VirtuGO beta 0.17.0.2 Update

Der Zwift-Clone VirtuGO (First look) hat Ende März 2018 eine neu beta veröffentlicht, die als wesentliche Neuerung den schmerzlich vermissten Höhenmeter-Export zu STRAVA beinhaltet. Zusätzlich werden von den beiden „echten“ Strecken Col de Sollér und Willunga Hill die GPS-Daten angezeigt. Die Höhenmeter-Daten scheinen recht exakt zu sein. Auf der von mir gefahrenen Col de Sollér Strecke wurden in VirtuGO 371hm angezeigt, während STRAVA 369hm ausweist.

Weitere Neuerung (nicht getestet) ist die Integration von klassischen Rollentrainern, wobei zusätzlich Trittfrequenz- und Leistungsmesser-Sensoren erforderlich sind.

Zwift National Championships

Zwift, die führende Plattform für Indoor-Radfahren hatte heute erstmals zu den Nationalen Meisterschaften aufgerufen. In den 15 Ländern mit den meisten Zwift-Mitgliedern wurde der Landesmeistertitel ausgefahren. Die Sieger/innen dürfen ihrem Zwift-Avatar ein Jahr lang ein spezielles Meistertrikot in Landesfarben überstreifen. Knapp 300 Starter aus Deutschland gingen um 10.30 Uhr auf die 3 Watopia Volcano Climb Runden über insgesamt 68km und 600hm.

Meine Befürchtung, dass hier unbekannte Wattmonster mit unrealistischen Leistungswerten aufschlagen würden, bestätigten sich zum Glück im Wesentlichen nicht. Der Start verlief zwar wie erwartet heftig (1 Minute „Fullgazzz“), danach bildete sich aber eine ca. 50-köpfige Spitzengruppe, die ein gleichmäßiges Tempo anschlug, was mir altem Mann sehr entgegen kam. Über den ersten Volcano Climb konnte ich mich Dank eines „Feather Power Up“ in 6:37min in der dann auf etwa 20 Fahrer geschrumpften Spitze halten. Die Gruppe  blieb zusammen, fuhr schön gleichmäßig und auch im zweiten Volcano Anstieg (6:46min) konnte ich dranbleiben. Wir hatten mittlerweile einen Vorsprung von über 3 Minuten auf die ersten Verfolger und es war klar, dass die Gruppe nicht mehr eingeholt werden würde. Genauso klar war mir, dass eine Vorentscheidung im dritten Vulcano Climb fallen und mein Schicksal dort besiegelt werden würde.

Mir waren nur wenige Fahrer aus der Spitzengruppe bekannt: Zu allererst natürlich mein VISION-Teamkollege Johannes Herrmann aus Lindenberg im Allgäu, der 2015 und 2016 für mein IRL-Team RSC AUTO BROSCH Kempten fuhr, ein junger, sehr starker A-Fahrer und mein Favorit für das Rennen. Mit dabei waren auch Thomas Jendrusch von den RuhrRiders und Topias Thomsen vom Team WBR, beides bekannte, erfahrene und erfolgreiche Rennfahrer auf Zwift.

Wie befürchtet zog das Tempo im dritten Volcano Climb an und ich konnte die Pace der jungen Burschen an der Spitze nicht halten. Mit einer Zeit von 7:16min ging ich abgeschlagen als 16ter über den KOM. Die Position konnte ich bis ins Ziel halten und nach ein paar DQs wegen ZADA, ZP und fehlendem HRM fiel am Ende nach einer Fahrzeit von 1:33:47h ein 13ter Platz ab. Damit bin ich dafür, dass es keine Altersklassen-Wertung gab, ganz zufrieden. 🙂 Deutscher Meister wurde nach der nun (04.03.2018) offiziellen Wertung Johannes Herrmann vor Thomas Jendrusch und Sven Dunker. Herzlichen Glückwunsch!

P.S.: Interessante Gewichtsentwicklung bei dem Fünftplatzierten „HS“ (https://www.zwiftpower.com/profile.php?z=68344):
77kg bis 15.04.2017,
70kg ab 22.04.2017 bis 03.08.2017,
67kg ab 22.08.2017 bis 12.09.2017,
60kg ab 05.10.2017 bis 02.11.2017 und
65kg ab 06.11.2017.
Da kann man nur sagen: Trag Deinen echten Namen und Dein echtes Gewicht ein oder verschwinde aus den Zwift-Rennen.

Rouvy Indoor Cycling

Trotz all der Zwift-Hype, die derzeit grassiert, lohnt sich ein Blick auf alternative Indoor-Trainingssoftware, z. B. Rouvy. Hier fährt man nicht in virtuellen Welten, sondern per Video echte Strecken nach, wobei das Video so schnell oder langsam abläuft, wie man selbst tritt. Bei Verwendung eines Smart-Trainers passt sich der Widerstand wie bei Zwift dem Gelände an. Die errechneten Geschwindigkeiten kommen dem Fahrerlebnis draußen recht nahe, nur die abrupten Änderungen beim Steigungswechsel könnten etwas harmonischer sein.

Vorteil: Man sieht und fährt Strecken, die man vielleicht schon mal gefahren ist, fahren will, oder die man sich anschauen will, ohne dorthin reisen zu müssen. Die meisten Klassiker wie Alp d’Huez, das Stilfser Joch oder die Sella-Runde können so von zu Hause aus erkundet werden. Man kann auch eigene Strecken erstellen – mit eigenen GPS-Daten und eigenen Videoaufnahmen. Über 1.500 Strecken (nicht alle mit Video) stehen aktuell zur Auswahl und es werden täglich mehr. Auch dutzende von Workouts sind verfügbar, darunter solche für die legendären Sufferfest-Videos oder von Hunter Allens Peak Coaching Group.

Nachteil: Der „Game“-Effekt von Zwift fehlt. Es gibt keine Avatare, keine Materialauswahl, keine Leadertrikots und keine Powerups. Man fährt grundsätzlich alleine. Windschattenfahren entfällt. Man kann sich zwar im „Rennmodus“ mit Zeiten anderer Rouvy-Nutzer messen und bei (sehr schwach besuchten) Online-Rennen in Echtzeit gegen andere Rouvy-Nutzer antreten, mit dem sozialen Aspekt von Zwift (Chatten, Gruppen-Ausfahrten, Team-Events, Rennen etc.) kann Rouvy aber bei Weitem nicht mithalten.

Dafür gibt es ein Trainingstagebuch, in welches auch andere Einheiten außerhalb von Rouvy geladen werden können, einen Karrieremodus und permanente Challenges mit Gewinnspielen. Z. B. wird derzeit ein Wahoo Kickr mit der Wahoo Climb Erweiterung verlost. Eine ausführliche Analyse der Trainingsdaten ist ebenso enthalten wie der (auf Wunsch) automatische Export zu anderen Trainingsplattformen wie STRAVA oder TrainingPeaks.

So sieht die umfangreiche Auswertung einer Fahrt aus:

Was Rouvy für mich interessant macht, ist die Möglichkeit, richtig lange Anstiege (Pässe) nachzufahren. Zwift hat derzeit nur den Radio-Tower-Climb mit schlappen 550 Höhenmetern zu bieten. Und es ist durchaus reizvoll, prominente Strecken zu erkunden, die man noch nicht kennt, bzw. auf die man sich für ein Event „in real life“ vorbereiten möchte. Train on Rouvy, race on Zwift. 😉

Rouvy kostet derzeit mindestens 8 EUR monatlich und ist verfügbar für Windows-PC, IOS und Android. Es kann zwei Wochen lang gratis ausprobiert werden. Für das Gebotene, insbesondere die zahlreichen Strecken-Videos, ein m. E. angemessener Preis.

ZwiftQuest is back!

ZwiftQuest, die virtuelle Schnitzeljagd auf Zwift, ist wieder da. Die Regeln klingen einfach: Man muss so schnell wie möglich von einem festgelegten Startpunkt zu einem festgelegten Endpunkt fahren und dabei einige vorgegebene Punkte irgendwo auf Watopia, London oder Richmond passieren. Die Reihenfolge ist beliebig, d. h. man muss sich die Strecke am besten vorher selbst zurechtlegen und unterwegs manuell abbiegen (gar nicht so einfach unter Maximalpuls), denn natürlich liegen die Punkte nicht alle auf einer der Standardstrecken. Witzige Sache, die nicht nur Bein- sondern auch ein bisschen Kopfarbeit verlangt. Die Quests laufen immer über ein paar Tage und man kann sie fahren wann und wie oft man will. Die aktuelle Quest läuft noch bis zum 07.01.2018. Für die Teilnahme sind ein verknüpfter STRAVA-Account und ein vorgegebener Hashtag erforderlich. Probiert es aus!

Zwift Team-Weltmeister 2017

Zum dritten Mal nach 2015 und 2016 wurden am 25.11.2017 die „Trade Team Worlds“ auf Zwift ausgetragen, eine Team-Weltmeisterschaft in den Leistungskategorien A, B, C und D. Die höchste Klasse A musste 4 Runden auf der Watopia 8 Runde fahren: 121km mit 1.020hm. Pro Team waren maximal 6 Fahrer zugelassen, die drei Bestplatzierten zählten für das Ergebnis. Ich startete für eines der drei „VISION“ A-Teams.

Nachdem hier die weltweit besten „Zwifter“ gemeldet hatten war klar, dass es für mich weder um eine vordere Platzierung ging, noch dass ich in der Lage sein würde, die Top-Fahrer meines Teams zu unterstützen. Gutes Pacing war angesagt: Nicht zu schnell starten und bis zum Ende durchhalten, denn die meisten Zwifter sind Rennen dieser Länge nicht gewohnt. Während des Rennens waren wir wie die Profis per Team-Funk auf einem Discord-Kanal miteinander verbunden und konnten uns über Rennsituation und  Taktik austauschen.

Wie erwartet trennte sich bereits am ersten Anstieg nach 7km die Spreu vom Weizen und eine ca. 60-köpfige Spitzengruppe setzte sich ab. Ich konnte mich mit ca. 20 anderen in der ersten Verfolgergruppe halten und zum Glück waren sich alle einig, dass wir über die lange Distanz am besten damit fahren, wenn wir ein gleichmäßiges Tempo anschlagen und an den Anstiegen nicht über 5w/kg pacen. So hielten wir den Rückstand auf die Spitze in Grenzen und sammelten zahlreiche Fahrer auf, die daraus zurückfielen.

Eine Schrecksekunde gab es dann nach 71km: die Internetverbindung brach zusammen und für 40 Sekunden war ich alleine auf der Strecke. Als die Verbindung wieder stand, hatte ich 10 Sekunden Rückstand auf die Gruppe, normalerweise uneinholbar. Mit einem Kraftakt konnte ich doch noch aufschließen, musste dabei aber einige Körner lassen. Meinem Teamkollegen Steve Fleetwood (Großbritannien), der zuvor einen sehr starken Eindruck gemacht hatte, gelang das leider nicht und er fiel weit zurück.

Am letzten Anstieg konnten sich einige Fahrer etwas absetzen, aber dank eines aufgesparten Aero-Powerups platzierte ich mich im Schlusssprint mit 3:12min Rückstand auf den Sieger Justin Wagner (USA, Team ODZ) auf Platz 33 von 166 A-Fahrern.

Top-Ergebnis für mich, aber letztendlich völlig uninteressant, denn Philipp Diegner (Deutschland), Jeffrey Kriel (Australien) und Adam Webb (Großbritannien) erkämpften sich mit den Plätzen 2, 3 und 6 den Weltmeistertitel für unser Team VISION in der A-Kategorie! Großen Anteil daran hatte auch Duane Gran (USA) auf Platz 15. Teamchef Quentin Lavaye (FRA) komplettierte auf Platz 31 unserer Top-Ergebnis. Die Freude im Team war riesengroß, insbesondere da wir keine „Superstars“ in unseren Reihen haben und uns dementsprechend zuvor nur Außenseiterchancen eingeräumt worden waren.

Rennen fahren auf Zwift in einem Team ist eine ganz besondere Erfahrung, die ich jedem absolut empfehlen kann. 🙂

STRAVA-Link zum Rennen (121,2km, 2:45:01min, 1.020hm)

 

Zwift – New London extension – First look

Zwift hat mit einem Update gestern u.a. eine neue Erweiterung der London-Strecken eingebaut: 7,6km lang und bis auf ein paar 3%er durchgehend flach. Enthalten ist die Erweiterung in drei neuen Kursen: Great London 8 (23,8km, 277hm), Greater London Loop (21,2km, 257hm) und The London Pretzel (55,7km, 574hm). Den ersten Kurs bin ich heute mal abgefahren. Die neuen Strassen und Gebäude sind ganz nett, aber nichts wirklich Neues, mit Ausnahme einer blauen Radspur auf einem Teilstück. Was wirklich neu ist sind Zuschauer und Passanten links und rechts. Einige laufen auf dem Bürgersteig hin und her, die meisten stehen still und schauen auf die Strasse. Das wirkt ein bisschen steif, die könnten etwas mehr Begeisterung zeigen. Man hört wohl auch Anfeuerungsrufe von den Zuschauern, ich hatte allerdings den Game-Sound zu leise eingestellt. Ziemlich merkwürdig ist die Regenschirmhaltung der Passanten bei Niederschlag: Die bewegen den Schirm vor sich auf und ab, anstatt ihn über den Kopf zu halten… 😉 Naja, wollen wir mal nicht zu streng sein. Ich bin mir sicher, dass da noch nachgebessert wird.

Zwift Vulcano KOM First Look

Zwift  hat mit dem heutigen Update eine 8,2km lange Erweiterung der Vulcano-Strecke geöffnet. Sie schlängelt sich zunächst über 3,9km und 130hm mit durchschnittlich 5% Steigung, einem flachen Mittelstück im Berg und schönen Ausblicken auf die Insel um den Vulkan herum bis auf dessen Spitze, umrundet sie und verläuft auf dem selben Weg zurück. Der Einstieg liegt in der Linkskehre des ersten kleinen Anstiegs auf der Vulcano Flat Runde (im Uhrzeigersinn). Fährt man in der Kehre geradeaus, ist man auf der Erweiterung. Am Ende des Anstieg nach der steilsten Stelle mit knapp 10% Steigung erreicht man ein Ziel-Banner, an dem die Segmentwertung „Vulcano KOM“ abgenommen wird.