Radtourenvorschläge ab Kempten

Kempten und das Allgäu mit dem Rad entdecken: die Tourist Information Kempten hat 21 Radtouren-vorschläge mit Start und Ziel in Kempten heraus-gebracht. Die Touren sind in einem Infobooklet mit Streckenplan, Wegbeschaffenheit, Höhenmetern und Kilometern näher beschrieben. Es enthält eine Tourenübersicht und lädt ein, nach dem Radeln oder an einem „Ruhetag“ Kempten zu entdecken. Die dazugehörige Radkarte beinhaltet nicht nur die Touren, sondern auch einen Stadtplan von Kempten mit den 4 Startpunkten. Die Radkarte mit dem Info-booklet gibt es für 6,90 Euro in der Tourist Information Kempten. Alternativ kann man sich die Touren auf einer digitalen Karte ansehen, aus-drucken oder auf ein GPS-Gerät runterladen.
Einen Teil der Tourenvorschläge durfte ich letztes Jahr ausarbeiten, nachdem die Stadt Kempten deswegen den RSC Kempten um Mithilfe gebeten hat. Attraktiv und informativ aufbereitet wurden die Touren durch die Allgäuer Firma ALPSTEIN, die unter outdooractive.com eine eigenes Outdoor-Portal betreibt und schon eine Vielzahl regionaler Tourenangebote erstellt hat. Wer mit dem Rad Urlaub in Kempten macht, sollte sich die Tourenvorschläge, die zum Teil für Rennräder und zum Teil für Mountainbikes bzw. Trekkingbikes geeignet sind, unbedingt anschauen.

Biketreff am 29.05.2012

Mit Martin, Jörg und Tobias ging es heute Abend bei bestem Bikewetter mal wieder durch den einsamen Rohrbachtobel. Diesmal in einer anderen Variante direkt unter der Autobahnbrücke hindurch. Bis dorthin komplett fahrbar, aber im Tobel gabs dann doch noch ein paar Hike-Einlagen. Nächstes Ziel: die Wachters Alpe mit einem traumhaften Abendpanorama. Dank Ruhetag waren wir dort ganz allein unter einigen Dutzend schellentragendem Jungvieh und anderem Getier. Den anschließenden Waldtrail hinüber zu Schönstatt auf’m Berg suchten wir zunächst vergebens. Hier haben offensichtlich vor kurzem Harvester Testwochen stattgefunden.

Nach einer NieSo-Umrundung konnte Martin dann feststellen, dass es sich mit nur noch einer von ursprünglich vier Kettenblattschrauben nicht mehr sehr kommod fährt. Die restlichen drei Kilometer durfte er auf dem kleinen Blatt und einer 200er Trittfrequenz abkurbeln. Trotzdem eine schöne Runde, auf der wir viel gelacht haben. 🙂

Rennradtouren Allgäu und Bodensee

So lautet der Titel des neuen Buchs von Werner Müller-Schell, einem aktiven Radsportler, der schon einige Radsportbücher veröffentlicht hat. Sein jüngstes Werk beschreibt „Die schönsten Nebenstrecken für Renn-radler“ im Allgäu unter dem Motto: „Von Kurven, Kühen und Käse“.
Wir hatten bei der Vorbereitung Kontakt und ich habe ihm ein paar Tourentipps gegeben. Umso ge-spannter war ich, als ich nun vor ein paar Tagen eine druckfrische Ausgabe des Buches zugeschickt bekam. Und um es vorweg zu sagen: Das ist die neue Referenz in Sachen Rennradfahren im Allgäu. 🙂
Auf 140 Seiten hat der Autor 25 Touren mit unterschiedlichem Charakter und Schwierigkeitsgrad zusammengestellt und dabei das gesamte Ober-, Unter-, Ost- und Westallgäu abgedeckt, einschließlich dem angrenzenden Tannheimer Tal, dem Kleinwalsertal und dem nordöstlichen Teil des Bodenseeraums. Zu jeder Tour gibt es eine ausführliche Beschreibung mit Streckendaten, Kartenausschnitt und Höhenprofil. Garniert wird das Ganze mit Einkehr- und Unterkunftsverweisen, vielen schönen Bildern und nett aufbereiteten, geschichtlichen und kulturellen Hintergrundinformationen. Die Routenwahl ist gelungen, alle Highlights des Allgäus sind enthalten und die Touren verlaufen überwiegend tatsächlich auf Nebenstrassen.
Gut gefallen haben mir auch die zahlreichen Verweise auf lokale Radsport-veranstaltungen. Selbst der Stoppomat am Höchsten findet Erwähnung. Und auch an manch anderen Stellen blitzt der Bezug des Autors zum Radrennsport auf. So finden sich einige lokale Radsportgrößen im Buch: von Ex-Profi Sebastian Siedler über die Nationalfahrerin Lisa Brennauer bis zum Tiroler Shooting-Star Christian Haas.
Fazit: Wer zum Rennradfahren ins Allgäu kommt, sollte sich das Buch unbedingt vorher anschauen. Und auch als Einheimischer kann man sich noch die eine oder andere Anregung holen. Das Buch ist im Bruckmann Verlag erschienen und kostet 19,95 €.

1. Kemptener AUTO BROSCH Bike Marathon

Angekündigte 6 Grad bei Dauerregen (wie so oft in den letzten drei Wochen): Normalerweise würde ich als Schönwetterfahrer bei solchen Bedingungen nicht aufs Bike steigen, schon gar nicht für 70km im Renntempo. Aber wenn der eigene Verein seinen ersten MTB-Marathon ausrichtet, ist es Ehrensache anzutreten. Fürs Schlimmste gerüstet stand ich mit (kurzer) Regenhose, Thermojacke und den wasserdichten Winterhandschuhen am Start, aber geregnet hat es unterwegs nur wenig und gefroren hat es mich auch nicht. Jacke und Handschuhe waren dann schnell von innen durchgefeuchtet und die Regenhose erwies sich in den schnellen Tretpassagen auch als etwas hinderlich, aber egal, wenigstens blieben wichtige Körperteile angenehm temperiert.
Die Strecke, die ich ja hier im Blog schon mal vorgestellt hatte, war für die Wetterverhältnisse in sehr gutem Zustand. Das Streckenteam, das am Vortag 8h unterwegs war, hatte ganze Arbeit geleistet. Selbst die handtiefen Schlammpassage waren fahrbar. Ich musste abgesehen von den zwei vorgeschriebenen Schiebepassagen nur einmal an einem querliegenden Baumstamm vom Rad.

Gefahren wurde auf einer 30km langen Runde durch den Kemptener Wald. Das ca. 500 Mann und Frau starke Feld zog sich relativ schnell nach dem Start in die Länge und bald war ich nur noch in mehr oder weniger kleinen Gruppen unterwegs. Am Ende der ersten Runde konnte man frei wählen, ob man ins Ziel rollt oder eine zweite Runde in Angriff nimmt. Nachdem Bike und Fahrer nach der ersten Runde schon in nicht mehr steigerbarem Ausmaß mit Schlamm versehen waren, woran auch ein spektakuläre Bachdurchfahrt nichts ändern konnte, fuhr ich wie ohnehin beabsichtigt auf die Langdistanz.

Musik: Roberto Ricco – White Horse

Die Contour ROAM auf dem Helm war natürlich auch dem hochgeschleuderten Matsch ausgesetzt. Ich hab sie zwischendurch immer wieder mit den Fingern abgewischt, aber die Handschuhe waren ja auch nicht gerade sauber. Deshalb ist die Bildqualität des Filmchens etwas bescheiden.
Nach ca. 3:05h, knapp 70km und gut 1.100hm war ich dann wohlbehalten aber von Kopf bis Fuß in feuchtem Einheitsbraun im Ziel, Platz 68 Gesamt und Platz 14 in der Altersklasse. Besonders gefreut hat es mich, dass Teamfahrer Frank P. (bekannt aus diverse Biketreff-Videos), nicht nur die Langdistanz bei den Masters 2 und die Teamwertung auf der Langstrecke gewann, sondern auch noch Allgäuer Meister in seiner Altersklasse wurde. Teamfahrer Erkan hat auch schon über das Rennen gebloggt. Lesenswert. 🙂

Gleiten statt Schmieren

So lautet das Motto eines neuen Kettenschmierstoffs, den die Fa. DryFluids aus dem brandenburgischen Teltow entwickelt und mir freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Mit nicht ölenden, nicht fettenden und silikonfreien Inhaltsstoffen aus der Luft- und Raumfahrttechnik sollen durch die Verwendung von Trockenpartikeln weder Staub noch Schmutz gebunden und die weltweit niedrigsten Gleitkoeffizienten erreicht werden.
Hört sich gut an, insbesondere für schmutz- und staubanfällige MTB-Ketten. Bislang hatte ich meine Ketten immer vor jeder Fahrt trocken gesäubert und neu eingeölt. Anders die DryFluid Anwendungshinweise: Die Kette sollte vor der Anwendung von DryFluid so sauber wie möglich sein. Das Fluid 1 mal dünn auftragen, 10-15 Minuten ablüften lassen und dann losfahren. Nach rund 50 Km die Anwendung mit wenig Fluid wiederholen. Ab dann einfach nur noch fahren und sich über die langanhaltende Wirkung mit geringster Staub- und Schmutzbindung freuen.
Genauso hab ich es gemacht und war gespannt auf das Ergebnis in der Praxis. Der Härtetest fand am bei der Streckenbesichtigung zum 1. AUTO BROSCH MTB-Marathon im Kemptener Wald statt. Nach 53km durch diverse feuchte und matschige Passagen war das (vorher frisch geputzte) Bike gut eingesaut, aber die Shimano HG93 Kette wies nur einen matten Belag auf, war optisch sauber und hat keinerlei Geräusche von sich gegeben.

Danach habe ich die Kette (ohne sie vorher zu reinigen) nochmal mit dem DryFluid behandelt, bin weitere knapp 40km gefahren und die Kette schnurrt nach wie vor.
Zwei Tage später der nächste Test mit anderem Bike und anderer Kette (SRAM 991): 63km über trockenes bis tiefes Geläuf und die Kette unterwegs bei km 50 nachbehandelt. Wiederum zwei Tage später mit dem selben Bike vormittags 77km mit anfangs Nieselregen und später Altschneefeldern gefahren und abends nochmal 31km vorwiegend auf trockenen Nadelwaldpfaden.  Tags darauf nochmal 30km offroad, am Schluß im Nieselregen und wieder einen Tag später 35km Trails, davon die Hälfte im Regen. Nach diesen insgesamt 236km sah die Antriebseinheit so aus:

Auch an dieser Kette ist kein grober Schmutz zu sehen und sie läuft bzw. gleitet einwandfrei. Die viermalige Anwendung hat den urspünglichen Füllstand des Fläschchens von ca. 65mm um ca. 5mm reduziert. Das Mittelchen ist also recht ergiebig und scheint wirklich was zu taugen. Probiert es am besten selbst aus. Den DryFluid High End Kettengleitstoff gibt es für 18,90 € (50ml) entweder beim Hersteller selbst oder im Fachhandel.

Update: Die MTB-Ketten habe ich jetzt nach heftigen Schlammeinheiten gereinigt und neu eingelassen. Die Rennradkette läuft auch mit DryFluid-Schmierung. Bis km 2.550 habe ich nach trockenen 885 km das erste Mal und nach 1.632 km das zweite Mal nachgepflegt. In diesen Abständen scheint es sich einzupegeln..