1. Pitztal MTB Marathon

Nachdem der Tegernsee Marathon letzten Sonntag buchstäblich ins Wasser gefallen war, meldete ich mich Anfang der Woche kurzerhand für den 1. Pitztal MTB-Marathon in Wenns/Tirol an und erwartete lange Anstiege und schnelle Abfahrten in einer schönen Berglandschaft bei Sonnenschein. Fast so kam es dann auch. Am Tag vor dem Rennen stellte der Veranstalter noch ein paar Trail-Videos von der Strecke ins Netz, die schon nichts Gutes verhießen. Am Start erzählte uns dann ein Einheimischer: „Da san scho a boa Trails drinne, aber alle leicht zum foarn.“. Naja, das war wohl der amtierende österreichische Staatsmeister im Downhill, denn so viel bergab geschoben hab ich glaube ich noch nie. Und das, obwohl ich viele Stellen gefahren bin, die ich alleine im Wald wohl sonst nicht fahren würde. Aber trotzdem: Wurzel, Felsen, Geröll, Sumpf und nasse Bretter in z. T. beachtenswertem Gefälle forderten diverse Geheinlagen, bei denen das Bike mehr als hinderlich war. Das kostete natürlich viel Zeit. Dummerweise war die einzige Verpflegungsstelle nicht sehr großzügig mit Flüssigkeit ausgestattet, so dass ich die letzten 20km „trocken“ fahren musste. Egal, denn zum Schluß ging es nach dem Highlight, der 94 Meter über dem Grund baumelnden „Benni-Raich-Hängebrücke“ unspektakulär nur noch ein bisschen auf und ab bis ins Ziel. Nach 4:05h Fahr- bzw. Gehzeit, 49km und 2.849hm wurde ich dann in der höchsten Altersklasse tatsächlich noch Zweiter. Von zwei Klassierten allerdings…

Musik: Piotr Berner – Night of the Comet

Für die erste Austragung war die Veranstaltung ganz gut organisiert. Streckenausschilderung und -absperrung waren perfekt und das Startgeld mit 20,- € günstig. Für eine Breitensportveranstaltung erscheinen mir die Abfahrten allerdings etwas zu anspruchsvoll. Vielleicht war das auch der Grund dafür, warum insgesamt nur 87 Fahrer am Start waren, von denen nur 69 ins Ziel kamen.

Gunzesrieder Frühlingsrunde

Der erste richtig schöne Frühlingstag mit halbwegs schneefreien Berggipfeln im Allgäu heuer, Yeah! Da hieß es heute morgen nix wie rauf aufs Bike. Erkan von den Mountain Hereos war mit von der Partie und so schraubten wir uns nach flotter Anfahrt erstmal den schweißtreibenden Mittagberg in Immenstadt hoch. Über die Sennalpe Oberberg ging es dann hinunter nach Gunzesried und vor dort hinüber zur Ornach-Alpe. Nach einem bis auf ein paar Spitzkehren ganz flowigen Waldtrail überquerten wir die Talstrasse, um zur Höllritzer-Alpe aufzufahren. Kurz vor der Hütte stießen wir auf ein größeres Schneefeld. Da wir uns keine nassen Füße holen wollten, rollten wir ein Stück zurück und fuhren hinauf zur Mittelberg-Alpe. Von dort führt ein holpriger Wald- und Wiesentrail ins Ostertal. Die nächste und letzte Auffahrt führte uns dann zum Allgäuer Berghof, wo wir auf die Downhill-Roller Strecke hinunter nach Ofterschwang abbogen. Zurück ging es dann im Zweier-Mannschaftsfahren über den Illerradweg und die alte B19. Eine tolle Tour über knapp 92km und 2.459hm in 4:41h. 🙂

Musik: Martin Oakson – Summer Soon

11. Auerberg MTB-Marathon

Das vierte Saisonrennen heute und das vierte Mal im Schlamm. Am Start sah es noch relativ gut aus, doch nach 5 Minuten begann es zu regnen und bald war alles kalt und nass. Die vielen Pfützen, Rinnsale und kleine Schlammseen sorgten dafür, dass alles knirschte: Antrieb, Bremsen, der Dreck zwischen den Zähnen und die Gelenke. Um so erstaunlicher, dass es bei mir mit der Zeit immer besser lief. Die Anfahrt zum Auerberg war noch ein bisschen zäh, aber die letzten 20km konnte ich noch ganz gut aufdrehen. Vielleicht wollte ich auch nur so schnell wie möglich ins Trockene. Letztendlich kam ich nach 64km in 2:34h ins Ziel, was für Platz 34 Gesamt und Platz 5 in der AK reichte. Aufs Podium durfte ich dann auch noch: Unter 33 Teams war der RSC AUTO BROSCH Kempten (wieder mal) die schnellste Mannschaft. 🙂

Musik: Dark Loris – Every Day

5. Marchtal Bike Marathon

Das dritte Saisonrennen heute und zum zweiten Mal ging es an den Fuß der Schwäbischen Alb, diesmal nach Obermarchtal mit Start und Ziel vor der malerischen Kulisse einer barocken Klosteranlage. Der Starkregen vom Vortag hatte die Strecke wieder mal gut eingefeuchtet und kurz nach dem Start begann es auch wieder leicht zu regnen, was aber dank moderater Temperaturen nicht weiter störte. Der Kurs verlief hauptsächlich über Wald-, Feld und Wiesenwege mit wenigen kurzen Trailabschnitten und war einfach zu fahren. Highlight: Der felsumsäumte Schluchtenweg durch das Wolfstal.

Ich fuhr die meiste Zeit in einer 5-Mann starken Gruppe, zu der sich auch Frau Elisabeth Brandau, die amtierende Deutsche Marathonmeisterin, gesellte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Gerd Mayr vom Team Voba RSV 06 Nattheim, der mich mit einem beherzten Schrei wieder auf Kurs brachte, als ich nach einem Trail etwas abgesetzt hatte und falsch abgebogen war. Nach 2:58h kam ich nach 73km und 1.340hm als gesamt 33. und 10. der AK Master 1 diesmal ohne Sturz im Ziel an und konnte mich nicht nur über meine Platzierung sondern auch über das gesamte Abschneiden meines Teams RSC AUTO BROSCH Kempten freuen, das mit zwei ersten Plätzen, einem 2. Platz, einem 3. Platz und dem Sieg in der Mannschaftswertung auf der Mitteldistanz gleich fünfmal auf dem Podium vertreten war.

Musik: Pretonika – Discovery

2. Kemptener AUTO BROSCH Bike Marathon

Heute fand die zweite Austragung unseres Heimrennens statt, mit noch schönerer Streckenführung, noch besserem Wetter und noch mehr Teilnehmern (über 700) als im letzten Jahr. Wieder nahm ich mir die Langdistanz (78km, 1440hm) vor und wie gewohnt wurde von Beginn an kräftig am Hahn gedreht = Pulsmesser am Anschlag auf den ersten 15km. Bis zur Verpflegungsstelle in Hauptmannsgreuth hatte sich das Feld dann gut in die Länge gezogen und in kleinen Gruppen konnte ich mich etwas erholen.

Musik: Pantera Negra – Eureka

In der zweiten Runde brannten die Oberschenkel bergauf aber schon ganz schön. Abgelegt hab ich mich natürlich auch wieder: ein nasser Ast sorgte für eine  exorbitante Querbeschleunigung des Vorderrads. Ist aber nichts weiter passiert und nach 3:03h kam ich als Gesamt 45. und 16. in der Master 1 (bei uns galt die UCI-Altersklasseneinteilung) ins Ziel. Dank dreier sensationell schneller Teamkollegen vom RSC AUTO BROSCH Kempten durfte ich sogar wieder aufs Podium: Platz 1 in der Teamwertung. 🙂

5. MTB Event in Veringendorf

Gestern ging es mit drei Teamkollegen des RSC AUTO BROSCH Kempten zum ersten Saisonrennen über 55km und 1.230hm in das kleine Veringendorf am Fuß der Schwäbischen Alb. Die Tage zuvor hatte es ordentlich Niederschläge gegeben und am Start herrschten mit 7 Grad und Nieselregen nicht gerade meine Lieblingsbedingungen. Dementsprechend rutschig war die an sich schöne Strecke mit über einem Dutzend Auf- und Abfahrten auf Forst-, Wald- und Wiesenwegen und ein paar einfachen Trails dann auch. Mein neues 29″ Bike kam mit den widrigen Bedingungen aber super zurecht und obwohl ich am Start mal wieder ziemlich weit hinten stand, lief es am Anfang ganz gut. Am Ende der Einführungsrunde konnte ich bergab zu Teamkollegen Julian aufschließen, der mir dann aber bald mit jugendlicher Frische bergauf davon zog.
Nach km 18 dann der Super-GAU: bei einem Blick nach unten verabschiedete sich meine rechte Kontaktlinse. Also noch 35km einäugig mit verdreckter Brille durch unbekanntes und tiefes Geläuf eiern. Zwangsläufig verlor ich dann in den Abfahrten immer wieder meine Gruppen und einmal nahm ich auch eine kleine Schlammbodenprobe. Letztendlich kam ich dann aber nach 2:19h als gesamt 41. doch noch heil im Ziel an, zwar gute 22 Minuten hinter dem Sieger und Deutschen Meister Markus Kaufmann, aber überraschend auf dem 2. Platz der Masters 2 Altersklasse.
Ein Lob muss man dem veranstaltenden TV Veringendorf machen, der von den 400 Dorfbewohnern sage und schreibe 200 als Helfer für das Rennen auf die Beine stellte und nachdem sich abzeichnete, dass ein Gartenschlauch für die Bikewäsche nicht ausreichte, flugs ein paar C-Schläuche von der Freiwilligen Feuerwehr ausrollen lies. „Kommet nägschtes Joar wiedr“ bat der Moderator es bei der Siegerehrung, und dem Wunsch werden wir gerne nachkommen.

Musik: Agnia – Heart is broken

Übers Ofterschwanger Horn zur Höllritzer Alpe

Wir schreiben den 18. November und Schnee ist keiner in Sicht. Dafür herrscht bestes Bikewetter im Allgäu. Ideal für eine kleine Morgenrunde mit dem Mountain-Mike. Den Nebel im Illertal ließen wir auf dem Weg zum Allgäuer Berghof schnell hinter uns und auf der Hörnerkette brachte uns die Sonne ganz schön ins Schwitzen. Das Szenario dort oben war schon recht bizarr: Eingehängte Liftbügel, Schneekanonen und Fangzäune – aber alles auf der grünen Wiese. Hinunter ins Ostertal lotste ich uns dann auf einen Secret Trail, den nicht einmal Local Mike kannte. 🙂

Musik: Curly’s Revenge – Insouciance

Weil die Auffahrt zum Rangiswanger Horn über den Winter gesperrtes Naturschutzgebiet ist, fuhren wir das Ostertal noch ein Stückchen weiter und kämpften uns auf dem garstig steilen Karrenweg zur Höllritzer Alpe hinauf. Belohnt wurden wir dafür mit einem traumhaften Bergpanorama. Hinunter nach Gunzesried Säge bekam ich dann wieder was Neues gezeigt: Einen wunderschöner, teilweise auf einem Grat gelegenen Wiesenweg mit ebenso schönen Ausblicken. Am Schluß wurden wir dann noch von ein paar vereisten Stellen auf dem Fahrweg ins Gunzesrieder Tal ausgebremst, blieben aber sturzfrei. Eine tolle Tour und eine Wetteränderung ist nicht in Sicht. 🙂