahrt gestaltet sich bei der Garmin Virb dank eines großen seitlichen Schiebereglers einfacherer und sicherer als mit dem Einschaltknopf der GoPro. So fühlt man auch während der Fahrt, ob die Virb läuft, während man bei der GoPro auf Piepstöne beim Knopfdrücken achten muss. Allerdings dauert es ca. 30sec bis die Virb die GPS-Signale und die Daten der ggf. verbundenen ANT+ Sensoren gefunden hat und aufzeichnet.

virb300x466
Über 100g schwerer als die GoPro 3+

Größtes Manko der Garmin Virb sind Bauform und Gewicht. Mit 179g ist sie erheblich schwerer als die GoPro Hero 3+ (71g im Case), was sich insbesondere bei der Helmmontage und Fahrzeiten ab 2 Stunden negativ bemerkbar macht. Das Mehrgewicht spürt man und die Nackenmuskulatur schmerzt deutlich früher als bei der GoPro.
Letztere verwende ich am Helm ohnehin nur mit der Stirnbandhalterung. Die sitzt fest und man bleibt nicht mit der Kamera an einem Ast oder ähnlichem hängen. Diese Montageform an der Vorderkante des Helms ist bei der Garmin Virb aufgrund ihrer länglichen Bauform  nicht möglich. Die vorgesehene Befestigung der Garmin Virb oben auf dem Helm hat den Nachteil, dass die Kamera vor und hinter dem mittigen Befestigungspunkt der Schiene jeweils ein Stück weit übersteht und sich dadurch bei Fahrten auf unebenem Untergrund aufschwingt und unscharfe Aufnahmen liefert. Bei Fahrten auf (glattem) Asphalt tritt das Problem allerdings nicht auf.
Die beliebte GoPro-Brustgurtmontage scheidet bei der Garmin Virb leider komplett aus. Man kann sie zwar mit ein paar Verbindungsstücken auch an den GoPro Brustgurt schrauben, sie steht dann aber so weit vom Oberkörper ab, dass sie permanent wackelt und überhaupt keine brauchbaren Aufnahmen möglich sind. Als Alternative gibt es eine Schulterhalterung für die Garmin Virb, die mir allerdings nicht zur Verfügung stand.

virb-display300x269
Eine der Radcomputer-Anzeigen

Punkten kann die Garmin Virb mit dem eingebauten Farb-Display, auf dem man ganz gut erkennen kann, was sie tatsächlich aufnimmt. Das ist sehr praktisch, wenn man eine neue Befestigungsposition am Rad ausprobiert. Ohne optionalen Monitor muss man bei der GoPro 3+ deren kostenlose Handy-Apps für IOS und Android zu Hilfe nehmen und eine entsprechende WiFi-Verbindung einrichten.
Auf dem Lenker oder Vorbau montiert lässt sich die Virb sogar als Radcomputer nutzen, weil man sich statt dem Livebild der Kamera auch Daten wie Geschwindigkeit, Höhe und Strecke oder – sofern entsprechende ANT+ Sensoren gekoppelt sind – Herzfrequenz, Leistung etc. anzeigen lassen kann. Und natürlich lassen sich gespeicherte Videosequenzen ansehen und löschen, was unterwegs recht praktisch ist, da man gleich sehen kann, ob die Aufnahme was geworden ist.
Ein- und ausschalten lässt sich die Garmin Virb übrigens auch über einen Menüpunkt eines gekoppelten Garmin Edge Radcomputers.

virbedit800
Garmin Virb Edit Video-Bearbeitungs-Software

Alleinstellungsmerkmal und für mich der zur Zeit einzige echte Kaufgrund für die Garmin Virb Elite ist die Möglichkeit, ANT+ Sensoren (Puls, Trittfrequenz, Powermeter etc.) mit ihr zu verbinden und deren Daten anzeigen zu lassen und aufzuzeichen.
Mit der kostenlosen Software Garmin Virb Edit (PC und Mac) kann man diese Daten dann zusätzlich mit GPS-ermittelten Positions- und Bewegungsdaten als Overlays in die Videos einblenden. Eine insbesondere für Aufnahmen bei Wettkämpfen interessante Option (siehe z. B. hier). Leider ist die Garmin Virb Edit Software trotz einiger Updates im Testzeitraum nach wie vor kaum zu gebrauchen. Sie bietet nur rudimentäre Funktionen der Videobearbeitung und stürzt häufig ab. Soweit ich die Overlays nutzen wollte, habe ich die Rohdaten der Garmin Virb in der Garmin Virb Edit Software mit den Overlays versehen, als MP4-Datei exportiert und die eigentliche Videobearbeitung in einer anderen Videobearbeitungssoftware (Magix Video Deluxe) vorgenommen, was umständlich und zeitaufwändig ist. Man kann die Overlays allerdings auch ohne Garmin Virb Kamera verwenden: MP4-Dateien einer anderen Kamera, z. B. einer GoPro lassen sich auch in die Garmin Virb Edit Software einlesen und mit dazugehörigen Datenaufzeichnungen z. B. eines Garmin Edge Radcomputers kombinieren.

Fazit: Für Videoaufnahmen beim Radfahren, insbesondere beim Mountainbiken ist die GoPro für mich die bessere Wahl. Sie ist leichter und bietet mehr Befestigungsmöglichkeiten. Wer keinen Garmin Edge hat und sich Daten wie Geschwindigkeit, Puls, Leistung etc. während der Fahrt und im Video anzeigen lassen möchte, der bekommt mit der Garmin Virb Elite eine leistungsstarke Kamera, die das alles zusätzlich im selben Gerät für weniger Geld ermöglicht.

X-BIONIC Experience Days

„Nichts ist ehrlicher als die eigene Erfahrung“. Unter diesem Motto stand eine zweitägige Veranstaltung des schweizerischen Sportbekleidungsherstellers X-BONIC, an der ich zusammen mit neun anderen Bloggerkollegen/innen am vergangenen Wochenende in Italien teilnahm. Mit dem Bike Engergizer Summerlight Shirt hatte ich vor kurzem ja bereits die Gelegenheit, ein Produkt der Firma zu testen und war sehr gespannt, mehr über deren innovative Technologien und Philosophie zu erfahren. trereDazu ging es am ersten Tag in die Produktionsstätten von Trere‘ Innovation  nach Asola, 30km südlich des Gardasees, denn die Firma entwickelt und produziert nicht in Fernost sondern in Europa.
Ursprünglich stand hier nur die kleine Halle einer italienischen Sockenstrickerei aus welcher X-BIONIC CEO und Chefentwickler Prof. Bodo W. Lambertz im Jahr 2000 mit neuen, patentierten Stütz- und Belüftungs-Technologieen die Fa. X-SOCKS formte. Heute befinden sich hier auf über 100.000qm mehrere Produktions- und Lagerhallen, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum und ein modernes und futuristisch gestyltes Repräsentationsgebäude mit großem Showroom.
Die eigentliche Produktion ist kleiner als erwartet. X-BIONIC fertigt ihre Produkte grundsätzlich nicht wie die meisten anderen Hersteller aus Lycra sondern im Rundstrickverfahren. Einige Dutzend solcher Strickmaschinen stehen in mehreren Räumen und stellen aus verschiedensten Garnen „seamless“ Bekleidungsstücke her. Nur die Ärmel werden ggf. angenäht und die Sitzpolster der Rennhosen in eine entsprechende Aussparung eingenäht. Ansonsten kommen die Teile an einem Stück aus der Maschine. Das Verfahren ist wegen der verschiedenen eingearbeiteten 3D-Konstruktionen recht aufwändig. Ein Unterhemd dauert z. B. ca. 15 Minuten, bis es fertig gestrickt ist.
produktionDie Kerngeschäftsbereiche von X-BIONIC liegen im Bike, Run- Wintersport und Outdoorsektor. Daneben entwickelt die Firma aber auch Nischenprodukte wie z. B. Unterwäsche für Automobil- und Motorrad-rennfahrer. Allen Produkten gemeinsam ist der Grundgedanke, den Schweiß bei körperlicher Belastung nicht von der Haut abzuleiten und dadurch die körpereigene Temperatur-regulierung zu stören, sondern mit Hilfe der natürlichen Schweiß-produktion die Leistungsfähigkeit bei körperlicher Belastung zu erhalten und trotzdem in Ruhephasen ein Auskühlen zu verhindern. Dazu kommen zahlreiche weiter Kompressions-, Belüftungs- und Thermoregulierungs-Technologien, die je nach Einsatzzweck des Kleidungsstücks und Körperregion eingearbeitet sind.
Ob das alles nur leere Marketingversprechen sind, oder ob die Technologien tatsächlich funktionieren, durften wir am zweiten Tag selbst ausprobieren. Während Axel und Jörg (outdoorseite.de) mit Marylene und Hannes von X-BIONIC Outdoorbekleidung auf einem Klettersteig testeten, wurden Nadine (eiswuerfelimschuh.wordpress.com), Raphaela (rund-ums-rad.info), Markus (54elf.de), Ralph (racing-ralph.com), Stephan (www.bike-stefan.de), Thomas (www.läufer-blog.de), Rene (outdoor-spirit.de) und ich mit einem kompletten Bekleidungs-Testset und Bikes ausgestattet und starteten mit Local Mirco auf eine kleine Bikerunde über die Ponale hinauf nach Pregasina. Leider zeigte sich der Lago nicht von seiner besten Seite und viele Nebelwolken verdeckten uns die schönen Ausblicke auf den See. Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

bovo

Wie schon am Vortag begleitete uns der X-BIONIC Vertriebsleiter für Italien Giuseppe Bovo auf der Tour. Er gewann 1990 den Ötztaler Radmarathon (nur 31 Plätze vor mir ;-)) und ist nach wie vor einer der stärksten Rennradfahrer seiner Altersklasse. Sicher kein Nachteil für die Firma, einen solch erfahrenen Top-Athleten in ihren Reihen zu haben.
Ob sie wegen ihm Eindruck schinden wollten? Thomas und Rene warfen sich auf dem Testride jedenfalls nicht nur ins Zeug sondern gleich so auf den Boden, dass sie nicht nur Erfahrung sondern auch noch eine Abschürfung bzw. einen Cut am Ellenbogen mit nach Hause nahmen. Ich selbst hielt mich lieber an das X-BIONIC Motto „Turn sweat into energy“ und zog das komplette Bekleidungsset an, obwohl es bei knapp 20 Grad für Arm- und Beinlinge sowie die Windweste eigentlich zu warm war. Wie gewünscht kam ich in der Auffahrt dann auch ordentlich ins schwitzen, aber auf der Abfahrt und in den Pausen blieb ich vom befürchteten Fröstel- oder Friereffekt tatsächlich verschont. Für eine abschließende Beurteilung war die Testrunde natürlich viel zu kurz, aber der erste Eindruck ist schon mal sehr positiv. Die Teile werden jetzt einem gründlichen Dauertest unterzogen.

Musik: Synthager – Mind away

Neben dieser Produkterfahrung hatten die Testtage noch einen weiteren nicht minder positiven Nebeneffekt: meine Bloggerkollegen/innen. Einige kannte ich virtuell schon recht gut, persönlich getroffen hatte ich aber noch keinen von ihnen. Und ausnahmslos entpuppten sie sich als sehr sympathische, interessante und witzige Zeitgenossen, mit denen es großen Spaß machte, die zwei Tage zu verbringen. Zu dieser tollen Stimmung trugen auch Marylene, Hannes und Giuseppe von X-BIONIC bei, die uns bestens betreuten, bereitwillig und geduldig alle Fragen beantworteten und mit ihrer angenehmen und offenen Art den Eindruck vermittelten, dass sie sehr gerne bei X-BIONIC arbeiten.

Das haben die Kollegen/innen geschrieben:
X-BIONIC Experience Days – ein erster Rückblick
X-Bionic – Experience Days in Italien
X-BIONIC Experience Days – Teil 1 – Die Anreise
X-BIONIC Experience Days – Teil 2 – Morgenlauf und Produktion
X-BIONIC Experience Days – Teil 3 – Gardasee und Test-Laufen
X-BIONIC Experience Days – Teil 4 – Morgenlauf und MTB-Tour mit Bekleidungstest
X-BIONIC Experience Days – Teil 5 – Abschluss und Abreise
X-BIONIC Experience Days 2013
X-BIONIC Experience Days in Italien
X-Bionic Experience Days – Am Anfang war die Socke…
X-BIONIC Blogeintrag

X-BIONIC – Hightech auf der Haut

xbionic2 Seit ca. zwei Monaten darf ich ein Shirt der vielfach ausgezeichneten Edelmarke X-BIONIC mit Sitz in der Schweiz und Produktion in Italien unter dem Trikot tragen und testen. Es führt die Produktbezeichnung Bionic Energizer Summerlight und weist nach Darstellung des Herstellers eine ganze Reihe innovativer und technischer Besonderheiten auf.
Im Zentrum der Funktionalität steht das Bestreben, bei Hitze zu kühlen und bei Kälte zu wärmen und so den Körper während sportlicher Aktivitäten immer auf einem gleichbleibendem Temperaturniveau von 37 Grad zu halten. Dazu soll – vereinfacht gesagt – nicht zur Kühlung der Haut benötigter Schweiß über ein dreilagiges Textilsystem abgeführt werden, ohne dass ein Nässegefühl entsteht. Gleichzeitig soll in Ruhephasen ein Auskühlen des Körpers durch eine Klimatisierungsfunktion des Gewebes verhindert werden. Klingt vielversprechend, aber was kann das Shirt in der Praxis tatsächlich?
Der erste Eindruck nach dem Anziehen: Wow, liegt überall perfekt und straff auf der Haut an. Keine Falten, nichts stört. Nicht einmal die typischen Pflegehinweise im Kragen, denn die sind innen im Bund eingedruckt. Das Tragegefühl ist sehr angenehm und vermittelt ein leichtes und wohliges Wärmegefühl.
Angezogen hab ich das Shirt dann während zahlreicher zwei- bis vierstündiger MTB- und Rennradeinheiten jeweils unter einem Kurzarmtrikot bei Temperaturen zwischen 15 und 32 Grad und auch einmal Indoor auf der Rolle. Ein Nässegefühl auf der Haut war während des Trainings tatsächlich nicht zu spüren. Danach war die Außenseite des Shirts deutlich feucht und die Haut selbst zwar nicht trocken, aber nur mit einem leichten Feuchtigkeitsfilm bedeckt. Der Schweißtransport scheint also zu funktionieren. Obwohl als Sommershirt konzipiert ist es mir bei Temperaturen über 25 Grad allerdings zu warm. Liegt möglicherweise daran, dass ich bei solchen Verhältnissen normalerweise kein Unterhemd unter dem Trikot trage. Was ich nicht ausprobieren konnte wollte, war die Geruchsneutralität der Fasern bei mehrmaligem Gebrauch. Ich muss zum Sport einfach immer frische Sachen anziehen, sonst fühle ich mich nicht wohl. Die ca. 20 Wäschen bei 40 Grad mit anschließender Lufttrocknung hat das Shirt aber folgenlos vertragen.
Fazit: Mit 79,- € ist das X-BIONIC Funktionsunterhemd nicht gerade billig, aber Qualität hat seinen Preis. Und wie überall im Radsport kann man auch weniger Geld ausgeben, aber mit besserem Material fährt es sich angenehmer und vielleicht sogar einen Tick leichter.

Radtourenvorschläge ab Kempten

Kempten und das Allgäu mit dem Rad entdecken: die Tourist Information Kempten hat 21 Radtouren-vorschläge mit Start und Ziel in Kempten heraus-gebracht. Die Touren sind in einem Infobooklet mit Streckenplan, Wegbeschaffenheit, Höhenmetern und Kilometern näher beschrieben. Es enthält eine Tourenübersicht und lädt ein, nach dem Radeln oder an einem „Ruhetag“ Kempten zu entdecken. Die dazugehörige Radkarte beinhaltet nicht nur die Touren, sondern auch einen Stadtplan von Kempten mit den 4 Startpunkten. Die Radkarte mit dem Info-booklet gibt es für 6,90 Euro in der Tourist Information Kempten. Alternativ kann man sich die Touren auf einer digitalen Karte ansehen, aus-drucken oder auf ein GPS-Gerät runterladen.
Einen Teil der Tourenvorschläge durfte ich letztes Jahr ausarbeiten, nachdem die Stadt Kempten deswegen den RSC Kempten um Mithilfe gebeten hat. Attraktiv und informativ aufbereitet wurden die Touren durch die Allgäuer Firma ALPSTEIN, die unter outdooractive.com eine eigenes Outdoor-Portal betreibt und schon eine Vielzahl regionaler Tourenangebote erstellt hat. Wer mit dem Rad Urlaub in Kempten macht, sollte sich die Tourenvorschläge, die zum Teil für Rennräder und zum Teil für Mountainbikes bzw. Trekkingbikes geeignet sind, unbedingt anschauen.

Rennradtouren Allgäu und Bodensee

So lautet der Titel des neuen Buchs von Werner Müller-Schell, einem aktiven Radsportler, der schon einige Radsportbücher veröffentlicht hat. Sein jüngstes Werk beschreibt „Die schönsten Nebenstrecken für Renn-radler“ im Allgäu unter dem Motto: „Von Kurven, Kühen und Käse“.
Wir hatten bei der Vorbereitung Kontakt und ich habe ihm ein paar Tourentipps gegeben. Umso ge-spannter war ich, als ich nun vor ein paar Tagen eine druckfrische Ausgabe des Buches zugeschickt bekam. Und um es vorweg zu sagen: Das ist die neue Referenz in Sachen Rennradfahren im Allgäu. 🙂
Auf 140 Seiten hat der Autor 25 Touren mit unterschiedlichem Charakter und Schwierigkeitsgrad zusammengestellt und dabei das gesamte Ober-, Unter-, Ost- und Westallgäu abgedeckt, einschließlich dem angrenzenden Tannheimer Tal, dem Kleinwalsertal und dem nordöstlichen Teil des Bodenseeraums. Zu jeder Tour gibt es eine ausführliche Beschreibung mit Streckendaten, Kartenausschnitt und Höhenprofil. Garniert wird das Ganze mit Einkehr- und Unterkunftsverweisen, vielen schönen Bildern und nett aufbereiteten, geschichtlichen und kulturellen Hintergrundinformationen. Die Routenwahl ist gelungen, alle Highlights des Allgäus sind enthalten und die Touren verlaufen überwiegend tatsächlich auf Nebenstrassen.
Gut gefallen haben mir auch die zahlreichen Verweise auf lokale Radsport-veranstaltungen. Selbst der Stoppomat am Höchsten findet Erwähnung. Und auch an manch anderen Stellen blitzt der Bezug des Autors zum Radrennsport auf. So finden sich einige lokale Radsportgrößen im Buch: von Ex-Profi Sebastian Siedler über die Nationalfahrerin Lisa Brennauer bis zum Tiroler Shooting-Star Christian Haas.
Fazit: Wer zum Rennradfahren ins Allgäu kommt, sollte sich das Buch unbedingt vorher anschauen. Und auch als Einheimischer kann man sich noch die eine oder andere Anregung holen. Das Buch ist im Bruckmann Verlag erschienen und kostet 19,95 €.

Gleiten statt Schmieren

So lautet das Motto eines neuen Kettenschmierstoffs, den die Fa. DryFluids aus dem brandenburgischen Teltow entwickelt und mir freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Mit nicht ölenden, nicht fettenden und silikonfreien Inhaltsstoffen aus der Luft- und Raumfahrttechnik sollen durch die Verwendung von Trockenpartikeln weder Staub noch Schmutz gebunden und die weltweit niedrigsten Gleitkoeffizienten erreicht werden.
Hört sich gut an, insbesondere für schmutz- und staubanfällige MTB-Ketten. Bislang hatte ich meine Ketten immer vor jeder Fahrt trocken gesäubert und neu eingeölt. Anders die DryFluid Anwendungshinweise: Die Kette sollte vor der Anwendung von DryFluid so sauber wie möglich sein. Das Fluid 1 mal dünn auftragen, 10-15 Minuten ablüften lassen und dann losfahren. Nach rund 50 Km die Anwendung mit wenig Fluid wiederholen. Ab dann einfach nur noch fahren und sich über die langanhaltende Wirkung mit geringster Staub- und Schmutzbindung freuen.
Genauso hab ich es gemacht und war gespannt auf das Ergebnis in der Praxis. Der Härtetest fand am bei der Streckenbesichtigung zum 1. AUTO BROSCH MTB-Marathon im Kemptener Wald statt. Nach 53km durch diverse feuchte und matschige Passagen war das (vorher frisch geputzte) Bike gut eingesaut, aber die Shimano HG93 Kette wies nur einen matten Belag auf, war optisch sauber und hat keinerlei Geräusche von sich gegeben.

Danach habe ich die Kette (ohne sie vorher zu reinigen) nochmal mit dem DryFluid behandelt, bin weitere knapp 40km gefahren und die Kette schnurrt nach wie vor.
Zwei Tage später der nächste Test mit anderem Bike und anderer Kette (SRAM 991): 63km über trockenes bis tiefes Geläuf und die Kette unterwegs bei km 50 nachbehandelt. Wiederum zwei Tage später mit dem selben Bike vormittags 77km mit anfangs Nieselregen und später Altschneefeldern gefahren und abends nochmal 31km vorwiegend auf trockenen Nadelwaldpfaden.  Tags darauf nochmal 30km offroad, am Schluß im Nieselregen und wieder einen Tag später 35km Trails, davon die Hälfte im Regen. Nach diesen insgesamt 236km sah die Antriebseinheit so aus:

Auch an dieser Kette ist kein grober Schmutz zu sehen und sie läuft bzw. gleitet einwandfrei. Die viermalige Anwendung hat den urspünglichen Füllstand des Fläschchens von ca. 65mm um ca. 5mm reduziert. Das Mittelchen ist also recht ergiebig und scheint wirklich was zu taugen. Probiert es am besten selbst aus. Den DryFluid High End Kettengleitstoff gibt es für 18,90 € (50ml) entweder beim Hersteller selbst oder im Fachhandel.

Update: Die MTB-Ketten habe ich jetzt nach heftigen Schlammeinheiten gereinigt und neu eingelassen. Die Rennradkette läuft auch mit DryFluid-Schmierung. Bis km 2.550 habe ich nach trockenen 885 km das erste Mal und nach 1.632 km das zweite Mal nachgepflegt. In diesen Abständen scheint es sich einzupegeln..