Gleiten statt Schmieren

So lautet das Motto eines neuen Kettenschmierstoffs, den die Fa. DryFluids aus dem brandenburgischen Teltow entwickelt und mir freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Mit nicht ölenden, nicht fettenden und silikonfreien Inhaltsstoffen aus der Luft- und Raumfahrttechnik sollen durch die Verwendung von Trockenpartikeln weder Staub noch Schmutz gebunden und die weltweit niedrigsten Gleitkoeffizienten erreicht werden.
Hört sich gut an, insbesondere für schmutz- und staubanfällige MTB-Ketten. Bislang hatte ich meine Ketten immer vor jeder Fahrt trocken gesäubert und neu eingeölt. Anders die DryFluid Anwendungshinweise: Die Kette sollte vor der Anwendung von DryFluid so sauber wie möglich sein. Das Fluid 1 mal dünn auftragen, 10-15 Minuten ablüften lassen und dann losfahren. Nach rund 50 Km die Anwendung mit wenig Fluid wiederholen. Ab dann einfach nur noch fahren und sich über die langanhaltende Wirkung mit geringster Staub- und Schmutzbindung freuen.
Genauso hab ich es gemacht und war gespannt auf das Ergebnis in der Praxis. Der Härtetest fand am bei der Streckenbesichtigung zum 1. AUTO BROSCH MTB-Marathon im Kemptener Wald statt. Nach 53km durch diverse feuchte und matschige Passagen war das (vorher frisch geputzte) Bike gut eingesaut, aber die Shimano HG93 Kette wies nur einen matten Belag auf, war optisch sauber und hat keinerlei Geräusche von sich gegeben.

Danach habe ich die Kette (ohne sie vorher zu reinigen) nochmal mit dem DryFluid behandelt, bin weitere knapp 40km gefahren und die Kette schnurrt nach wie vor.
Zwei Tage später der nächste Test mit anderem Bike und anderer Kette (SRAM 991): 63km über trockenes bis tiefes Geläuf und die Kette unterwegs bei km 50 nachbehandelt. Wiederum zwei Tage später mit dem selben Bike vormittags 77km mit anfangs Nieselregen und später Altschneefeldern gefahren und abends nochmal 31km vorwiegend auf trockenen Nadelwaldpfaden.  Tags darauf nochmal 30km offroad, am Schluß im Nieselregen und wieder einen Tag später 35km Trails, davon die Hälfte im Regen. Nach diesen insgesamt 236km sah die Antriebseinheit so aus:

Auch an dieser Kette ist kein grober Schmutz zu sehen und sie läuft bzw. gleitet einwandfrei. Die viermalige Anwendung hat den urspünglichen Füllstand des Fläschchens von ca. 65mm um ca. 5mm reduziert. Das Mittelchen ist also recht ergiebig und scheint wirklich was zu taugen. Probiert es am besten selbst aus. Den DryFluid High End Kettengleitstoff gibt es für 18,90 € (50ml) entweder beim Hersteller selbst oder im Fachhandel.

Update: Die MTB-Ketten habe ich jetzt nach heftigen Schlammeinheiten gereinigt und neu eingelassen. Die Rennradkette läuft auch mit DryFluid-Schmierung. Bis km 2.550 habe ich nach trockenen 885 km das erste Mal und nach 1.632 km das zweite Mal nachgepflegt. In diesen Abständen scheint es sich einzupegeln..