6. Marchtal Bike Marathon

marchtal2014streckeSpäter Saisonstart gestern beim 6. Marchtal Bike Marathon. Nachdem ich mich wochenlang mit einer Erkältung herumgeplagt hatte, nur auf der Mittelstrecke mit 54km und 1.000hm. Angesagt waren Sonne und 20 Grad, entsprechend übersichtlich wurde die Sporttasche gepackt. Seltsamerweise türmten sich schon bei der Anreise immer mehr schwarze Wolken über der Schwäbischen Alb auf und pünktlich zum Einfahren goß es in Strömen. Supi, keine Überschuhe dabei, Schuhe naß, A**** naß und noch keinen Meter im Rennen gefahren. Eigentlich hatte ich schon keine Lust mehr, überhaupt zu starten. Nachdem ich aber nicht der Einzige vom RSC AUTO BROSCH Kempten war, durfte ich nicht kneifen. Bei der Startaufstellung vor dem Kloster Obermarchtal hörte der Regen dann aber auf und es ließen sich sogar ein paar blaue Stellen am Himmel ausmachen. Die Strecke war zu Beginn gut feucht und in der hektischen Startphase gab es einige Wegrutscher in den ersten Kurven. Einem Panikbremser in horizontaler Querfahrt konnte ich gerade noch durch die Wiese ausweichen. Das Feld der rund 400 Starter hatte sich dann aber recht schnell sortiert und in einer 4 – 10 Mann/Frau starken Gruppe ging das Gebolze los. Abgesehen von ein paar Metern Wiese verlief der Kurs zu 90% auf Forstwegen mit vielen kurzen Anstiegen und Abfahrten und zahlreichen Kurven. Am schönsten war die Passage durch das Wolfstal, einer ca. 2km langen kleinen Schlucht mit einem engen, flachen Weglein und einigen nicht einsehbaren Kurven, die „zumachten“. Am Schluss waren wir zu fünft in einer Gruppe, darunter ein Konkurrent meiner Altersklasse und zwei junge Burschen, die sich schon auf den letzten Kilometern ständig sinnlos attackierten. Da ich wusste, dass die Entscheidung auf der ansteigenden Zielgerade fallen würde und ich noch ganz gute Beine hatte, sparte ich mir die Kräfte erfolgreich für den Schlusssprint auf. 🙂

marchtal2014podium

Letztendlich war das dann hinter dem unschlagbaren Walter Marquardt (RV Concordia Burggen – Sport Manhard) der 2. Platz von 67 bei den Senioren 2 und insgesamt Rang 28 von 361 Klassierten. Fahrzeit: 2:01:24h. Passt.

Leistungsdiagnostik

Braucht man als berufstätiger, hobbyradfahrender Familienvater in der zweiten Lebensabschnitthälfte eine Leistungsdiagnostik? Lange Zeit war ich der Meinung: Nö, Trainingspläne kann ich eh nicht einhalten und TdF-Sieger werde ich sowieso nicht mehr. Nun hab ich mich aber vor 3 Wochen doch zu einer „Großen Leistungsdiagnostik“ im neu eingerichteten Diagnosezentrum Kempten hinreißen lassen. Und ich kann nur sagen, es hat sich gelohnt. Abgesehen davon, dass ich im Rahmen einer Blutbildanalyse und eines allgemeinen Gesundheitschecks Gewissheit über meinen zufriedenstellenden Allgemeinzustand erhalten habe, hat die Rumpfdiagnostik Schwachstellen offenbart, die ich jetzt im f+p medical.fitness Zentrum gezielt bearbeiten kann. Ganz besonders interessant waren die Erkenntnisse aus einem 100/20 Stufentest (Start mit 100 Watt Widerstand und Steigerung um 20 Watt alle 3 Minuten).
Stufentest-AuswertungDie Freude durch die excellenten Werte im Ausdauerbereich wurde etwas durch die bescheidenen Werte im anaeroben Bereich getrübt. Letztendlich ist das Ergebnis aber nicht überraschend. Vereinfacht gesagt;  wer zu viel im GA1-Bereich fährt, hat Defizite im EB und SB-Bereich. Alles in allem war die Leistungsdiagnostik sehr aufschlußreich und und ich kann nur jedem, der halbwegs ambitioniert Sport betreibt empfehlen, sich einer solchen zu unterziehen.

X-BIONIC Experience Days

„Nichts ist ehrlicher als die eigene Erfahrung“. Unter diesem Motto stand eine zweitägige Veranstaltung des schweizerischen Sportbekleidungsherstellers X-BONIC, an der ich zusammen mit neun anderen Bloggerkollegen/innen am vergangenen Wochenende in Italien teilnahm. Mit dem Bike Engergizer Summerlight Shirt hatte ich vor kurzem ja bereits die Gelegenheit, ein Produkt der Firma zu testen und war sehr gespannt, mehr über deren innovative Technologien und Philosophie zu erfahren. trereDazu ging es am ersten Tag in die Produktionsstätten von Trere‘ Innovation  nach Asola, 30km südlich des Gardasees, denn die Firma entwickelt und produziert nicht in Fernost sondern in Europa.
Ursprünglich stand hier nur die kleine Halle einer italienischen Sockenstrickerei aus welcher X-BIONIC CEO und Chefentwickler Prof. Bodo W. Lambertz im Jahr 2000 mit neuen, patentierten Stütz- und Belüftungs-Technologieen die Fa. X-SOCKS formte. Heute befinden sich hier auf über 100.000qm mehrere Produktions- und Lagerhallen, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum und ein modernes und futuristisch gestyltes Repräsentationsgebäude mit großem Showroom.
Die eigentliche Produktion ist kleiner als erwartet. X-BIONIC fertigt ihre Produkte grundsätzlich nicht wie die meisten anderen Hersteller aus Lycra sondern im Rundstrickverfahren. Einige Dutzend solcher Strickmaschinen stehen in mehreren Räumen und stellen aus verschiedensten Garnen „seamless“ Bekleidungsstücke her. Nur die Ärmel werden ggf. angenäht und die Sitzpolster der Rennhosen in eine entsprechende Aussparung eingenäht. Ansonsten kommen die Teile an einem Stück aus der Maschine. Das Verfahren ist wegen der verschiedenen eingearbeiteten 3D-Konstruktionen recht aufwändig. Ein Unterhemd dauert z. B. ca. 15 Minuten, bis es fertig gestrickt ist.
produktionDie Kerngeschäftsbereiche von X-BIONIC liegen im Bike, Run- Wintersport und Outdoorsektor. Daneben entwickelt die Firma aber auch Nischenprodukte wie z. B. Unterwäsche für Automobil- und Motorrad-rennfahrer. Allen Produkten gemeinsam ist der Grundgedanke, den Schweiß bei körperlicher Belastung nicht von der Haut abzuleiten und dadurch die körpereigene Temperatur-regulierung zu stören, sondern mit Hilfe der natürlichen Schweiß-produktion die Leistungsfähigkeit bei körperlicher Belastung zu erhalten und trotzdem in Ruhephasen ein Auskühlen zu verhindern. Dazu kommen zahlreiche weiter Kompressions-, Belüftungs- und Thermoregulierungs-Technologien, die je nach Einsatzzweck des Kleidungsstücks und Körperregion eingearbeitet sind.
Ob das alles nur leere Marketingversprechen sind, oder ob die Technologien tatsächlich funktionieren, durften wir am zweiten Tag selbst ausprobieren. Während Axel und Jörg (outdoorseite.de) mit Marylene und Hannes von X-BIONIC Outdoorbekleidung auf einem Klettersteig testeten, wurden Nadine (eiswuerfelimschuh.wordpress.com), Raphaela (rund-ums-rad.info), Markus (54elf.de), Ralph (racing-ralph.com), Stephan (www.bike-stefan.de), Thomas (www.läufer-blog.de), Rene (outdoor-spirit.de) und ich mit einem kompletten Bekleidungs-Testset und Bikes ausgestattet und starteten mit Local Mirco auf eine kleine Bikerunde über die Ponale hinauf nach Pregasina. Leider zeigte sich der Lago nicht von seiner besten Seite und viele Nebelwolken verdeckten uns die schönen Ausblicke auf den See. Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

bovo

Wie schon am Vortag begleitete uns der X-BIONIC Vertriebsleiter für Italien Giuseppe Bovo auf der Tour. Er gewann 1990 den Ötztaler Radmarathon (nur 31 Plätze vor mir ;-)) und ist nach wie vor einer der stärksten Rennradfahrer seiner Altersklasse. Sicher kein Nachteil für die Firma, einen solch erfahrenen Top-Athleten in ihren Reihen zu haben.
Ob sie wegen ihm Eindruck schinden wollten? Thomas und Rene warfen sich auf dem Testride jedenfalls nicht nur ins Zeug sondern gleich so auf den Boden, dass sie nicht nur Erfahrung sondern auch noch eine Abschürfung bzw. einen Cut am Ellenbogen mit nach Hause nahmen. Ich selbst hielt mich lieber an das X-BIONIC Motto „Turn sweat into energy“ und zog das komplette Bekleidungsset an, obwohl es bei knapp 20 Grad für Arm- und Beinlinge sowie die Windweste eigentlich zu warm war. Wie gewünscht kam ich in der Auffahrt dann auch ordentlich ins schwitzen, aber auf der Abfahrt und in den Pausen blieb ich vom befürchteten Fröstel- oder Friereffekt tatsächlich verschont. Für eine abschließende Beurteilung war die Testrunde natürlich viel zu kurz, aber der erste Eindruck ist schon mal sehr positiv. Die Teile werden jetzt einem gründlichen Dauertest unterzogen.

Musik: Synthager – Mind away

Neben dieser Produkterfahrung hatten die Testtage noch einen weiteren nicht minder positiven Nebeneffekt: meine Bloggerkollegen/innen. Einige kannte ich virtuell schon recht gut, persönlich getroffen hatte ich aber noch keinen von ihnen. Und ausnahmslos entpuppten sie sich als sehr sympathische, interessante und witzige Zeitgenossen, mit denen es großen Spaß machte, die zwei Tage zu verbringen. Zu dieser tollen Stimmung trugen auch Marylene, Hannes und Giuseppe von X-BIONIC bei, die uns bestens betreuten, bereitwillig und geduldig alle Fragen beantworteten und mit ihrer angenehmen und offenen Art den Eindruck vermittelten, dass sie sehr gerne bei X-BIONIC arbeiten.

Das haben die Kollegen/innen geschrieben:
X-BIONIC Experience Days – ein erster Rückblick
X-Bionic – Experience Days in Italien
X-BIONIC Experience Days – Teil 1 – Die Anreise
X-BIONIC Experience Days – Teil 2 – Morgenlauf und Produktion
X-BIONIC Experience Days – Teil 3 – Gardasee und Test-Laufen
X-BIONIC Experience Days – Teil 4 – Morgenlauf und MTB-Tour mit Bekleidungstest
X-BIONIC Experience Days – Teil 5 – Abschluss und Abreise
X-BIONIC Experience Days 2013
X-BIONIC Experience Days in Italien
X-Bionic Experience Days – Am Anfang war die Socke…
X-BIONIC Blogeintrag

Saisonabschluss beim Pfarralpkönig

Erkan war in der Lederhose am StartÜber dieses kleine, urige Saisonabschlussrennen von Missen zur Pfarr-Alp hinauf über 20km und 700hm hatte ich nach meinem Wiedereinstieg ins Renngeschehen Ende 2010 schon mal berichtet.
Was einst aus einer Bierlaune einer Handvoll Allgäuer Mountainbiker heraus ins Leben gerufene Spassveranstaltung begann, hat sich mittlerweile zu einem überregional bekannten, ernsthaften und stark besetzten Mountainbike-Rennen entwickelt. Gut 180 Fahrer(innen) gingen heuer bei bestem Spätsommerwetter an den Start. Das dürfte ein neuer Teilnehmerrekord gewesen sein und freut mich für die sympathischen Veranstalter.

Musik: Aavepyora – Auringon Kanssa 

Am Start hatte mich gut positioniert, aber das höllisch schnelle Anfangstempo hinauf nach Wiederhofen kostete mich wie immer viele Plätze und es dauerte eine gute halbe Stunde, bis der alte Mann in Schwung kam. Dann lief es allerdings mit Ausnahme einer Rechtskurve, die ich etwas zu optimistisch angegangen war und einen Sturz über den Weidezaun mit einem Powerslide gerade noch vermeiden konnte, ganz ordentlich. Am letzten Anstieg konnte ich mich aus meiner Gruppe lösen und kam nach 56:08min als 3. der Super Master Klasse und Gesamt 31. auf der Terrasse der Pfarr-Alp an, wo mir traditionell sofort eine Halbe Bier in die Hand gedrückt wurde. Meinen Erstgeborenen hatte ich übrigens kurzfristig auch zu einem Start im verkürzten Jugendrennen überredet und er behauptete sogar, dass ihm dieses erste Radrennen überhaupt Spass gemacht hatte. Das freute mich fast noch mehr als meine eigene Platzierung. 🙂

Chillen nach dem Rennen vor der Pfarr-Alp auf 1.050m Höhe
Chillen nach dem Rennen vor der Pfarr-Alp auf 1.050m Höhe

Erkans Race-Video gibt ’s hier.

15. Feneberg MTB Marathon

Gestern fand in Oberstdorf zum 15. Mal der älteste MTB-Marathon im Allgäu statt. Nachdem mir die letzten Jahre immer etwas dazwischen gekommen war, stand ich heuer das erste Mal am Start. Von der Strecke kannte ich nur ein paar kleine Abschnitte und hatte großen Respekt, denn es wurde mir von stundenlangen Tragepassagen und steinigen, knietiefen Bachdurchwatungen berichtet. Vorsichtshalber hatte ich deshalb nur auf der 53km Strecke mit 1.600hm gemeldet. Am Start hieß es dann, dass der Traufberg witterungsbedingt nicht gefahren (bzw. geschoben) wird, da die Trettach unpassierbar war. Unklar blieb, um wie viel kürzer die Strecke dadurch würde.

oberstdorf2013

Am Start lag noch eine Nebeldecke über dem Tal und nach einer kurzen Einrollphase über Feldwege ging es ordentlich steil auf einem Teersträsschen Richtung Gaisalpe hinauf. Nach dem Abzweig auf den Wallrafweg hatten wir den Nebel unter uns gelassen und es bot sich ein tolles Panorama. Leider nur kurz, denn bald hatte uns die Nebelsuppe wieder und die Fahrt auf der nassen Skipiste hinunter zum Schattenberg Skisprungstadion glich einem Blindflug. Hinauf zur Seealpe wiederholte sich das Spiel, nur musste ein kurzes Stück auf losem Schotter bergauf geschoben werden. Dann folgte ein ca. 10-minütiges Tragestück auf einem Wandersteig bergab, wo das Bike mehr als hinderlich war, bis wir wieder im Tal und im Nebel waren.

oberstdorf2013zielDanach lief mein Diesel zwar endlich, aber nun hatte ich endgültig die Orientierung verloren. Es ging an irgendwelchen Bachläufen entlang und quer über Wiesenfelder, bis wir an dem Auslauf der Heini-Klopfer Skischanze vorbei kamen. Ein kleiner Anstieg, ein Forstweg, eine Abfahrt auf einem Karrenweg und wieder an einem Bach entlang, bis ein Streckenosten „2 Kilometer“ rief. Auf dem Tacho standen gerade mal 42km, damit konnte also wohl kaum das Ziel gemeint sein. Außerdem erwartete ich nach dem Höhenprofil noch einen letzen Anstieg und die Bachwanderung stand ja auch noch aus. Doch im nächsten Moment ging es aus dem Wald hinaus und ich erkannte in 2km Entfernung den Kirchturm von Oberstdorf…
Naja, ins Ziel gerollt in 2:22h als 5. von 74 Klassierten der AK3 und 47. von 220 Gesamt. Das Rennen war mir ein bisschen zu kurz, aber ich bin ganz zufrieden, auch wenn nur 2 Minuten auf Platz 3 gefehlt haben.

Musik: Electrologic – The Benny Tune

Die herrliche Allgäuer Landschaft rings um die abwechslungsreiche Strecke war leider zeitweise etwas „vernebelt“, aber der Marathon ist eine tolle Veranstaltung für jedermann. Sieger auf der Extremstrecke wurde zwar der Deutsche Meister Markus Kaufmann vom Team Centurion-Vaude, aber es gab auch eine Hobbyrunde ohne Zeitnahme und eine 31km-Strecke mit 750hm. Nur die Siegerehrung könnte mal künftig vielleicht etwas vorziehen.

9. Ehrenberg Burgenrennen

Wie im Vorjahr war ich auch heuer wieder beim Ehrenberg Burgenrennen, einem Bergsprint zur Festung Schlosskopf, am Start. 450hm auf 8km, diesmal mit neutralisiertem Start im Zentrum von Reutte, was nicht ganz optimal war und für ein paar gefährliche Situationen sorgte. Zum fliegenden Start in Ehenbichl hatte ich mich dann ganz gut positioniert, weil ich auf der ersten Waldpassage nicht ins Gedränge kommen wollte. Dafür musste ich jedoch das Anfangstempo der Spitzenfahrer mitgehen und drehte den Diesel-Motor prompt in den roten Bereich. Die drei flachen Abschnitte zwischendurch versuchte ich dann „zur Erholung“ nutzen, was sich aber als aussichtloses Unterfangen herausstellte. Gleichwohl kamen von hinten nicht mehr viele Fahrer an mir vorbei und auf den letzten zwei Kilometern konnte ich sogar noch Plätze gut machen.
Meine Zeit von 30:11min reichte dann am Ende sogar noch zum zweiten Rang in der AK3, 30 Sekunden hinter dem amtierenden Allgäuer MTB-Meister Franz Zwilcher vom VC Mindelheim. Bei der abschließenden, gut bestückten Tombola ging ich zwar leer aus, aber mit dem Ergebnis war ich nach der hemmungslosen Schlemmerei im Urlaub trotzdem ganz zufrieden. 😉

Musik: Gigi d Ambuoso – Ha-Ha-Ha-Ha-Hey