STRAVA Segmente auf dem Garmin Edge 810

Mit dem jüngsten Firmware-Update auf die Version 3.40 hat Garmin dem Edge 810 u. a. die bislang seinem größeren Bruder Edge 1000 vorbehaltene Segment-Funktion spendiert. Hauptsächlich gedacht für die bislang wenig angenommenen Garmin eigenen Segmente lässt sich der Edge 810 aber auch mit den weitaus populäreren STRAVA-Segmenten bestücken. Das ging vorher über die Streckenfunktion und den Virtuellen Partner auch schon, aber jetzt ist es etwas einfacher und praktischer geworden:

Auf dieser Seite lässt sich über die Eingabe des STRAVA-Segment-Links eine FIT-Datei erzeugen. Kopiert man diese auf den Edge 810 in das Garmin/NewFiles-Verzeichnis erscheint sie nach dem nächsten Neustart des Geräts im Menü Dateiordner unter dem neuen Punkt „Segments“. Dort kann man Karte, Höhenprofil und Bestzeit des KOM-Leaders betrachten und das Segment aktivieren.

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Bild 1

Nähert man sich unterwegs dem Startpunkt eines aktivierten Segments, bekommt man 150 Meter vorher automatisch einen entsprechenden Hinweis (Bild 1) mit Kartenansicht, markiertem Startpunkt (grauer Pfeil), (grün) markierter Segmentstrecke, Länge des Segments und der zu schlagenden Bestzeit. Erreicht man den Startpunkt startet die KOM-Jagd automatisch. 🙂

Bild 2
Bild 2

Die eigene Position wird als blauer Pfeil dargestellt, die des KOM-Leaders als grauen Pfeil. Zusätzlich wird die Restdistanz des Segments und der Zeitvorsprung oder -rückstand zur Bestzeit angezeigt. Man fährt also in virtueller Echtzeit gegen die Bestzeit und hat dabei sowohl die Streckenführung als auch die aktuelle Zeitdifferenz vor Augen.
Je nachdem. ob man am Ende schneller oder langsamer war, bekommt man eine entsprechende Gewinnmeldung oder den Hinweis, dass der virtuelle Partner das Segment bereits absolviert hat. Abbrechen lässt sich die Anzeige über den roten Button mit dem weißen X. Verlässt man die Segmentstrecke wird die Anzeige automatisch beendet.

Viel Spaß beim Ausprobieren, aber nehmt mir nicht alle meine KOMs ab. Hab nur noch 156… 😉

Update: Mit dem Edge 510 soll es auch funktionieren. @t_al hat mir netterweise folgende Screenshots zur Verfügung gestellt:

510-segmente

4. MTB-Bergsprint zum Schwarzen Grat

kuehnisny406Gut drei Monate nach der DM MTB Justiz ging es sich vergangenes Wochenende endlich mal wieder für ein kleines Rennen aus, wie unsere österreichischen Nachbarn zu sagen pflegen. Schon zum 38. Mal richtete der TV Isny am 28.09.2014 einen Berglauf von der Rehaklinik Überruh hinauf zum Aussichtsturm Schwarzer Grat aus und zum 4. Mal wurde im Rahmen dieser Veranstaltung auf fast gleicher Strecke bei bestem Spätsommerwetter auch ein MTB-Uphill-Rennen gestartet. 7,1km und 470hm ausschließlich auf Forststraßen klingt nicht allzu dramatisch, aber gleich nach dem fliegenden Start ging es eine ordentliche Rampe hoch, auf der sich meine Teamkollegen Robby und Franky mit ihren 7kg-Bikes und unser Youngster Patrick aus dem Staub machten und ich mich so auf Position 20 der gut 60 Starter einreihte. Einige waren wohl etwas zu schnell angefahren, mich eingeschlossen, denn die anfänglichen Leistungswerte von 400W und mehr pendelten sich bei einem 170er Durchschnittspuls bald um meinen Schwellenwert von 285W ein. Trotzdem konnte ich noch ein paar Konkurrenten einsammeln und wurde selber nicht überholt. Nach 26.03min sprang dann ein 15. Gesamtrang und Platz 2 bei den Senioren 2 hinter Teamkollege Franky heraus. Robby gewann die Elitewertung, Esther die U23-Wertung der Damen und Patrick wurde dritter bei den U23-Herren, was dem RSC AUTO BROSCH Kempten dann auch noch den Sieg in der Mannschaftswertung einbrachte. 🙂

Abruzzen da capo

baschtl+ciaspone800Im Sommerurlaub 2013 hatte ich über STRAVA den Italiener „Ciaspone“ kennengelernt, eine sehr sympathische lokale Bikegröße meiner Altersklasse aus Torrevecchia im Hinterland von Pescara. Wir blieben in Kontakt und vergangenes Wochenende lud er mich zu einer „STRAVA-Party“ zu sich nach Italien ein. Untergebracht wurde ich in einer großzügigen Strandwohnung in Francavilla direkt am Meer und von Donnerstag bis Sonntag hatte er ein prall gefülltes MTB-, Rennrad- und Rahmenprogramm vorbereitet. 🙂
Über den faszinierenden Nightride durch Chieti habe ich ja bereits in bewegten Bildern berichtet. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass wir auf der Runde auch einen lokalen Winzer mit leckerer Weinverkostung und eine Bar mit typisch italienischer Tomaten-Schinken-Brot Zwischenmahlzeit und Bier (?) besuchten.

siseAm Freitag zeigt mir „Ciaspo“ auf dem Rennrad dann das bergige Hinterland der Majella, einem Bergmassiv inmitten eines Nationalparks mit Bergen bis zu knapp 2.800m Höhe. Ganz so weit hinauf kamen wir nicht, dafür durfte ich in dem antiken Städtchen Guardiagrele die lokale Spezialität „Sise delle Monache“ kennenlernen, eine überaus leckere Süßspeise mit interessanter Namensgebung aus einem streng geheimgehaltenen Rezept mit Bisquitteig und Puddingfüllung.
131km und 1.770hm standen nach der Tour auf dem Garmin. Eigentlich genug, aber mein Gastgeber hatte für den Abend noch ein Treffen mit drei Freeridern aus Chieti ausgemacht, die zu einem „bayerischen Oktoberfest“ nach Pescara kurbeln wollten. Die drei erwiesen sich als liebenswerte Spaßvögel, die vorzugsweise im Drift bzw. auf dem Hinterrad unterwegs waren. Zwischendurch gab es Tempoeinlagen mit über 40 Sachen durch den Abendverkehr.  Über den richtigen Weg zum Bierfest wurde häufig diskutiert, aber letztendlich fanden wir die Lokalität doch. Nach einem italienischen Weizenbier in einem 0,3l (!) Glas machte ich dann die 200km für diesen Tag voll.

Samstag morgen wurde ich in Francavilla von einer Rennradgruppe älteren Semesters abgeholt, angeführt vom „Capitano“, einem 67-jährigen Arzt mit zahlreichen Amateursiegen, der ein zügiges Tempo anschlug und den niemand überholen durfte. Trotz kräftigen Gegenwinds auf der Rückfahrt auf der Küstenstrasse fuhr er alles von vorne. Die Gruppe war hochkarätig besetzt: neben einem Rechtsanwalt mit feinstem Carbonmaterial, der seit 20 Jahren Triathlonwettkämpfe bestreitet, fuhr auch ein Carabinieri mit, der überraschenderweise keinerlei Anstoß daran nahm, dass wir sämtliche rote Ampeln (kontrolliert) ignorierten. Eine recht ungewöhnliche Erfahrung für mich. 😉

stravatorteSamstag abend fand dann die besagte „STRAVA-Party“ bei Ciaspone zu Hause statt. Er hatte zwei Dutzend befreundete STRAVA-Nutzer aller Alters- und Leistungsklassen eingeladen und tischte ein typisch italienisches mehrgängiges Menü auf. Alles war so lecker, dass ich nach den Vorspeisen eigentlich schon satt war. Als Hauptgericht gab es Arrosticini, eine Spezialität aus den Abruzzen: Schaffleisch wird in kleine Würfel geschnitten, mit Olivenöl bestrichen und auf Holzspießen gegrillt. Davon isst man dann nicht zwei oder drei, sondern zwanzig oder dreißig… Dass ich mich zwischendurch beim Tischfußball ordentlich blamiert habe, wurde zur Nebensache, als Massimo, ein rennradfahrender Eismeister, das Highlight der Dessertvariationen präsentierte: Eine STRAVA Eistorte. Schmeckte noch besser, als sie aussah! Die übrigen Kuchen etc. musste ich mir fürs Frühstück einpacken lassen.

Sonntag vormittag dann die Abschlußfahrt: eine Bikerunde mit einigen supernetten Jungs von A.S.D. BIKEPRO CHIETI SCALO, einem MTB-Team um BIKEPRO Shop-Inhaber Ivan Capone. Der Chef war auch mit am Start und zu zehnt ging es diesmal auf Stollenreifen in den Majella National-Park. Steinige Karrenwege und flowige Singletrails, genau das Richtige für mein Camber. Das Grunzen eines Wildschweines wurde auch vernommen, aber das Borstenvieh blieb zum Glück in Deckung. Auf dem Heimweg lud mich dann Davide spontan zu sich zum Essen ein und bewirtete mich reichlich mit zahlreichen lokalen Spezialitäten. Überhaupt war die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die mir in den Abruzzen ausnahmslos begegnete, bemerkenswert. Mille Grazie!