X-BIONIC – Hightech auf der Haut

xbionic2 Seit ca. zwei Monaten darf ich ein Shirt der vielfach ausgezeichneten Edelmarke X-BIONIC mit Sitz in der Schweiz und Produktion in Italien unter dem Trikot tragen und testen. Es führt die Produktbezeichnung Bionic Energizer Summerlight und weist nach Darstellung des Herstellers eine ganze Reihe innovativer und technischer Besonderheiten auf.
Im Zentrum der Funktionalität steht das Bestreben, bei Hitze zu kühlen und bei Kälte zu wärmen und so den Körper während sportlicher Aktivitäten immer auf einem gleichbleibendem Temperaturniveau von 37 Grad zu halten. Dazu soll – vereinfacht gesagt – nicht zur Kühlung der Haut benötigter Schweiß über ein dreilagiges Textilsystem abgeführt werden, ohne dass ein Nässegefühl entsteht. Gleichzeitig soll in Ruhephasen ein Auskühlen des Körpers durch eine Klimatisierungsfunktion des Gewebes verhindert werden. Klingt vielversprechend, aber was kann das Shirt in der Praxis tatsächlich?
Der erste Eindruck nach dem Anziehen: Wow, liegt überall perfekt und straff auf der Haut an. Keine Falten, nichts stört. Nicht einmal die typischen Pflegehinweise im Kragen, denn die sind innen im Bund eingedruckt. Das Tragegefühl ist sehr angenehm und vermittelt ein leichtes und wohliges Wärmegefühl.
Angezogen hab ich das Shirt dann während zahlreicher zwei- bis vierstündiger MTB- und Rennradeinheiten jeweils unter einem Kurzarmtrikot bei Temperaturen zwischen 15 und 32 Grad und auch einmal Indoor auf der Rolle. Ein Nässegefühl auf der Haut war während des Trainings tatsächlich nicht zu spüren. Danach war die Außenseite des Shirts deutlich feucht und die Haut selbst zwar nicht trocken, aber nur mit einem leichten Feuchtigkeitsfilm bedeckt. Der Schweißtransport scheint also zu funktionieren. Obwohl als Sommershirt konzipiert ist es mir bei Temperaturen über 25 Grad allerdings zu warm. Liegt möglicherweise daran, dass ich bei solchen Verhältnissen normalerweise kein Unterhemd unter dem Trikot trage. Was ich nicht ausprobieren konnte wollte, war die Geruchsneutralität der Fasern bei mehrmaligem Gebrauch. Ich muss zum Sport einfach immer frische Sachen anziehen, sonst fühle ich mich nicht wohl. Die ca. 20 Wäschen bei 40 Grad mit anschließender Lufttrocknung hat das Shirt aber folgenlos vertragen.
Fazit: Mit 79,- € ist das X-BIONIC Funktionsunterhemd nicht gerade billig, aber Qualität hat seinen Preis. Und wie überall im Radsport kann man auch weniger Geld ausgeben, aber mit besserem Material fährt es sich angenehmer und vielleicht sogar einen Tick leichter.

Abruzzen statt Allgäu

In meinem Innersten bin ich ja ein halber Italiener. Schon als Kind regelmäßig mit den Eltern dort im Urlaub gewesen zieht es mich nach wie vor nach „Bella Italia“. Klima, Landschaft, Leute und nicht zuletzt das gute Essen üben eine magische Anziehungskraft aus. Und dann ist Italien ja auch noch das Mutterland des klassischen Radsports. Deswegen fand der Familienurlaub heuer in Francavilla al Mare südlich von Pescara an der Adriaküste in der Region Abruzzen statt.
francavillaDieses Jahr nahm ich kein Rennrad sondern ein MTB mit, auch wenn ich mangels brauchbarer Offroad-Tracks vorwiegend auf Asphalt fahren wollte. Die Nebenstraßen in den Abruzzen weisen nämlich gerne die eine oder andere Überraschung in Form von Sand, Rillen, Absätzen und Schlaglöchern auf, die das Fahren mit den dünnen Rennradreifen etwas anstrengend machen. Gewohnt haben wir im Hotel Punta de l‘ Est direkt am Strand. Ein kleines, familiär geführtes Haus mit freundlichem Personal, einem Radschuppen mit Werkstatt und ausgezeichneter, typisch italienischer Küche, was sich bei mir auch prompt gewichtstechnisch „positiv“ auswirkte. Unter den Gästen waren hauptsächlich Italiener und nur wenige Deutsche, die aber nicht unangenehm auffielen. Das Frühstück konnte mit freiem Blick zur Küstenstraße eingenommen werden, wo im Minutentakt Rennradfahrer vorbei rollten, einzeln oder in kleinen oder größeren Gruppen, ausnahmslos in schicken einheitlichen Trikot-Hosen-Kombinationen auf bitzblanken Rennmaschinen, von nagelneuem Hightech bis zu Rädern aus der Zeit Fausto Coppis im Originalzustand. Unter den Radfahrern waren auffallend viele Senioren bis weit über 60, aber auch Kinder und Jugendliche mit Trainer auf dem Rad oder mit Begleitfahrzeug. Sehr schön anzusehen und die Stylepolice hat hier absolut keinen Auftrag.
Selber gefahren bin ich natürlich auch, kleine Runden von 2-3 Stunden, und wenn man sich mal ein wenig auf der Karte orientiert hat, findet man viele schöne Nebensträsschen, die hinauf zu zahlreichen kleinen Ortschaften auf 200 – 300m hoch gelegenen Hügeln führen: Miglianico, Ripa Teatina, Bucchanicio, Villamagna etc. sind nicht nur klingende Namen sondern sehenswerte Vertreter dieser Art mit alten Ortskernen, engen Gassen und schönen Ausblicken. Radfahrer trifft man dort allerdings kaum. Die Mehrheit der Italiener fährt lieber an der Küste entlang oder auf den überwiegend flachen Hauptstraßen im Tal. Die Einheimischen, die ich dort getroffen habe, waren alle sehr freundlich, gesprächig und relaxed, obwohl ich ja auf einem MTB unterwegs war. Kein Vergleich mit so manchem hiesigen Rennradfahrer, für den es die Höchststrafe zu sein scheint, wenn ein MTB-Fahrer in seinem Windschatten mitrollt, oder ihn gar überholt.

Musik: 2Inventions – Lonelyness

Ganz besonders gefreut hat mich die Bekanntschaft mit Valentino Ciaspone, einem sehr sympatischen und hilfsbereiten Local aus Torrevecchia, dem ich beim Intervalltraining einen örtlichen Strava KOM „gestohlen“ hatte, der deshalb Kontakt mit mir aufnahm und der mich am letzten Urlaubstag im Hotel mit vier netten Kollegen vom MTB Team Bike Pro Chieti zu einer tollen und unterhaltsamen Trail-Tour abholte. So kam ich nach 12 Straßeneinheiten doch noch zu einer richtigen Bike-Runde. Mille Grazie! Wer mit dem MTB in der Gegend von Pescara ist, kann sich gerne mit ihm unter ciaspone@tin.it in Verbindung setzen.

5. M3 Montafon MTB Marathon

32,5 Grad zeigte der Garmin gestern um 9.00 Uhr beim Start in Schruns an, mein Wetter.
Wie im letzten Jahr ging ich wieder auf die M2-Strecke über 65km und 2.400hm. Bei der Startaufstellung stand ich direkt hinter dem Lizenzfahrerblock und entsprechend flott ging es die ersten 10 Kilometer das Silbertal hinauf, so dass ich am ersten langen Anstieg bis zum Kristberg etwas herausnehmen musste, um nicht zu überdrehen, und einige Plätze verlor. Danach fühlten sich die Beine immer besser an und dank der hervorragenden Flaschenversorgung an den Verpflegungsstationen hatte ich keine Probleme mit der Hitze.

Was hat der auf dem Helm? Einen Raketenantrieb?

Den Trail hinunter nach Gantschier schob ich im oberen Teil und büßte dadurch wieder ein paar Positionen ein. War aber besser so, denn da gab es ein paar üble Stürze. Auf dem letzten langen Anstieg nach Mattschwitz fuhr ich dann einen nach dem anderen vor mir auf und zum Schluss reichte es nach 3:43h für Platz 6 bei den Masters 2 und Platz 44 von 285 in der Gesamtwertung. Die Veranstaltung war wieder top organisiert und man merkt einfach, dass eine solche Veranstaltung in österreichischen Tourismusgebieten noch einen ganz anderen Stellenwert einnehmen kann als in Deutschland.

Musik: ParadoxicIII – Masterdance

11. König Ludwig Bike Cup Oberammergau

Gestern war ich wieder beim König Ludwig Bike Cup in Oberammergau auf der 80km Runde mit am Ende knapp 2.700hm am Start. Das Wetter passte auch wieder, der Frühnebel riss auf und die meiste Zeit schien die Sonne. Trotzdem waren viele der Schlüsselstellen bergab feucht, rutschig und schlammig, was zu einem kleinen aber zum Glück folgenlosen Ableger vor der sogenannten „Hölle“ führte. Dank eines verhaltenen Beginns lief es auf den beiden 25km-Runden am Ende richtig gut und so konnte ich meine Zeit vom letzten Jahr um fast 20 Minuten verbessern. Ein paar neue und alte Bekannte traf ich vor, nach und während des Rennens auch noch und so war es wieder ein schöner Tag bei einer wieder hervorragend organisierten Veranstaltung. Nur die Zeitmessung könnte vielleicht mal auf Transponder umgestellt werden…

Musik: Atomic Cat – Turn Back

Am Ende reichte es in 4.25:15h mit Platz 11 in der Klasse Master1 nicht ganz für eine Top10-Platzierung, aber wenigstens waren dort nur Jüngere und in der Gesamtwertung keine Damen vor mir. 😉

10. MTB-Marathon Pfronten

Nach meiner Premiere im letzten Jahr fuhr ich gestern wiederum beim Pfrontener MTB-Marathon die Langstrecke. Start- und Zielbereich wurden ins Dorfzentrum verlegt und die Anfahrt zur ersten Breitenbergauffahrt verlief neu über einen Wiesenpfad, der erstmal für einen kleinen Stau und verschlammte Schuhe sorgte. Die Schotterpiste im oberen Teil des Breitenbergs zwang die meisten Mitstreiter aus dem Sattel. Mir gelang es, bis auf ca. 100 Meter alles zu fahren, ein Kraftakt aus übertriebem Stolz, den ich später noch büßen sollte. Spätestens bei der Auffahrt zum Edelsberg, die von der Kappler Alp wieder mit 70er und 80er Jahre Hardrock beschallt wurde, floß dann in der Mittagshitze der Schweiß aus allen Poren. Ein kleines Schneefeld galt es auch noch zu queren, ansonsten war die Strecke in einwandfreiem Zustand. In einer Abfahrt im Vilstal erlebten wir dann noch eine „tierische“ Schrecksekunde, denn eine Herde Schumpen wurden von einem 10-jährigen Hirten und Streckenposten mehr aufgeregt als beruhigt und galoppierte kreuz und quer über die Fahrstraße.

Musik: Dteix – Rock on rock off

Beim Einstieg in die Auffahrt zum Himmelreich musste ich dann den Preis für das Gewürge am Breitenberg und das Tempogebolze im Vilstal zahlen: Krämpfe links und rechts im Oberschenkel und noch standen über 1.000hm an. Also langsam weiter treten und hoffen, dass sich die Muskeln entspannen. Trotzdem holten wird schon zu Beginn des Anstiegs die ersten (schiebenden) Mittelstreckler ein. An der letzten Verpflegungsstation im Steinnachtal lies ich dann nochmal beide Flaschen auffüllen und blieb auf der zweiten Breitenbergauffahrt bis kurz vor dem höchsten Punkt, wo ich zum Teamkollegen „Staubi“ aufschloss, von weiteren Krämpfen verschont. Doch dann kamen sie wieder, insbesondere im rechten  Oberschenkel, was die Rechtsserpentinen in der letzten Abfahrt etwas schmerzhaft gestaltete. Nach 4:18h Fahrzeit, 74km und 2.740hm schaffte ich es dann doch noch als Gesamt 65. und 16. in der Altersklasse der 40 – 49-jährigen ins Ziel.

1. Pitztal MTB Marathon

Nachdem der Tegernsee Marathon letzten Sonntag buchstäblich ins Wasser gefallen war, meldete ich mich Anfang der Woche kurzerhand für den 1. Pitztal MTB-Marathon in Wenns/Tirol an und erwartete lange Anstiege und schnelle Abfahrten in einer schönen Berglandschaft bei Sonnenschein. Fast so kam es dann auch. Am Tag vor dem Rennen stellte der Veranstalter noch ein paar Trail-Videos von der Strecke ins Netz, die schon nichts Gutes verhießen. Am Start erzählte uns dann ein Einheimischer: „Da san scho a boa Trails drinne, aber alle leicht zum foarn.“. Naja, das war wohl der amtierende österreichische Staatsmeister im Downhill, denn so viel bergab geschoben hab ich glaube ich noch nie. Und das, obwohl ich viele Stellen gefahren bin, die ich alleine im Wald wohl sonst nicht fahren würde. Aber trotzdem: Wurzel, Felsen, Geröll, Sumpf und nasse Bretter in z. T. beachtenswertem Gefälle forderten diverse Geheinlagen, bei denen das Bike mehr als hinderlich war. Das kostete natürlich viel Zeit. Dummerweise war die einzige Verpflegungsstelle nicht sehr großzügig mit Flüssigkeit ausgestattet, so dass ich die letzten 20km „trocken“ fahren musste. Egal, denn zum Schluß ging es nach dem Highlight, der 94 Meter über dem Grund baumelnden „Benni-Raich-Hängebrücke“ unspektakulär nur noch ein bisschen auf und ab bis ins Ziel. Nach 4:05h Fahr- bzw. Gehzeit, 49km und 2.849hm wurde ich dann in der höchsten Altersklasse tatsächlich noch Zweiter. Von zwei Klassierten allerdings…

Musik: Piotr Berner – Night of the Comet

Für die erste Austragung war die Veranstaltung ganz gut organisiert. Streckenausschilderung und -absperrung waren perfekt und das Startgeld mit 20,- € günstig. Für eine Breitensportveranstaltung erscheinen mir die Abfahrten allerdings etwas zu anspruchsvoll. Vielleicht war das auch der Grund dafür, warum insgesamt nur 87 Fahrer am Start waren, von denen nur 69 ins Ziel kamen.

Gunzesrieder Frühlingsrunde

Der erste richtig schöne Frühlingstag mit halbwegs schneefreien Berggipfeln im Allgäu heuer, Yeah! Da hieß es heute morgen nix wie rauf aufs Bike. Erkan von den Mountain Hereos war mit von der Partie und so schraubten wir uns nach flotter Anfahrt erstmal den schweißtreibenden Mittagberg in Immenstadt hoch. Über die Sennalpe Oberberg ging es dann hinunter nach Gunzesried und vor dort hinüber zur Ornach-Alpe. Nach einem bis auf ein paar Spitzkehren ganz flowigen Waldtrail überquerten wir die Talstrasse, um zur Höllritzer-Alpe aufzufahren. Kurz vor der Hütte stießen wir auf ein größeres Schneefeld. Da wir uns keine nassen Füße holen wollten, rollten wir ein Stück zurück und fuhren hinauf zur Mittelberg-Alpe. Von dort führt ein holpriger Wald- und Wiesentrail ins Ostertal. Die nächste und letzte Auffahrt führte uns dann zum Allgäuer Berghof, wo wir auf die Downhill-Roller Strecke hinunter nach Ofterschwang abbogen. Zurück ging es dann im Zweier-Mannschaftsfahren über den Illerradweg und die alte B19. Eine tolle Tour über knapp 92km und 2.459hm in 4:41h. 🙂

Musik: Martin Oakson – Summer Soon