Elite Quick-Motion Rollers

Winterzeit – Rollenzeit. Fahren auf der Rolle boomt derzeit, insbesondere Dank dem Erfolg der Zwift-Software. Die meisten benützen einen Trainer, bei dem der Hinterbau des Rads fixiert wird. Damit steht das Rad stabil, umfallen ist ausgeschlossen. Ursprünglich gab es nur sog. freie Rollentrainer: zwei Rollen, zwischen denen das Hinterrad lief und die mit einem Gummi-Riemen mit einer dritten Rolle für das Vorderrad verbunden waren. So habe ich zu meiner aktiven Zeit in den 80ern im Winter trainiert. Solche Rollen gibt es nach wie vor und obwohl ich auf Zwift und Rouvy bislang ausschließlich die Direct-Drive-Trainer Wahoo Kickr und Tacx Neo gefahren bin, habe ich die freie Rolle in Gestalt der Elite Quick-Motion wieder entdeckt.

Vorteile: Die Rolle ist mit derzeit unter 300,- EUR (Marktpreis)  erschwinglich,  lässt sich auf diverse Radstände einstellen, benötigt weder Strom noch Internet und lässt sich in Sekundenschnelle überall auf- und abbauen und wieder auf ein handliches Packmaß (45 x 52 x 30 cm bei 11,5kg) zusammenklappen. Außerdem kann man jedes Bike darauf stellen ohne sich um Ritzelanzahl, Achssystem etc. Gedanken machen zu müssen. Mangels Fixierung schult die freie Rolle das Gleichgewichtsgefühl und stärkt die Muskulatur, die dafür notwendig ist. Die Geräuschkulisse ist auch bei höheren Intensitäten bescheiden. Wie sich die Elite Quick-Motion zusammenklappen lässt, zeigt nachstehendes Hersteller-Video und es geht tatsächlich sehr schnell: Schalter umlegen, Rändelschraube lösen und vordere Rolle auf die hinteren Rollen umklappen.

Nachteile: Für Anfänger kann das Fahren auf der freien Rolle durchaus herausfordernd sein, da es eine weitaus höhere Konzentration erfordert als eine fixierte Rolle. Am Anfang empfiehlt es sich, die Rolle in einem Türrahmen o. ä. aufzubauen, damit man sich auf beiden Seiten abstützen kann. Außerdem ist es deutlich schwieriger, verschiedene Trainingssituationen (Wiegetritt, Sprints, Widerstandsänderungen, freihändig Fahren, etc.) zu simulieren. Rennen fahren auf Zwift ist mit einer freien Rolle nicht wirklich sinnvoll: es fehlt die Widerstandsänderung je nach Streckenprofil und man kann nur schwer auf Rennsituationen reagieren. In erster Linie hat man genug damit zu tun, sich auf dem Rad zu halten…

Die Elite Quick-Motion Rolle relativiert einige Nachteile der freien Rolle. Zum einen bewegt sie sich beim Fahren je nach Trittleistung etwas nach vorne und hinten und sorgt damit somit für ein sehr realistisches Fahrgefühl. Zum anderen sind die Rollen „parabol“ geformt, d.h. der Durchmesser nimmt an den Enden zu, so dass man von dort wieder zurück in die Mitte der Rollen geführt wird, und der Widerstand der Rolle lässt sich auf drei Stufen einstellen:
Stufe 1 ist für ein Rekom- / Grundlagentraining geeignet, Stufe 2 für ein GA1/GA2-Training und auf Stufe 3 muss man schon kräftig treten, um die Rollen in Bewegung zu halten. Für Maximalleistungen jenseits 500 Watt ist die Rolle weniger geeignet. Ist mir zumindest zu gefährlich. Leider lässt sich der Widerstand nicht während der Fahrt ändern.

Ich fahre mit einem Pedal-Powermeter auf der  Rolle und damit ist die Verwendung von  Zwift, Rouvy, etc. kein Problem. Alternativ kann man die Rolle mit dem Elite Misuro B+ Sensor (Straßenpreis ca. 50,- EUR) verbinden und Geschwindigkeit, Trittfrequenz und Leistung per Bluetooth oder Ant+ Standard auslesen. Empfehlen kann ich diese Art der Leistungs-Messung aber nicht. Obwohl Elite mit der Zwift-Kompabilität der Quick-Motion Rolle wirbt, lassen sich der Anleitung des Misuro B+ Sensors keine Einstellungshinweise für diese Rolle entnehmen. Nach zahlreichen Versuchen unter Vergleich mit den Werten der Favero Assioma PM-Pedalen hat sich die Einstellung 8 des Misuro B+ bei Widerstandsstufe 2 der Quick-Motion als am realistischsten herausgestellte. Alle anderen Einstellungen wiesen viel zu hohe Leistungswerte auf.

Mit der My E-Training App bietet Elite eine kostenlose App für IOS und Android an, mit der sich verschiedenste Trainingsprogramme abfahren und alle relevanten Daten aufzeichnen und exportieren lassen. Eine erweiterte Desktop-Software für Windows und MacOS ist kostenpflichtig.

Mir gefällt die Elite Quick-Motion. Sie bringt Abwechslung in das Rollentraining, lässt sich flexibel benutzen und ist für das Gebotene ihr Geld wert.