10. König Ludwig Bike Cup Oberammergau

Die Radsport-Community Zweiradhelden verlost regelmäßig Startplätze für die großen Rennrad- und MTB-Events und ich hatte dieses Mal Glück, oder vielleicht wollte auch sonst keiner der Mitglieder die 80km Runde beim diesjährigen König Ludwig MTB-Marathon in Oberammergau fahren. 😉
Tage zuvor gab es noch heftige Unwetter, aber am gestrigen Sonntag strahlte die Sonne bei 24 Grad. Die Strecke war mir völlig unbekannt. Ich hatte nur das Höhenprofil gesehen und wusste, dass auf der Langdistanz die letzte 25km Runde zweimal zu fahren ist. Nach einer unspektakulären ersten Auf- und Abfahrt auf Asphalt und Forststrassen wartete im Tal das erste Highlight auf uns: ein langer, kurviger Wald- und Wiesentrail mit Bachdurchfahrt und vielen Richtungswechseln. Dann gings hinauf zum Pürschling. Am höchsten Punkt begann der mit Abstand schönste Streckenabschnitt: ein gefühlt mehrere Kilometer langer, handtuchschmaler und fast ebener Traum-Pfad am Hang entlang.
Vor der ersten Ortsdurchfahrt in Oberammergau hebelte sich mein Vordermann auf einem Serpentinen-Fußweg mit einer ansatzlos eingesprungen Seitwärts-Rolle über den Lenker, aber ihm ist wohl nichts ernsthaftes passiert.

Musik: Heifervescent – When the stars fall from grace

Dann standen die beiden „Schlussrunden“ über den Berg Laber an. Auf Forststrassen und Karrenwegen waren noch zweimal je 600 Höhenmeter zu bewältigen. Bergauf lief es ganz gut, aber bergab stieg ich jeweils auf einem ca. 400m langem, steilen Hohlweg mit rutschigem und felsigem Untergrund ab und stolperte zu Fuss hinunter, was schon schwierig genug war. Ein paar Mutige fuhren bzw. rutschten da an mir vorbei. Nach 4:42h kam ich als AK 10. und gesamt 47. heil aber leicht verschlammt im Ziel an. Ob ich das weiße Zweiradhelden-Trikot jemals wieder sauber bekomme, steht noch in den Sternen…
Ein großes Lob an die Organisatoren: Die Strecke war perfekt ausgeschildert und abgesichert. Gefährliche Stellen waren z. T. sogar am Boden mit Neonfarbe kenntlich gemacht und der Start/Ziel-Aufbau war schon fast Tour de France tauglich.
Die Kombinationswertung aus einem Skilanglaufmarathon im Winter und dem 80km Rennen hat übrigens mein Teamkollege Robby Wittmann vom RSC AUTO BROSCH Kempten gewonnen und er ist damit der erste „König-Ludwig-Champion“. 🙂

4:42h  |  79km  |  2.562hm    Sportics.net Aktivität

Biketreff am 26.06.2012

Starke Besetzung beim gestrigen Biketreff: 9 furchtlose Gestalten nahmen die lange Auffahrt über den Eschacher Weiher zum Aussichtsturm Schwarzer Grat in Angriff. Daniel verabschiedete sich heimfahrzeittechnisch bedingt am höchsten Punkt. Dafür blieb ihm ein anschließender durch Baumfällarbeiten erzwungener Hatsch und Rutsch durch ein noch nie von Menschen betretenes Waldstück erspart. Flott gings dann hinunter nach Kreuzthal und mehr oder weniger flott am Skilift Gohrersberg hinauf zur Kreuzleshöhe.

Musik: Brad Sucks – Making me nervous

Bergab sollte man ja immer auf Sicht fahren. Martin, Roland, Jörg und Markus taten es nicht, bogen auf der Abfahrt ins Kürnachtal hinter dem Rest promt falsch ab und durften zur Strafe ein paar im Nirvana endende Forstwege erkunden. Am Schluß kamen aber doch noch alle bei fortgeschrittener Dämmerung heil und gut gelaunt am Stadtbad an. 🙂

3:03 h  |  54 km  |  1.155 hm   Sportics.net Aktivität

9. Pfrontener MTB-Marathon

Zum 9. Mal fand heute der Pfrontener MTB-Marathon statt und ich war dabei. Nach dem Motto „Lieber länger und langsamer“ hatte ich mich für die Extrem-Strecke (70km, 2.600hm) angemeldet. Wetter war Top: trocken und warm. 🙂
Nach dem Start ging es erstmal die Nordauffahrt zum Breitenberg hoch. Im oberen Teil durfte ich wie alle anderen zweimal absteigen und schieben. Nach einer flotten Abfahrt raste ich im Achtal auf einem engen, unübersichtlichem und nicht gesperrten Strässchen hinter einem Verrückten her, der am Hahn drehte, als gäbe es in Steinach 20 Hektoliter Freibier. Auf seine Fahrweise angesprochen schmunzelte er später: „I bin a Pfrontner, I kenn mi da aus.“ Dann ging es den Edelsberg hinauf, wo der Wirt der Kappler Alp offensichtlich die Soundanlage von Rock am Ring ausgeliehen hatte und das ganze Tal mit Guns ’n Roses und Iron Maiden beschallte. Da war es ganz schon schwierig, nicht zu überpacen. Nach der Abfahrt ins Vilstal begann in der Auffahrt zum Himmelreich das Ein- und Überholen der Teilnehmer der Kurz- und Mitteldistanz. Manch einer derer hatte die Steigungen wohl etwas unterschätzt, denn trotz feinstem Carbon (gefühlt 2/3 nagelneue 29er Bikes) wurde geschoben und geschoben und geschoben…

Musik: Oleg Serkov – Complicated Boy

In der letzten Auffahrt von Süden auf den Breitenberg lief es dank der schonenden Fahrweise vorher immer noch ganz gut und so stand nur noch die lange Abfahrt nach Pfronten an. Und da lies bei einigen Teilnehmern entweder die Konzentration nach oder sie waren des groben Schotters fahrtechnisch nicht mächtig. Jedenfalls purzelten ca. ein Dutzend Fahrer(innen) links und rechts vor mir nur so vom Rad. Zum Glück standen alle gleich wieder auf. Ich kam nach 4:19h sturz- und pannenfrei als Gesamt 96. und AK 27. ins Ziel, wobei sich die Tubeless-Reifen sich wieder bewährten: Ein Durchschlag hinten hatte mangels Schlauch keinen Snake-Bite zur Folge: 🙂

Update: Hier gibts ein Video eines Teilnehmers der Mitteldistanz zu sehen.

Radtourenvorschläge ab Kempten

Kempten und das Allgäu mit dem Rad entdecken: die Tourist Information Kempten hat 21 Radtouren-vorschläge mit Start und Ziel in Kempten heraus-gebracht. Die Touren sind in einem Infobooklet mit Streckenplan, Wegbeschaffenheit, Höhenmetern und Kilometern näher beschrieben. Es enthält eine Tourenübersicht und lädt ein, nach dem Radeln oder an einem „Ruhetag“ Kempten zu entdecken. Die dazugehörige Radkarte beinhaltet nicht nur die Touren, sondern auch einen Stadtplan von Kempten mit den 4 Startpunkten. Die Radkarte mit dem Info-booklet gibt es für 6,90 Euro in der Tourist Information Kempten. Alternativ kann man sich die Touren auf einer digitalen Karte ansehen, aus-drucken oder auf ein GPS-Gerät runterladen.
Einen Teil der Tourenvorschläge durfte ich letztes Jahr ausarbeiten, nachdem die Stadt Kempten deswegen den RSC Kempten um Mithilfe gebeten hat. Attraktiv und informativ aufbereitet wurden die Touren durch die Allgäuer Firma ALPSTEIN, die unter outdooractive.com eine eigenes Outdoor-Portal betreibt und schon eine Vielzahl regionaler Tourenangebote erstellt hat. Wer mit dem Rad Urlaub in Kempten macht, sollte sich die Tourenvorschläge, die zum Teil für Rennräder und zum Teil für Mountainbikes bzw. Trekkingbikes geeignet sind, unbedingt anschauen.

Biketreff am 29.05.2012

Mit Martin, Jörg und Tobias ging es heute Abend bei bestem Bikewetter mal wieder durch den einsamen Rohrbachtobel. Diesmal in einer anderen Variante direkt unter der Autobahnbrücke hindurch. Bis dorthin komplett fahrbar, aber im Tobel gabs dann doch noch ein paar Hike-Einlagen. Nächstes Ziel: die Wachters Alpe mit einem traumhaften Abendpanorama. Dank Ruhetag waren wir dort ganz allein unter einigen Dutzend schellentragendem Jungvieh und anderem Getier. Den anschließenden Waldtrail hinüber zu Schönstatt auf’m Berg suchten wir zunächst vergebens. Hier haben offensichtlich vor kurzem Harvester Testwochen stattgefunden.

Nach einer NieSo-Umrundung konnte Martin dann feststellen, dass es sich mit nur noch einer von ursprünglich vier Kettenblattschrauben nicht mehr sehr kommod fährt. Die restlichen drei Kilometer durfte er auf dem kleinen Blatt und einer 200er Trittfrequenz abkurbeln. Trotzdem eine schöne Runde, auf der wir viel gelacht haben. 🙂

Rennradtouren Allgäu und Bodensee

So lautet der Titel des neuen Buchs von Werner Müller-Schell, einem aktiven Radsportler, der schon einige Radsportbücher veröffentlicht hat. Sein jüngstes Werk beschreibt „Die schönsten Nebenstrecken für Renn-radler“ im Allgäu unter dem Motto: „Von Kurven, Kühen und Käse“.
Wir hatten bei der Vorbereitung Kontakt und ich habe ihm ein paar Tourentipps gegeben. Umso ge-spannter war ich, als ich nun vor ein paar Tagen eine druckfrische Ausgabe des Buches zugeschickt bekam. Und um es vorweg zu sagen: Das ist die neue Referenz in Sachen Rennradfahren im Allgäu. 🙂
Auf 140 Seiten hat der Autor 25 Touren mit unterschiedlichem Charakter und Schwierigkeitsgrad zusammengestellt und dabei das gesamte Ober-, Unter-, Ost- und Westallgäu abgedeckt, einschließlich dem angrenzenden Tannheimer Tal, dem Kleinwalsertal und dem nordöstlichen Teil des Bodenseeraums. Zu jeder Tour gibt es eine ausführliche Beschreibung mit Streckendaten, Kartenausschnitt und Höhenprofil. Garniert wird das Ganze mit Einkehr- und Unterkunftsverweisen, vielen schönen Bildern und nett aufbereiteten, geschichtlichen und kulturellen Hintergrundinformationen. Die Routenwahl ist gelungen, alle Highlights des Allgäus sind enthalten und die Touren verlaufen überwiegend tatsächlich auf Nebenstrassen.
Gut gefallen haben mir auch die zahlreichen Verweise auf lokale Radsport-veranstaltungen. Selbst der Stoppomat am Höchsten findet Erwähnung. Und auch an manch anderen Stellen blitzt der Bezug des Autors zum Radrennsport auf. So finden sich einige lokale Radsportgrößen im Buch: von Ex-Profi Sebastian Siedler über die Nationalfahrerin Lisa Brennauer bis zum Tiroler Shooting-Star Christian Haas.
Fazit: Wer zum Rennradfahren ins Allgäu kommt, sollte sich das Buch unbedingt vorher anschauen. Und auch als Einheimischer kann man sich noch die eine oder andere Anregung holen. Das Buch ist im Bruckmann Verlag erschienen und kostet 19,95 €.

1. Kemptener AUTO BROSCH Bike Marathon

Angekündigte 6 Grad bei Dauerregen (wie so oft in den letzten drei Wochen): Normalerweise würde ich als Schönwetterfahrer bei solchen Bedingungen nicht aufs Bike steigen, schon gar nicht für 70km im Renntempo. Aber wenn der eigene Verein seinen ersten MTB-Marathon ausrichtet, ist es Ehrensache anzutreten. Fürs Schlimmste gerüstet stand ich mit (kurzer) Regenhose, Thermojacke und den wasserdichten Winterhandschuhen am Start, aber geregnet hat es unterwegs nur wenig und gefroren hat es mich auch nicht. Jacke und Handschuhe waren dann schnell von innen durchgefeuchtet und die Regenhose erwies sich in den schnellen Tretpassagen auch als etwas hinderlich, aber egal, wenigstens blieben wichtige Körperteile angenehm temperiert.
Die Strecke, die ich ja hier im Blog schon mal vorgestellt hatte, war für die Wetterverhältnisse in sehr gutem Zustand. Das Streckenteam, das am Vortag 8h unterwegs war, hatte ganze Arbeit geleistet. Selbst die handtiefen Schlammpassage waren fahrbar. Ich musste abgesehen von den zwei vorgeschriebenen Schiebepassagen nur einmal an einem querliegenden Baumstamm vom Rad.

Gefahren wurde auf einer 30km langen Runde durch den Kemptener Wald. Das ca. 500 Mann und Frau starke Feld zog sich relativ schnell nach dem Start in die Länge und bald war ich nur noch in mehr oder weniger kleinen Gruppen unterwegs. Am Ende der ersten Runde konnte man frei wählen, ob man ins Ziel rollt oder eine zweite Runde in Angriff nimmt. Nachdem Bike und Fahrer nach der ersten Runde schon in nicht mehr steigerbarem Ausmaß mit Schlamm versehen waren, woran auch ein spektakuläre Bachdurchfahrt nichts ändern konnte, fuhr ich wie ohnehin beabsichtigt auf die Langdistanz.

Musik: Roberto Ricco – White Horse

Die Contour ROAM auf dem Helm war natürlich auch dem hochgeschleuderten Matsch ausgesetzt. Ich hab sie zwischendurch immer wieder mit den Fingern abgewischt, aber die Handschuhe waren ja auch nicht gerade sauber. Deshalb ist die Bildqualität des Filmchens etwas bescheiden.
Nach ca. 3:05h, knapp 70km und gut 1.100hm war ich dann wohlbehalten aber von Kopf bis Fuß in feuchtem Einheitsbraun im Ziel, Platz 68 Gesamt und Platz 14 in der Altersklasse. Besonders gefreut hat es mich, dass Teamfahrer Frank P. (bekannt aus diverse Biketreff-Videos), nicht nur die Langdistanz bei den Masters 2 und die Teamwertung auf der Langstrecke gewann, sondern auch noch Allgäuer Meister in seiner Altersklasse wurde. Teamfahrer Erkan hat auch schon über das Rennen gebloggt. Lesenswert. 🙂